Einkommen in Deutschland Reallöhne sinken wieder

Die Menschen arbeiten kürzer - und haben deswegen auch weniger Geld in der Tasche. In den ersten Monaten des Jahres sind die Löhne im Schnitt nur so gering gestiegen, dass die Inflation die Steigerung zunichtemacht.

Erstmals seit dem Krisenjahr 2009 lagen im ersten Quartal die Reallöhne der deutschen Beschäftigten wieder leicht unter dem Niveau aus dem Vorjahr. Die Inflation von 1,5 Prozent macht die nominalen Gehaltssteigerungen von 1,4 Prozent zunichte, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden kalkuliert hat.

Geringere Sonderzahlungen und kürzere Arbeitszeiten hatten die Löhne weniger stark wachsen lassen. Die Bruttostundenverdienste ohne Zulagen lagen hingegen mit 1,8 Prozent über der Inflationsrate.

Der sogenannate Nominallohnindex, den die Statistiken jetzt veröffentlicht haben, spiegelt die Veränderung der Bruttomonatsverdienste inklusive Sonderzahlungen der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wider.

Über den längeren Zeitraum von 2007 bis 2012 stellten die Statistiker fest, dass die Gehälter entsprechend der Qualifikation der Beschäftigten auseinandergedriftet sind. So konnten leitende Angestellte in diesem Zeitraum ihr nominales Bruttogehalt um 15,5 Prozent steigern. Ungelernte Arbeitnehmer hatten nur ein Plus von 9,8 Prozent, lagen damit aber immer noch über der Preissteigerung von 8,3 Prozent in dem beobachteten Zeitraum. In den neuen Länder stiegen die Gehälter mit 13,9 Prozent schneller als im früheren Bundesgebiet mit 11,9 Prozent.

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente in Deutschland im ersten Quartal 2013 ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 3398 Euro brutto im Monat. Die höchsten Durchschnittsverdienste erhielten die Beschäftigten bei Banken und Versicherungen (4543 Euro), in der Energieversorgung (4477 Euro) sowie im Bereich Information und Kommunikation (4475 Euro). Der niedrigste durchschnittliche Bruttomonatsverdienst wurde im Gastgewerbe gezahlt (2008 Euro).