sueddeutsche.de: 110.000 Deutsche sterben jährlich an den Folgen des Rauchens. Wie "verkaufen" Sie solche negativen Nachrichten, wenn die Inhalte nicht zum Bild des Genussrauchens passen, das die Zigarettenindustrie vehement in der Öffentlichkeit propagiert?
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Tritz: Bei der Frage drücken wir uns nicht weg. Es ist bekannt, dass Rauchen ein Risiko ist und dass das Produkt Zigarette ein umstrittenes Produkt ist. Über die Genauigkeit der Zahlen lässt sich vortrefflich streiten. Fakt ist, dass - wenn man die Zigarette so genießt, wie wir uns das vorstellen - man sie für sich im klaren Bewusstsein genießt, unter Abwägung aller Risiken als erwachsener Mensch, der für sich selbst verantwortlich ist.
sueddeutsche.de: Und die Nichtraucher?
Tritz: Wenn man sich das unter dem Aspekt des Nichtraucherschutzes vorstellt, dann geschieht das mit einem hohen Maß an Eigenverantwortlichkeit. Was wir uns vorstellen, ist, dass nicht übermäßig viel geraucht wird, aber mit Genuss.
sueddeutsche.de: Gibt es schon Reaktionen des Gesundheitsausschusses des Bundestages auf Ihre Berufung und auf die Verbandsneugründung? Die Vorsitzende des Ausschusses, die Linke Martina Bunge, hat zur Auflösung jubiliert - und auch die Grünen waren gücklich, als der Verband verschwand.
Tritz: Mir ist noch keine Reaktion des Gesundheitsausschusses bekannt, bei mir hat sich noch keiner gemeldet.
sueddeutsche.de: Sie sind nicht die erste Grüne, die in die Industrie geht. Ein weiteres prominentes Beispiel ist die ostdeutsche Grüne Gunda Röstel, die schon vor Jahren von den Grünen in die Energiewirtschaft wechselte. Warum ist die Wirtschaft für grüne Politiker so reizvoll?
Tritz: Den Wechsel von Frau Röstel kann ich nicht kommentieren, da müssen Sie sie selber fragen. Wir haben eine freie Berufswahl. Wenn man aus der Politik ausscheidet, dann steht der Markt an Berufen offen - und da ist immer auch ein großer Teil Wirtschaft dabei.
sueddeutsche.de: Ist es am Ende einfach das bessere Gehalt, das es in der Wirtschaft im Vergleich zu den Politikerdiäten gibt?
Tritz: Nein. Gehalt kann nie das entscheidende Kriterium sein.
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(sueddeutsche.de/jja)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Man hätte sie noch fragen sollen, wie das Verständnis des erwachsenen mündigen Konsumenten mit dem üblichen Einstiegsalter von 10-12 Jahren zusammenpasst, was das mit der Werbung und Verfügbarkeit für/von Zigarretten, sowie den suchtverstärkenden, hustenvermindernden und für KINDER geschmacksverbessernden Zusatzstoffen zusammenhängt.
[..] wenn man die Zigarette so genießt, wie wir uns das vorstellen [..]
Einen solchen Satz einer bekennenden Zigarettenindustrielobbyistin kann ich nur so verstehen:
Bitte raucht so viel ihr könnt, aber sterbt am Rauchen nicht statistik- oder medienwirksam!
.. und dürfen Lobbyisten auf der SZ eigentlich 24x7 sprechen?
Dieser Satz alleine zeigt, wessen Geistes Kind die Dame ist.
Es ist weder Aufgabe noch Pflicht des Staates, Drogenmissbrauch zu fördern, zu unterstützen oder zu schützen. Niemand muss rauchen. Daher ist die Diskussion überflüssig. Wer dennoch raucht, muss mit den Konsequenzen eben leben oder aufhören.
