Luftverkehr Flugreisende in die USA müssen Sicherheitsinterviews absolvieren

Flugreisende in die USA müssen sich auf neue Sicherheitsvorkehrungen einstellen.

(Foto: dpa)
  • Eine US-Regierungssprecherin erklärte, die neuen Maßnahmen beträfen sämtliche der täglich rund 2100 Flüge mit Ziel USA.
  • Die Angaben zum Ablauf der Befragungen sind bislang nicht eindeutig.

Auf Wunsch amerikanischer Behörden beginnen die Fluggesellschaften Air France, Cathay Pacific, EgyptAir, Emirates und Lufthansa am Donnerstag mit neuen "Sicherheitsinterviews" aller Passagiere von Flügen mit Ziel USA. Das teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.

Eine US-Regierungssprecherin erklärte, die neuen Maßnahmen beträfen sämtliche der täglich rund 2100 Flüge mit Ziel USA. Die Sicherheitsbestimmungen gälten sowohl für US-Bürger als auch Ausländer.

Das genaue Prozedere ist noch unklar und kann wohl auch regional variieren. Dem Vernehmen nach müssen sich Reisende aber wohl auf zwei bis drei Fragen einstellen.

Fragebogen für die Passagiere

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte zuvor ein Laptop-Verbot und Einreiseverbote für mehrheitlich muslimische Länder vorgestellt, die Nahost-Fluggesellschaften geschadet haben. Die größte Fluggesellschaft der Region, Emirates, strich nach eigenen Angaben als Folge der Einschränkungen 20 Prozent ihrer Flüge nach Amerika. Die Ankündigung der Sicherheitsinterviews erfolgte nun zum Ende einer 120-tägigen Frist für Fluggesellschaften, um neue US-Vorschriften zu erfüllen.

Die deutsche Lufthansa teilte mit, die neuen Regelungen seien von der US-Verkehrssicherheitsbehörde TSA vorgegeben worden, die dem Heimatschutzministerium unterstellt ist. Neben der Kontrolle von elektronischen Geräten müssten Reisende in die USA nun womöglich auch mit "kurzen Interviews beim Check-in, bei der Dokumentenkontrolle oder am Gate" rechnen.

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Air France will am Donnerstag am Pariser Flughafen Orly mit neuen Sicherheitsinterviews beginnen. Am 2. November werde es sie dann auch am Charles-de-Gaulle-Flughafen geben, teilte das Unternehmen mit.

Allen Passagieren werde ein Fragebogen gegeben. Emirates kündigte an, Interviews an den Check-in-Schaltern mit Passagieren vorzunehmen, die aus Dubai fliegen, und an Boarding-Gates mit Flugreisenden, die sich im Transit befinden.

Cathay Pacific mit Sitz in Hongkong teilte auf seiner Webseite mit, dass die Fluggesellschaft Dienste zur eigenständigen Gepäckabgabe ausgesetzt habe. Passagiere auf dem Weg in die USA müssten sich "einem kurzen Sicherheitsinterview" unterziehen. Diejenigen, die kein Gepäck hätten, müssten sich auf ein ähnliches Interview am Gate einstellen. Nach Angaben von EgyptAir gehören zu den neuen Maßnahmen genauere Durchsuchungen von Passagieren und ihrem Gepäck sowie Interviews.

Im März hatten die USA das Verbot für Laptops in Flugzeugkabinen für Reisende aus zehn Städten des Nahen Ostens eingeführt, weil es Bedenken gab, Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat und andere Extremisten könnten darin Bomben verstecken. Das Verbot wurde aufgehoben, nachdem die betroffenen Fluggesellschaften begonnen hatten, elektronische Geräte kurz vor dem Boarding für Flüge in die USA mit CT-Scannern zu untersuchen.

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