Gute Arbeit, gutes Geld - davon können viele Leiharbeiter nur träumen: Etwa ein Achtel von ihnen bekommt Löhne, die so niedrig sind, dass die Arbeitsagenturen Hartz-IV-Leistungen obendrauf legen müssen.
Die Gewerkschaften haben deshalb vehement für einen Mindestlohn für Zeitarbeiter gekämpft. Der kommt nun auch als Lohnuntergrenze im sogenannten Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz - gestritten wird nur noch über die richtige Höhe. Politiker von SPD und Union erwecken dabei den Eindruck, es gehe um ein paar Cent Stundenlohn mehr oder weniger. In Wirklichkeit aber geht es für zehntausende Leiharbeiter um richtig viel Geld.
Der DGB macht sich für einen Mindestlohn auch in der Zeitarbeit stark. (© Foto: AP)
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Seit 2004 hat sich die Zahl der Menschen, die bei Zeitarbeitsfirmen angestellt sind und von diesen an andere Arbeitgeber ausgeliehen werden, auf etwa 700.000 mehr als verdoppelt. Etwa ein Drittel von ihnen sind als "Helfer" eingruppiert, sie arbeiten in der untersten Entgeltgruppe. Viel ist dabei nicht zu verdienen: Die meisten von ihnen dürften dem Tarifvertrag unterliegen, den DGB-Gewerkschaften mit den Zeitarbeitgeber-Verbänden BZA und IGZ abgeschlossen haben: Hier beträgt der unterste Stundenlohn 6,36 (in Ostdeutschland) und bis zu 7,51 Euro (im Westen). Noch weniger erhalten Zeitarbeiter, für die der Vertrag einer Tarifgemeinschaft des Christlichen Gewerkschaftsbundes (CGB) und des Arbeitgeberverbandes AMP maßgebend ist. Sie gehen mit sechs Euro im Osten und 7,21 im Westen für jede Arbeitsstunde nach Hause.
Trotzdem gibt es für viele Leiharbeiter noch weniger: Sie werden nach Gutdünken oder nach einem der 35 Haustarife bezahlt, die der CGB nach eigenen Angaben in etwa 130 Betrieben abgeschlossen hat. Hier liegen die Stundenlöhne bei teilweise unter fünf Euro. In einem dieser Verträge heißt es beispielsweise: "Der Grundlohn beträgt 3,00 Euro. Die Reisekostenzulage beträgt 1,86 Euro."
Unions-Fraktionschef Volker Kauder sagt nun, die neue Lohnuntergrenze müsse sich am niedrigsten Flächentarifvertrag, also dem des CGB, orientieren. Der SPD wären die besseren DGB-Tarifverträge lieber. Andrea Nahles, stellvertretende SPD-Vorsitzende, sagt aber auch, die Koalition dürfe die Lohnuntergrenze für Zeitarbeiter nicht am Streit um 20 Cent scheitern lassen. Auch Unions-Fachleute haben wiederholt darauf hingewiesen, es gehe nur um ein paar Cent Unterschied.
Ein Zehntel des Lohns
Das ist ein Trugschluss: Laut dem noch gültigen Flächentarifvertrag der Christlichen Gewerkschaften kann der Stundenlohn für Leiharbeiter in den ersten sechs Monaten um bis zu 9,5 Prozent gesenkt werden. Aus 7,21 Euro können somit 6,53 Euro werden. Verglichen mit dem DGB-Tarif ist das ein Unterschied von 98 Cent. Ein durchschnittlich bezahlter Arbeitnehmer würde darüber nicht reden. Für einen Leiharbeiter geht es aber um etwa ein Zehntel seines Lohnes. Die Frist von sechs Monaten spielt dabei kaum eine Rolle - das durchschnittliche Beschäftigungsverhältnis in den untersten Entgeltgruppen dauert nicht länger als drei Monate.
Umso größer ist die Empörung beim DGB, wenn nun der "billigste" Tarifabschluss zum Maßstab bei der Lohnuntergrenze für Zeitarbeiter werden soll. Am Freitag treffen Vertreter der DGB-Gewerkschaften Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD). Es dürften harte Worte fallen.
(SZ vom 16.01.2009/mel)
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da ich 1980 geboren wurde weiß ich auch nicht, was Anfang der 70er gelesen wurde...
Der Kapitalismus muss versenkt werden. Er hätte es von alleine geschafft, aber die Lobbys der Kapitalrenditeempfänger waren zu stark, haben die Politiker zu sehr beeinflusst.
Darunter werden wir jetzt zu leiden haben.