Aus meiner Sicht gibt es nicht den geringsten Grund, auf Raucher in irgendeiner Form mehr Rücksicht zu nehmen, als auf Alkoholkranke, Heroinabhängige oder Kokser. Im Gegenteil. Rauchen ist keine schutzwürdige Handlung. Mit der Verfügbarkeit von Entwöhnungsangeboten ist die Pflicht des Staates und der Gesellschaft gegenüber Rauchern im vollen Umfang erfüllt.
Alleine die Perversion im Denken ist ungeheuerlich. Man denkt darüber nach, wie man auf Raucher Rücksicht nehmen kann, wie man Verbote untwerandern kann, wie man sie aufweichen kann, ob man es dem Raucher zumuten kann, vor der Tür zu rauchen. Bisher ist noch niemand willens oder intelligent genug gewesen, mal die relevanten Fragen zu stellen: Ist es einem nicht rauchenden Menschen zuzumuten, seine Freizeitgestaltung so auszurichten, dass er nach rauchfreien Angeboten sucht? Ist es einem nicht rauchen Menschen zuzumuten, sich in einem verqualmten Raum aufzuhalten? Ist es einem Menschen überhaupt zuzumuten, die Belästigung hinzunehmen, die ein Drogenabhängiger aus niederen Beweggründen (Suchtbefriedigung) verursacht?
Nein. Ist es nicht. Genaugenommen nicht einmal im Freien. Es gibt auch keinen rechtlichen Anspruch darauf, überall und jederzeit rauchen zu dürfen. Die Freiheit endet nämlich, wo die Rechte Dritter verletzt werden.
Das Theater ist grotesk. Rauchverbote sind logisch, überfällig und nicht verhandelbar. Wer raucht kann aufhören oder muss damit leben. Einfache Sache. Wenn es jemand anders sieht, dann soll er bitte auch Kotzeimer für Alkoholkranke, Spiegeltische für Kokser und Spritzensets für Heroinabhängige fordern. Das wäre zwar genauso dumm, aber wenigstens konsequent.
Wer daran glaubt, dass der neue alte VdC nun ein Club von Menschenfreunden ist - vielleicht, weil eine Grüne da im Chefsessel sitzt - der glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte der Nikotinlobby. Der ist in den letzten Monaten subversiv und mit Guerilla-Taktiken verteidigt worden und nach den ersten Erosionstendenzen bei den Gesetzen, macht man es eben wieder offen und versucht sich durch eine Grüne einen feinen Anstrich zu verleihen. Man sollte sich aber keinen Illusionen hingeben - Ziel des Verbandes der Cigarettenindustrie ist es ganz klar, dass die Nikotinlobby weiterhin gewerbsmäßig süchtig machen kann, dass keine Milliarden-Schadenersatzforderungen der Regierung auf sie zukommen und das man möglichst die Gesetze noch weiter aufweicht.
Wäre der Verband daran interessiert, dass auch nur ein Raucher mit dem Rauchen aufhört oder wäre es diesem Verband mit den vorgegaukelten Zielen ernst, würden die angeschlossenen Unternehmen keine Zigaretten mehr produzieren oder vertreiben.
Der VdC kann schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht das geringste Interesse daran haben, dass weniger geraucht wird, die Verbote ausgedehnt oder gar nur aufrecht erhalten werden. Man sollte sich da keinen Illusionen hingeben. Denen geht es darum, möglichst viele Zigaretten an die Frau, die Kinder, die Männer zu bringen und möglichst viele süchtige Kunden zu haben - um nichts anderes geht es denen. Vielleicht noch darum, dass sie trotz dieses widerwärtigen Geschäftsmodells noch ein "gutes Standing" in der Öffentlichkeit erhalten.
Eigentlich keiner. Und Bürger sind es doch, die das Parlament wählen. Meistens benutzen
die Abzocker mit Mandat, dasselbe nur als Vehikel um als Lobbyist in der Wirtschaft nochmal richtig abzusahnen. Reicht es dafür nicht, geht man ins Europaparlament nach
Brüssel. Dort klingen die Kassen fett und steuerfrei.
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