Was kommt nach der großen Krise? Die Welt hat ein paar wertvolle Lehren gezogen, allerdings zu einem hohen Preis.
Das Beste, was über 2009 gesagt werden kann, ist: Es hätte schlimmer kommen können. Es gelang uns, von dem Abgrund zurückzuweichen, an dem wir uns Ende 2008 befanden, und 2010 wird für die meisten Länder ziemlich sicher besser werden.
Händler an der Terminbörse Chicago Mercantile Exchange: Die erste Lehre aus der Finanzkrise ist, dass Märkte sich nicht selbst korrigieren. Ohne angemessene Regulierung tendieren sie vielmehr zum Exzess. (© Foto: Reuters)
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Die Welt hat zwar ein paar wertvolle Lehren gezogen, aber zu einem hohen Preis, was den gegenwärtigen und zukünftigen Wohlstand betrifft - ein unnötig hoher Preis, zumal diese Lehren eigentlich schon früher hätten gezogen werden können.
Die erste Lehre ist, dass Märkte sich nicht selbst korrigieren. Ohne angemessene Regulierung tendieren sie vielmehr zum Exzess. Im Jahr 2009 wird uns wieder einmal klar, warum Adam Smiths unsichtbare Hand oft unsichtbar bleibt: weil es sie gar nicht gibt.
Mittel der Armen zu den Reichen dirigiert
Das eigennützige Streben der Banker führte eben nicht zum Wohl der Gemeinschaft, es war nicht einmal für Aktionäre von Nutzen. Ganz sicher nichts davon hatten die Hausbesitzer, die ihr Heim verloren; Arbeitnehmer, die ihre Jobs einbüßten; Rentner, die zusehen mussten, wie sich ihre Altersvorsorge in Luft auflöste oder die Steuerzahler, die Hunderte Milliarden Dollar zur Rettung der Banken zahlen mussten.
Angesichts des drohenden Zusammenbruchs des ganzen Systems wurde das Sicherheitsnetz des Staates - das eigentlich für Menschen in Not gedacht ist - generös auf Banken, dann auf Versicherungen, Autohersteller, ja sogar auf Autokreditfirmen erweitert. Noch nie wurde derart viel Geld von so vielen Menschen zu so wenigen umgeleitet.
Normalerweise nehmen wir an, dass der Staat das Geld von den Reichen zu den Armen umverteilt. In diesem Fall aber wurden die Mittel der Armen und Durchschnittsverdiener zu den Reichen dirigiert.
Anteile an staatlichen Geschenken
Sie mussten genau jenen Institutionen Geld zukommen lassen, von denen sie vorher jahrelang abgezockt wurden - durch räuberische Kreditvergabe, Wucherzinsen bei Kreditkarten und undurchsichtige Gebühren. Und dann mussten die Steuerzahler auch noch zusehen, wie ihr Geld benutzt wurde, exorbitante Boni und Dividenden auszuzahlen. Dividenden sind eigentlich Anteile am Gewinn, in diesem Fall waren sie einfach Anteile an staatlichen Geschenken.
Die Bankenrettung enthüllte die allumfassende Heuchelei. Diejenigen, die unter Hinweis auf den Staatsetat Zurückhaltung gepredigt hatten, als es um kleine Sozialprogramme für die Armen ging, forderten nun lautstark das größte Sozialprogramm der Welt. Diejenigen, die der Tugend der "Transparenz" das Wort redeten, schufen letztlich ein so undurchschaubares Finanzsystem, dass die Banker nicht einmal mehr ihre eigenen Bilanzen verstanden.
Schuldenerlass für den Finanzsektor
Und dann wurde auch noch der Staat in immer undurchsichtigere Formen der Bankenrettung gedrängt, um so zu vertuschen, dass es um Geschenke für die Banken ging. Diejenigen, die von "Rechenschaftspflicht" und "Verantwortung" gesprochen hatten, wollten nun den Schuldenerlass für den Finanzsektor.
Zum zweiten haben wir gelernt, warum Märkte oft nicht so funktionieren, wie sie sollten. Für Marktversagen gibt es viele Gründe. In diesem Fall waren es perverse Anreiz-System bei Kreditinstituten, die zu groß sind, um sie scheitern zu lassen.
