Frisch gesellt: United und Continental werden offenbar schon in den nächsten Tagen ihr Zusammengehen bekanntgeben. Es würde die weltweit größte Fluggesellschaft entstehen.
Die Fusion von United Airlines und Continental Airlines zur weltgrößten Fluggesellschaft ist fast perfekt. Die beiden US-Konzerne hätten sich auf Details eines Zusammenschlusses per Aktientausch verständigt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Die neue United käme auf knapp 90.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von fast 30 Milliarden Dollar. (© Foto: AP)
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Das Geschäft könnte einem Bericht des Wall Street Journal zufolge bereits am Montag bekanntgegeben werden.
United und Continental, die wie die Lufthansa zum Bündnis Star Alliance gehören, würden dann gemeinsam den aktuellen Weltmarktführer und heimischen Rivalen Delta Air Lines überflügeln. Gemeinsam kämen sie auf knapp 90.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von fast 30 Milliarden Dollar.
Das neue Unternehmen würde den Kreisen zufolge unter dem Namen United fliegen. Continental ist die weltweit fünftgrößte Airline und damit die kleinere der beiden mit zuletzt rund 43.000 Mitarbeitern und 12,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz. United als drittgrößte US-Fluggesellschaft beschäftigt etwa 46.000 Mitarbeiter weltweit und setzte 2009 etwa 16,3 Milliarden Dollar um.
700 Millionen Fluggäste jährlich
Beide Airlines haben keine Überlappungen bei ihren Drehkreuzen und auch nicht bei ihren zehn wichtigsten einheimischen Nonstop-Flügen. Experten erwarten, dass die Wettbewerbsbehörden eine Fusion durchwinken werden. Allerdings müsste sich das neue Unternehmen wohl von einigen Routen oder Geschäftsbereichen trennen. Branchenkenner halten eine Fusion schon deshalb für sinnvoll, weil dadurch allein auf dem US-Markt mit seinen jährlich 700 Millionen Fluggästen wohl Überkapazitäten abgebaut würden.
Den Kreisen zufolge sollen bei der Fusion 1,05 Aktien der United-Mutter UAL pro Continental-Anteilsschein gezahlt werden.
Auf Basis des Schlusskurses der United-Aktie vom Freitag von 21,59 Dollar ergibt sich bei rund 139,6 Millionen Aktien eine Summe von drei Milliarden Dollar, die United damit in Aktien zahlen würde.
Der Verwaltungsrat von United sollte den Kreisen zufolge noch am Freitag darüber beraten, das Führungsgremium von Continental zusätzlich noch am Sonntag. Geplant sei, dass UAL-Chef Glen Tilton Vorsitzender des Verwaltungsrates werde und Continental-Chef Jeff Smisek den neuen Konzern führe. Die neue Gesellschaft solle als United Airlines weiter fliegen, Sitz solle Chicago sein.
Die Branche erholt sich allmählich wieder von den Folgen der Wirtschaftskrise, die zu einem Einbruch des Passagier- und Frachtgeschäfts geführt hatte. Vor allem das schlechte Business-Class-Geschäft und die Konkurrenz von Billigfliegern machten ihnen zu schaffen. Allein 2009 flog die Branche weltweit ihrem Verband IATA zufolge elf Milliarden Dollar Verlust ein.
Die Krise verschärfte den Druck zur Konsolidierung. Viele Airlines sind inzwischen auf der Suche nach Partnern. Jüngst erst hatten sich British Airways und die spanische Iberia zur nach Umsatz weltweiten Nummer Drei zusammengeschlossen. Lufthansa hat sich mit der Übernahme von Swiss, Austrian, Brussels und British Midland hochgearbeitet, während Air France die niederländische KLM geschluckt und sich mit der neuen Alitalia verbündete.
Für BA und Iberia ist die Fusion nur ein Schritt hin zu einer Dreierallianz mit dem Partner American Airlines im Konkurrenzbündnis der Star Alliance, Oneworld. Sie wollen von der Liberalisierung der Transatlantik-Flüge profitieren. Die Anbieter - besonders in den USA - leiden darunter, dass zu viele Flugzeuge unterwegs sind.
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(sueddeutsche.de/Reuters/hgn)
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ist nicht "zahlen", das ist Papier bedrucken und kein Geld (cash)...
Solche "Fusionen" haben eigentlich immer nur Probleme gebracht, warum sollte das hier anders sein... aber die Investment-Banker, die sicherlich dabei waren haben bestimmt gut verdient...
Diese Tatsache wird sich auch nach dem Zusammenschluss dieser beiden Fluggesellschaften erweisen.
Der einzige Vorteil des Zusammenschlusses könnte am Ende darin liegen, dass nur EINE statt ansonsten zwei amerikanische Gesellschaften Konkurs anmelden müssen!
nachdem die wichtigsten strecken und die drehkreuze sich nicht überlappen, dürften sich die entlassungen in grenzen halten. außerdem könnte es ohne die fusion zu weit mehr entlassungen kommen - nämlich dann, wenn einer der beiden pleite geht. insofern ist das wohl das kleinere übel.
Klartext: Dies ist keine "Fusion". Continental wird von United einverleibt.
Die Folgen: Rausschmisse, vor allem Continental Personal wird gehen müssen. Arbeitslosigkeit.
Außerdem: Schlecht für die Kunden - ein Konkurrent weniger am Himmel.