Bei der letzten Hauptversammlung von Aventis als eigenständigem Pharmakonzern hat der scheidende Konzernchef Landau versucht, die Aktionäre vor dem Zusammenschluss mit Sanofi zu beruhigen. Seine Abfindung in zweistelliger Millionenhöhe rechtfertigte er.
Landau gestand ein, "vielleicht geschlafen" und trotz entsprechender Hinweise "an eine Übernahme nicht geglaubt" zu haben. "Wir wollten keinen Zusammenschluss."
Igor Landau bei der Aventis-Hauptversammlung in Straßburg. (© Foto: dpa)
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Nach der Aufbesserung des Angebots, der Erhöhung des Baranteils und einem Entgegenkommen von Sanofi in strategischen Fragen sowie bei der Besetzung der Spitzengremien habe man aber keine andere Wahl mehr gehabt, weil Novartis kein konkretes Gegenangebot vorgelegt habe.
Landau äußerte die Hoffnung, nach einer Fusion, bei der die Aventis-Aktionäre 49 Prozent der Anteile halten sollen, "ein neues Kapitel, nicht das Ende von Aventis" einzuleiten. Die Chancen seien größer als die Risiken.
"Gut gefüllte Pipeline"
Die beiden Unternehmen verfügten über eine solide Position auf den wichtigsten Märkten und eine gut gefüllte Pipeline mit viel versprechenden Produkten. Im ersten Quartal 2004 steigerte Aventis den Umsatz um 7,1 Prozent auf 4,03 Milliarden Euro.
Kritische Fragen stellten vor allem die deutschen Aktionäre, deren Anteil in zwei Jahren von 12 auf 7,8 Prozent zurückging. Viele der überwiegend älteren Anteilseigner - in den meisten Fällen frühere Hoechst-Mitarbeiter - zeigten sich "wütend und traurig" über die Zerschlagung ihres früheren Unternehmens.
"Ich finde es zum Kotzen, wie wir hier behandelt wurden und wie unser Unternehmen hier behandelt wird", sagte Kleinaktionär Rudolf Nowack zur Süddeutschen Zeitung. Die Schuld sieht er bei dem früheren Hoechst-Chef und jetzigen Aventis-Aufsichtsratschef Jürgen Dormann.
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