Liste systemrelevanter Banken Deutsche Bank ist "too big to fail"

Ihr Zusammenbruch könnte die Weltwirtschaft gefährden: Die Deutsche Bank gilt nach Einschätzung des Finanzstabilitätsrats als eine der vier wichtigsten Banken der Welt. Deshalb muss sie ihr Eigenkapital erhöhen. Eine wirksame Strategie im Fall einer Insolvenz gibt es nach Ansicht von Bundesbank-Vorstandsmitglied Dombret aber immer noch nicht.

Die Deutsche Bank gehört nach Einschätzung der Aufsichtsbehörden zu den vier Banken, deren Zusammenbruch das weltweite Finanzsystem am stärksten gefährden würde. Das geht aus der aktualisierten Liste der systemrelevanten Banken hervor, die der Finanzstabilitätsrat (FSB) in Basel veröffentlichte (PDF).

Der deutsche Branchenprimus müsste damit von 2016 an einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von 2,5 Prozent aufbauen, so dass er 2019 auf eine Mindestausstattung von 9,5 Prozent Grundkapital und Gewinnrücklagen kommen müsste. In die gleiche Kategorie wie die Deutsche Bank wurden die US-Banken Citigroup und JP Morgan Chase sowie die britische HSBC eingestuft - vier Institute, die Investmentbanking und Privatkundengeschäft betreiben.

Die Insolvenz einer dieser Banken könnte die Weltwirtschaft nur schwer verkraften. "Wir haben bis heute keine echte Lösung für Banken, die zu groß sind, als dass der Staat sie einfach insolvent gehen lassen könnte", sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret der Welt. Zwar sei ein erheblicher Teil der Reformagenda abgearbeitet, doch liege man insgesamt weit hinter dem Zeitplan zurück. "Um ehrlich zu sein: Auf den Zusammenbruch einer großen Bank sind wir heute kaum besser vorbereitet als vor der Finanzkrise."

Insgesamt stuft der FSB noch 28 Banken als global systemrelevant ein, eine weniger als vor einem Jahr. Nicht mehr dazu gehört unter anderem das zweitgrößte deutsche Geldinstitut, die Commerzbank, die ihre Bilanzsumme und die Risiken stark reduziert hat.

Der Verlust des "Too big to fail"-Status bedeutet für die Commerzbank zwar einen Prestigeverlust. Zugleich ist das aber eine große Erleichterung. Denn damit dürften künftig weniger strenge Anforderungen für sie gelten. Die als systemrelevant eingestuften Banken müssen voraussichtlich einen zusätzlichen Kapitalpuffer von bis zu 2,5 Prozent auf ihre Risikoposition aufbauen.

Die Commerzbank hatte erst zu Jahresbeginn in einem schmerzhaften Prozess ihr Eigenkapital auf Geheiß der europäischen Bankenaufsicht EBA kräftig steigern müssen. Als nicht mehr systemrelevante Bank dürfte nun der Druck zu weiteren Schritten geringer sein.

Ebenfalls nicht mehr zu den systemrelevanten Banken gehören die in der Abwicklung steckende belgisch-französische Bank Dexia und die britische Lloyds. Neu hinzu gekommen sind die spanische BBVA und die britische Standard Chartered.