Die Tabakindustrie hat vor einem US-Bundesgericht eine schwere Niederlage erlitten: Mit der Bezeichnung "Light" seien die Raucher jahrzehntelang belogen worden, befand die Richterin. Damit sei jetzt auch in den USA Schluss. In der EU gilt dieses Verbot bereits seit 2003.
Nach einem zweijährigen Prozess haben mehrere große Tabakkonzerne in den USA vor einem Bundesgericht in Washington eine schwere Niederlage erlitten. Die Konzerne hätten die Raucher über Jahrzehnte belogen, befand Richterin Gladys Kessler am Donnerstag (Ortszeit).
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Es sei inzwischen unbestreitbar, dass das Zigaretten-Rauchen Krankheit und Tod verursache. Irreführende Bezeichnungen wie "Light"- oder "Ultra Light"-Zigaretten dürften daher ab dem 1. Januar 2007 nicht mehr verwendet werden.
Das Justizministerium in Washington zeigte sich "erfreut", bedauerte aber zugleich, dass die Richterin keine Milliarden-Geldstrafe verhängte. Der Konzern Philip Morris und der Mutterkonzern Altria kündigten Revision an, wollten aber zunächst das 1652-Seiten-Urteil im einzelnen überprüfen.
"Nebenwirkungen des Rauchens bestritten"
Die Tabakkonzerne hätten "trotz interner Anerkenntnis der Tatsachen öffentlich über Jahrzehnte die Nebenwirkungen des Rauchens bestritten", urteilte Kessler.
Unter den Beklagten waren neben Philip Morris und Altria auch American Tobacco, British American Tobacco (BAT), Brown and Williamson Tobacco, Lorillard Tobacco, RJ Reynolds Tobacco und mehrere Lobbyisten-Vereinigungen.
Den Beklagten wurde "auf Dauer untersagt", auf den Verpackungen von Zigaretten oder in der Werbung ab dem kommenden Jahreswechsel irgendwelche Botschaften unterzubringen, die eine positive Auswirkung des Rauchens auf die Gesundheit nahelegen würden. Sie dürfen Angaben wie "wenig Teer" oder "natürlich" nicht mehr verwenden.
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