Lange hatte die Lufthansa die Billigflieger weitgehend ignoriert. Doch das funktioniert nicht mehr - darum will sie die Billigflieger kopieren. Das aber könnte gefährlich werden.
Ziemlich lange hat sich die Lufthansa ziemlich unbeeindruckt von der zunehmenden Konkurrenz durch die Billigfluglinien gezeigt. Die größte deutsche Airline ignorierte die Wettbewerber einfach. Jetzt verkündet Christoph Franz, der im kommenden Jahr den Vorstandsvorsitz von Lufthansa übernehmen soll, die Kehrtwende.
Bei der Lufthansa sollen die Preise sinken - aber auch der Komfort. (© Foto: AP)
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Er sagt den Billigfliegern den Kampf an, will deren Geschäftsmodell sogar teilweise kopieren. Die Preise sollen offenbar sinken, der Komfort an Bord auch.
Größere Maschinen sollen zum Einsatz kommen, mehr Passagiere auch in die Lufthansa-Flugzeuge gepresst werden - etwa durch einen geringeren Sitzabstand, den Ausbau von Küchen oder Garderoben. Dann wären auch Extra-Gebühren für Gepäck oder anderes nicht mehr weit.
Die neue Strategie ist gefährlich. Denn Lufthansa lebt mehr als andere Fluglinien von ihrem Ruf, hohe Qualität anzubieten. Geschäftsreisende, aber auch anspruchsvolle Privatkunden schätzen den Service, die Pünktlichkeit, das weltweite Netz von Lufthansa, und sind auch bereit, dafür etwas mehr zu zahlen.
Nicht umsonst hat Lufthansa gerade im Ausland ein gutes Image. Das ist auch einer der Gründe, warum die Deutschen bisher noch relativ gut durch die Krise gekommen sind - deutlich besser etwa als British Airways und Iberia, die sich jetzt in eine Notfusion flüchten. Es ist keine Frage, dass Lufthansa profitabler werden muss. Doch mit einfachem Kopieren ist das nicht zu schaffen.
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(SZ vom 18.11.2009/hgn)
Mubarak-Prozess in Ägypten
LH definiert sich über gute Infrastruktur mit gutem Linienflugplan, wenngleich letzterer krisenbedingt bereits ausgedünnt wurde.
Realisiert LH umfassend den Veihtransporter-Charme der Konkurrenz, kann LH nur noch mit Infrastruktur und Linienflugplan Kunden binden.
Gelingt es der Konkurrenz, dem Linienflugplan wirksam zu begegnen, unterscheidet sich die LH nur noch in Bemalung und Outfit.
In dieser Konstellation entscheidet der Preis.
Bleibt abzuwarten, wer in diesem Preiskampf den längeren Atem haben wird.
Egal mit welcher Luftverkehrsgesellschaft, Vielflieger wären nur diejenigen gerne, die keine sind und keine werden, infolgedessen ihre Fehlvorstellungen an die Stelle der Vielfliegerrealität setzen. Vorschub wird diesen Fehlvorstellungen durch PR und Marketing der Luftverkehrsgesellschaften geleistet.
Eher könnte man sagen, wer zB bei LH den Status Senator oder HON durch Vielfliegerei erworben hat, macht etwas verkehrt, weil es zu so viel Fliegerei immer Alternativen gibt und niemand derart unentbehrlich ist, dass Vertretungen vor Ort unmöglich sind.
Also ich fliege beruflich auch ziemlich viel, allerdings nur innereuropäisch und das auch nur in der Holzklasse da ich mir business nicht leisten kann. Notgedrungen fliege ich viel Lufthansa weil deren Flugpläne zurzeit meinen Bedürfnissen meist am ehesten entsprechen. Das Preisniveau finde ich eigentlich völlig in Ordnung aber von übertrieben gutem Komfort und Service konnte man auch schon bisher eigentlich nicht schwärmen. Wenn die Lufthansa jetzt ernst macht und einen für 30-40 euro Ticketverbilligung wie im Viehtransport in den Flieger quetscht und nur noch Wasser als Bordmenü (natürlich entgeltlich) serviert dann sehe ich aber keinen Grund mehr nicht gegf. doch auf AirBerlin uä. auszuweichen. Ich glaube so denken viele Vielflieger "Normalkunden" und die LH wird sich damit ordentlich ins eigene Fleisch schneiden.
...und ab und zu sogar mit der Lufthansa.
Innerdeutsch macht es das Fliegen gar keinen Spass. International geht es halbwegs, wobei auch hier Fluessigkeitsverbote und jede Menge Sicherheits Voodoo entspanntes Reisen unmoeglich machen.
Engere Sitze, weniger Komfort und unfreundlicher Service ist aber nicht wirkich Sinnvoll. Ich persoenlich versuche schon jetzt z.B. auf den Strecken Frankfurt - New York die Lufthansa zu vermeiden. Singapore Airlines, Britisch Airways aber auch KLM sind in meinen Augen deutlich besser als Lufthansa.
Wenn die Lufthansa mal ihre internationale Business Class aufmoebeln wuerde, dann wuerde ich auch wieder LH geniessen koennen.
PS: Und selbst damit waere die LH immer noch Meilen von Etihad und Emirates weg - aber das ist natuerlich die Koenigsklasse.