Menschen dürfen nicht zu unwürdiger Arbeit gezwungen werden, der Staat muss bestimmen für welche Bereiche des sozialen und gesellschaftlichen Lebens er verantwortlich ist. Die Marktwirtschaft darf nicht durch Manipulation pervertiert werden, dazu gehört auch Lohnsubvention.
Hohe Löhne führen dazu, dass Unternehmen gezwungen sind, effizient zu wirtschaften.
wir wissen nicht was Ihr Anfang der 70 er Jahre gelesen habt. Nur wurde damals in den
Medien schwarz auf weiß und noch nicht auf Umwelpapier folgende Aussage gedruckt. :
...also hat die Wirtschft die Verantwortung für soundsoviel Millionen Arbeitsstunden aller,
(damals) Vollzeitbeschäftigten zu sorgen.... Zitat Ende.
Nun das galt für die 40 Stunden Woche - weil diese Vollzeitbeschäftigung nicht ausreichte das Wachstum zu
beschleunigen haben wir Überstunden, Nachtschichten und Samstag/ Sonntag gearbeitet ... und waren alle
zufrieden, satt und glücklich ;-)
Kredit ? wer braucht Krredit ? Wir haben das Jahr über auf den Urlaub gespart und und und...
Ok, Einen Neuwagen ohne Hilfe der Großeltern war auch allein durch Fleiß nicht zu
stemmen. Verringerte die Kreditaufnahme jedoch enorm.
Nun, dann begann das Wettrennen um Marktanteile und man definierte Konkurenz und Wettbewerber noch
locker auseinander - es wurde allgemein enger ...
Kleines Beispiel : Autoindustrie - eine Stoßstange bestand nicht mehr aus 8 Bauteilen sondern
klappte aus einer Spritzform in einem Stück ...
Die mehrteilige Stoßstange erforderte mehr in Lohn und Arbeit stehende den Rest kennen auch Sie...
Jetzt erklären Sie mir bitte wie die Politik unternehmerische Handlungen steuern soll.
Für Ihre Bemühungen schon mal vorab besten Dank.
ursprünglich war Politik dafür gedacht, das gesellschaftliche Leben zu organisieren, die Regeln dafür abzustecken.
Manager müssen ihr Unternehmen über Wasser halten und Wettbewebsvorteile generieren.
Also ist es ganz klar Aufgabe der Politik hier was zum Besseren zu verändern.
Aber wir haben nur noch einen Politik-Wirtschaft-Filz.
Keine Weltliteratur, aber ein gerade jetzt sehr interessantes Buch:
Jack London: Menschen der Tiefe (1903):
" Sparsamkeit macht Sparsamkeit unmöglich. Würde jeder einzige Arbeiter in England der Anweisung der Reformatoren in bezug auf Sparsamkeit folgen und seine Ausgaben halbieren, so würde der Überschuß an Arbeitskraft schnell verursachen, daß die Arbeitslöhne halbiert würden. Und dann würde kein einziger von den englischen Arbeitern sparsam sein können, denn sie müßten notgedrungen ihre verringerten Einnahmen vollkommen verbrauchen. Die kurzsichtigen Sparsamkeitsapostel würden über das erzielte Resultat wohl etwas erstaunt sein. Ihr Fehlgriff würde genau den gleichen Umfang haben wie die Ergebnisse ihrer Agitation. "
(www.jacktheripper.de/dokumente/menschen_der_tiefe/kapitel_26/)
Alles Gute
Kai Hamann
Leier nicht mehr hören. Die Wahrheit ist : Die Unternehmen welche von den Banken keinen Dispo mehr eingeräumt bekommen können keine Mindestlöhne zahlen, die Unternehmen oder besser Konzerne welche auf maximale Gewinnorientierung ausgelegt sind - wollen nicht ...
Seit Jahren inhaltlich das gleiche bla bla, inhaltlich unverändert nur in der Formulierung
verändert.
Das ist die eine Seite , die andere, was wollen Sie als Unternehmer einem Nichqualifizierten Helfer denn bezahlen ? - selbst wenn Sie sozial eingestellt dies
auch wollten?
Wenn nur ein Bruchteil des beschäftigten Personals immer wieder kosten
verursachende Fehler begeht ist nicht nur das Geld weg iund der gute Wille
irgendwann auch beim Teu... -
hier beisst sich die Katze in den Schwanz - und -
Was immer noch fehlt, eine sachlich klar formulierte Erklärung wie diese leidige Angelegenheit für alle Beteiligten aussehen kann - sorry,
- aber die gibt es nicht.
Paging