Erst Milch, dann Kaffee und Brot - und damit nicht genug. Denn nun zeichnet sich für die Verbraucher abermals ein Preisschub bei Lebensmitteln ab: Auch Fleisch soll teurer werden.
Die Fleischpreise werden nach Ansicht von Marktexperten im kommenden Jahr voraussichtlich steigen. "Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß", sagte der Leiter der Abteilung Vieh und Fleisch bei der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP), Dietmar Weiß.
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Die Bauern machten mit der Schweinehaltung Verluste. Wenn die Produktion eingeschränkt werde, würden die Preise steigen. Zudem seien die Futterkosten höher. Die Preise würden aber wohl stetig steigen, anders als bei Milchprodukten.
Auch die Europäische Kommission rechnet mit einem massiven Anstieg der Fleischpreise. Sie macht vor allem die höhere Kosten für Futtermittel dafür verantwortlich. "Wir haben die Konsequenzen für Fleisch aus den gestiegenen Getreidepreisen noch nicht gesehen", sagte EU- Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel der Financial Times Deutschland.
"Sehr getreideintensiv"
"Aber es ist offensichtlich, dass man bei Geflügel die Preise steigen sehen sollte. Auch bei Schweinefleisch." Fischer Boel sagte, besonders der Preis von Hühnerfleisch wäre betroffen, weil die Produktion "sehr getreideintensiv" sei.
Sollten die Getreidepreise auf dem derzeitigen Niveau verharren, droht nach internen Berechnungen der EU-Kommission 2008 ein Plus bei Geflügel von zehn Prozent, hieß es. Bei dem auch von anderen Faktoren getriebenen Schweinepreis wären es sogar 30 Prozent. Am wenigsten betroffen wäre Rindfleisch, das nur sieben Prozent teurer würde.
"Viele der Produzenten arbeiten mit Langfristverträgen, deswegen sind die Folgen (des teureren Getreides) noch nicht zutage getreten", sagte Fischer Boel.
Leere Lager
Steigende Preise und leere Lager in Europa seien eine Situation, für die die EU vorbauen sollte. "Wir müssen eine komplett neue Situation in unsere Überlegungen einbeziehen", sagte die EU- Kommissarin.
Sie wolle in den kommenden Wochen eine Diskussion darüber führen, ob Europa Notlager für einige Getreidesorten braucht. Ähnlich der Ölreserven, die jeder EU-Mitgliedsstaat vorhalten muss, könne so etwas auch für Getreide nötig sein.
(dpa)
Gysi gegen Lafontaine
Da zeigt sich das der Kapitalismus ein Schmarren ist und die "Selbstregulation des Marktes zugunsten des Verbrauchers" ein Märchen. Das Ziel ist die Bildung von Monopolen auf der Basis eines gnadenlosen Verdrängungswettbewerbs. Der Marx Karl hat Recht! Ist ein solches errreicht schießen die Preise in die Höhe und der Monopolist quetscht heraus, was nur immer geht. Teilweise ist der Verbraucher selber schuld, weil er mit seiner Geiz-ist-Geil-Mentalität die Herausbildung einer industriellen Landwirtschaft erzwungen hat, die jetzt immer mehr unter das Preisdiktat einiger weniger Groß-Discounter gerät.
Hinter der Misere steckt die verwerfliche Haltung aller, nicht zu würdigen, dass eine jede Arbeit ihres Lohnes wert sein müsse. Ob dem Arbeitnehmer nun die Steigerung des Reallohnes - inzwischen schon schon über zehn Jahre lang- verweigert wird, oder den Bauern die längst überfällige Anerkennung ihrer Leistung, ist einerlei. Hier wirkt das üble Prinzip, ein jeder sei sich selber der nächste. Es entpuppt sich gerade als der Schaden aller.
Die maßlose Zockerei an den Börsen, die den Mehrwert der Wertschöpfung immer stärker absaugt und die Menschen auf allen Ebenen um ihren Arbeitsertrag bringt, tut ihr Übriges.
Bleibt zu hoffen, dass dieses pefide System recht bald an sich selber ersticken möge.
Grundsätzlich bin ich ganz ihrer Meinung - aber, ich würde sagen, auch die Verbraucher sind mitschuld, nicht aber ausschließlich.
Sie und ich, wir können es uns offensichtlich noch leisten, beim Erzeuger einzukaufen. Das können inzwischen, in unserem Lande, nicht mehr alle.
Und was die Erzeuger betrifft:
Kleines Beispiel aus meiner Nachbarschaft. Die Kartoffeln werden heute ja maschinell geerntet, offensichtlich sehr schlampig. Auf den äckern liegen daher zig-Zenter ungeerntet herum und verfaulen da. Viele, wie ich, die es sich leisten können, ihre Kartoffeln zu kaufen, klauben sie von den äckern auf, weil sie es nicht sehen können, daß diese Lebensmittel dort verfaulen, während in der Welt Millionen hungern. Die Erzeuger könnten doch diese überreste, unentgeltlich, denen zur Verfügung stellen, die es nicht so dicke haben, aber nein, lieber würden sie diese äcker noch mit Stacheldraht einzäunen.
Und der nicht so wohlhabende Bürger, der, ihrer Meinung nach, lieber beim Erzeuger einkaufen sollte. Wie kommt der, z.B. von der Stadt aufs Land - wenn er sich heute langsam schon gar kein Auto mehr leisten kann. Eine Frage der Organisation - werden sie jetzt entgegnen.
Ich liebe die freie marktwirtschaft - deshalb bin ich jetzt so frei, und boykottiere die Herren Albrecht, Schwarz usw. und lebe jetzt eine Weile von meinen Vorräten......
@Betonpaul:
Der kleine Einzelhandel wurde von den Kunden kaputt gemacht, die es nicht billig genug sein konnte. Keiner hatte sie dazu gezwungen, bei den Discountern einzukaufen.
Sie haben wenig von der Problematik verstanden!
Also ich musste bissher noch niemals hungern und ich denke das wird sich zukünftig auch nicht ändern. Ob ich jetzt 5 Euro fürn Kilo Pute bezahle oder 6,50 ist doch ehrlich gesagt wurscht. Die Fleischpreise in Deuschland sind unglaublich günstig - da ist das Brot ja fast teurer. Und wenn wir mal von dem neuen Trend XXXL Restaurants absehen und uns nicht mehr der Völlerei versündigen kann man und wird man in Deutschland weiterhin gesund, ausgewogen, reichhaltig und günstig essen können - egal ob Hartz 4 oder CEO.
PS: Ich brat mir jetzt ein Schnitzel ;)
Paging