Flugbegleiter im Streik: Gewerkschafter wollen die Lufthansa zu einem besseren Angebot im laufenden Tarifstreit zwingen. Von dem Ausstand sind 80 Flüge innerhalb von Deutschland sowie ins Ausland betroffen.

Auf dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt sind Flugbegleiter der Lufthansa am Freitagmorgen in einen dreistündigen Warnstreik getreten. "Die Stimmung ist gut", sagte der Leiter Tarifpolitik bei der Unabhängigen Flugbegleiterorganisation (Ufo), Joachim Müller. "Wir wollen so einen Nadelstich setzen."

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Stewardess der Lufthansa: Drei Stunden wollen die 600 Mitarbeiter die Arbeit niederlegen. (© Foto: AP)

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Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow bestätigte, dass der Streik begonnen habe. Informationen über Auswirkungen des Ausstands gebe es aber noch nicht. Die Lufthansa habe von sich aus keine Flüge gestrichen.

Von dem Streik sind nach Angaben der Gewerkschaft 80 Flüge innerhalb von Deutschland sowie ins Ausland betroffen. Die Ufo fordert für die Mitarbeiter Gehaltserhöhungen im Gesamtvolumen von 15 Prozent. Die Lufthansa hat bislang 6,1 Prozent für zwölf Monate sowie eine Ergebnisbeteiligung für 2009 bis drei Prozent angeboten. Die Tarifverhandlungen von Lufthansa und Ufo waren am vergangenen Freitag ergebnislos abgebrochen worden.

Schnittchen zum Frühstück

Die Ufo hat in Kelsterbach ein Streiklokal eingerichtet, wo es während des Ausstands neben Schnittchen zum Frühstück auch einen Vortrag der Tarifkommission geben sollte. Die Flugbegleiter sollten dann wieder mit Bussen zum Flughafen gebracht werden, damit sie pünktlich um 9.15 Uhr die Arbeit wiederaufnehmen, wie Müller sagte.

Für die Ufo, bei der nach eigenen Angaben mehr als 70 Prozent der 16.000 Lufthansa-Flugbegleiter organisiert sind, ist es der erste Streik ihrer Geschichte. Lufthansa-Sprecher Jachnow sagte, der Konzern habe die Streikankündigung "mit Unverständnis zur Kenntnis genommen". Das Unternehmen habe ein akzeptables Angebot vorgelegt und in allen von Ufo geforderten Bereichen angedeutet, dass es noch Verhandlungspotential gebe, sagte ein Firmensprecher. Die Fluggesellschaft fordere die Gewerkschaft daher auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Die Gewerkschaft hatte die Verhandlungen nach der dritten Gesprächsrunde vor einer Woche abgebrochen und danach bereits Warnstreiks angekündigt. Die Friedenspflicht ist zum Jahresende ausgelaufen.

Wie stark der Flugverkehr durch den Streik beeinträchtigt werde, ließe sich noch nicht abschätzen. "Es ist mit Auswirkungen auf den Flugplan zu rechnen", sagte der Sprecher. Um diese möglichst gering zu halten, hat Lufthansa bereits interne Vorkehrungen getroffen.

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(sueddeutsche.de/AP/Reuters/gba/mel)