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DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Die Präsentation kommt gegen Ende auf GM und Opel zu sprechen und behauptet der Autokonzern hätte letztlich zugestimmt seine deutsche Tochter an den Zulieferer Magna zu verkaufen. Das ist so leider längst nicht mehr aktuell. Vielmehr hat GM seine Verkaufsabsichten beim kleinsten Anzeichen einer Besserung der eigenen Finanzsituation sofort wieder zurück gezogen und damit alle die sich um eine Lösung bemüht haben brüskiert. Aktuellere Präsentationen zu diesem Komplex gibt es z.B. hier: http://www.sueddeutsche.de/app/flash/wirtschaft/slideshow/opel/
Für einen Text der Anfang 2010 veröffentlicht wurde war die Animation auch als Rückblick eher unvollständig da ein lediglich vorübergehender Zustand als quasi Fakt vermittelt wurde. Gerade aus der letztlich heute bekannten Vorläufigkeit ergibt sich doch erst die ganze Tiefe der Krisenhaftigkeit der damaligen Handlungsweise von GM. Für einen in diesem Sektor unbedarften Leser (heute oder z.B. in 30 Jahren) sind solche halben Informationen am Ende dann auch nur einen Bruchteil wert.
Den Kern und historischer Ausgangspunkt der Finanz- und Wachstums-Krise ist die absolutistische Vorherrschaft des 2%Wachstums-Regimes des KAPITALSTOCKMAXIMIERER.
Das Subprime-Hypo-Projekt war eine Wachstumsförderungs-Projekt, das von den vorangehenden US-Regierungen generalstabsmäßig geplant wurde. Die us-Hypobanken wie Freddi Max wurden von den Regierungen zur Subprime-Hypotheken-Vergabe gezwungen. Die KREATIVEN Finanzmarkt-Ingenieure der Wall Street steigen in deises Wachstumsprojekt nur später ein. Man lese dazu Kurt Biedenkopfs Aussagen im SPIEGEL-Interview v. 27.7.2009.
Auch wenn alle anderne Fachleute den Namen des TOP-Monsters verschweigen, wird die Krise bei der Lehre ankommen: das 2%Wachstumszwang-Monster zu töten.
von der SZ im Sylvestergetöns vergraben wurde.
Sollte nämlich eine Pflichtlektüre für die SZ-Wirtschaftsredaktion und besonders ihren Leiter, Marc Beise, sein.
Schlußfolgerung.
"Die erste Lehre ist, dass Märkte sich nicht selbst korrigieren. Ohne angemessene Regulierung tendieren sie vielmehr zum Exzess"
Die Herren sollten sich mal einen PID Regler ansehen. Wenn Märkte über- und untertreiben, dann ist das eine Schwingung. Schwingungen kann man technisch relativ leicht verhindern, in dem der Proportionalwert herabgesetzt wird - also die Menge Geld, die rein spekulativ in das Casino fließt. Auch eine Begrenzung des I und D Anteils im Regler auf in Summe 100% Stellwert macht Sinn um Schwingungen zu vermeiden und einen stabilen Betrieb sicherzustellen. Wie hoch war noch gleich die Summe aller gehandelten Derivate im Relation zum Gesamtwert?
Mir deucht, ein Semester Regeltechnik würde der Politik ausreichend Ideen geben um das Finanzcasino zu stabilisieren. Der freie Markt ist was feines, aber ohne externen Druck werden die Provisionsgeier sicherlich nicht auf neue "innovative" Finanzprodukte verzichten wollen.
Es wäre wünschenwert, wenn die Süddeutsche Ihren Lesern deutlich machen würde, daß Herr Stiglitz ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler ist und der hier übersetzte Artikel seinen Fokus auf die US-Volkswirtschaft richtet (Stichwort Wucherzinsen und Verbraucherkredite etc.).
Ich mag es verzeihen, die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen übertrifft wieder einmal lediglich zu einem Hauch die örtliche Volkshochschule.
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