Einen Ausverkauf der Milch wird es in Deutschland nicht geben, denn es gibt viel zu viele Turbo-Kühe.
Bei jedem Einkauf im nahegelegenen Supermarkt bietet sich das gleiche Bild: Im Land des Überflusses und der Völlerei ist die Auswahl an Milch und Milchprodukten groß. Zu groß. Und selbst wenn die Fernsehbilder von Landwirten, die mit Milch ihre Felder düngen, wütend machen: Ändern wird sich die von den Landwirten selbst mitverschuldete Situation vorerst nicht. Dafür müsste sich das System radikal wandeln.
Die Milch wird knapp, sagen die Bauern - doch die Regale sind trotz des Boykotts noch gut gefüllt. (© Foto: dpa)
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In absehbarer Zeit - vielleicht in wenigen Tagen, vielleicht in mehreren Wochen - werden sich die zänkenden Landwirte und Molkereien auf einen höheren Milchpreis einigen. Es wird wie immer ein Kompromiss werden: Mehr als die derzeit gezahlten 28 bis 35 Cent je Liter, aber nicht die von den Landwirten geforderten 43 Cent. Das ist wie bei jeder Tarifrunde: In der Mitte liegt die Lösung, mit der beide Parteien dann die nächste Zeit leben müssen. Meistens mehr schlecht als recht.
Grundsätzlich ändern wird sich die Misere der Landwirte trotz eines höheren Milchpreises aber nicht. Denn das komplette System kränkelt - und das haben die Milchbauern mit zu verantworten.
Irgendwann auf dem Weg in das dritte Jahrtausend ist den Landwirten die ihren Berufsstand charakterisierende Solidarität abhanden gekommen. Kalbte früher eine Kuh, war die Nachbarschaft zur Stelle und half. Jede Hand war nötig, um dem Jungtier auf die Welt zu helfen. Hatte sich das Kalb vom Geburtsschock erholt und stand erst einmal auf eigenen Beinen im Stall, war die Nachbarschaft zufrieden. Das ist geschafft, dachte man sich, und die anschließende Feier glich fast dem Familienidyll einer Säuglingstaufe. Kühe hatten zu dem Zeitpunkt noch Namen, keine im Ohr festgetackerte Nummer.
Heute hingegen dominieren knallhart kalkulierende Betriebe die Agrarszene. Die auf maximale Milchleistung gezüchtete Hochleistungskuh gilt als sehr empfindlich. Fremde Personen im Stall machen das Tier nervös - das wirkt sich negativ auf die Milchpoduktion aus und ist daher unerwünscht. Nicht zum landwirtschaftlichen Betrieb zählende Personen kommen nicht in den Stall. Weidegang? Die wenigsten Milchbauern gönnen ihren Tieren diesen Frischluft-Luxus.
Die Durchschnittskuh wird heutzutage gerade einmal vier Jahre alt. Auch das zeigt: Das ganze landwirtschaftliche System ist krank. Euterentzündungen infolge des ständigen Melkens oder Probleme mit den Klauen kann sich kein Landwirt mehr leisten. Lieber wird das Tier flugs zum Schlachter gebracht - das ist günstiger als jede Tierarzt-Rechnung.
Lesen Sie weiter, warum das Milchpreisproblem hausgemacht ist.
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Demonstrationen in Hamburg
Die Dosis macht das Gift und mäßig, aber regelmäßig sich von allen Lebensmittel-Produkten, einschließlich Milch-Produkten zu ernähren steigert die Lebens-Lust und --Energie.
Veganer verstehen nicht lustvoll zu leben, deshalb dieses spartanische Sektierertum.
Ein »gutes Gewissen« wäre nicht das einzige, was der Verzicht auf Kuhmilch, Käse, Joghurt, Quark & Co. mit sich bringt. Auch die Gesundheit profitiert davon. Nicht nur, dass Veganer bei Vergleichen mit Mischköstlern rundherum signifikant bessere Werte aufweisen. Aktuelle Studien zeigen deutliche Zusammenhänge zwischen Milchkonsum und Krankheiten wie Rheuma, Prostatakrebs und Osteoporose. Ganz zu schweigen von ungesunden Bestandteilen in der Milch wie fremdes Cholesterin, tierliche Fetten, Rückstände von Antibiotika und anderen Medikamenten.
Die Lösung wäre doch eine grundlegende Überarbeitung der geltenden Subventionspraxis! Die größten Profiteure sind doch zur Zeit Großgrundbauern a la Ex-LPG in den ostdeutschen Bundesländern, die königliche Familie in England usw.
Kleinbauern profitieren zwar auch von den Flächenprämien - aber eben nur zu einem weit geringeren Anteil!
Genauso kommt das doch jetzt mit den "zwangsweise erhöhten" Milchpreisen (die Mittel wie Boykott von Molkereien & schlichtes Vernichten von Milch - mit Inkaufnahme von schweren Umweltschäden: Fischsterben, Umkippen von Kläranlagen & somit Gewässerbelastung - lassen im Übrigen auf die Qualität deren sachlicher Argumente schließen die mir ohnehin fehlen in der ganzen Debatte): Hauptprofiteure davon sind doch wieder die Großbetriebe, die damit (noch höhere) "Übergewinne" machen werden (deren Produktionskosten liegen bei ca. 20 Cent)! Und das alles gefördert vom "einfachen" Verbraucher, der (von Inflationszahlen von 3,5% laut Statistik & von einer weitaus höheren gefühlten Inflation) ohnehin geschröpft wird ohne Ende!
Ich würde gerne "reine Biomilch" kaufen - mit dem reinen Gewissen, daß sie von Kühen stammt, die auf einer grünen Weide grasen können. Das ist ja auch das Landschaftsbild, das mir erhaltenswürdig (bzw. wieder erstrebenswert, da es ja kaum noch vorkommt :/) erscheint! Und da sollte die EU ansetzen, wenn sie das Agrarsubventionen-System überhaupt weiterführen will!
Ich empfinde jegliche Subventionen und auch die Milchquote als vollkommenen Schwachsinn. Das mag hart klingen, aber wenn es eben zu viel Milch in Europa gibt, oder man davon nicht leben kann, dann muß sich Bauer eben was anderes einfallen lassen.
In Neuseeland zB funktioniert das mittlerweile ganz wunderbar: Alle Subventionen wurden abgeschafft und heute züchten die Bauern Rotwild, Lamas und Strausse...
Also nicht so viel jammern sondern umorientieren.
Die Autorien dieses Artikels schneidet schon so manche Argumente an, die nahe an die Realität gehen dürften. Doch letztlich bleibt das Ganze eine Debatte im Nebel :/
Das, was von Bauerseite (BDM & Co.) z.Zt. an Argumenten geliefert wird, ist doch nur die halbe Wahrheit!
Über Subventionen (die ja mit Sicherheit einen bedeutenden Anteil an den Einkünften von Bauern haben) redet kein Mensch. Legt endlich mal offen, wie Eure tatsächliche Kalkulation aussieht:
Kosten der Produktion eines Liters Milch VS. Erlöse (z.Zt. eben laut Medien 27 - 35 Cent) + (nicht zu vergessen) EU-Subventionen!
Und über dieses "kleine Plus" schweigen sich alle aus :/ Das ist Verdummung der Verbraucher hoch drei! Die aktuellen Umfragen (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/845/178302/) zeigen, wie weit das schon vorangeschritten ist. Als ob der Durchschnittsdeutsche auch nur einen übrig hätte, um die wohl größten deutschen Grundbesitzer (neben der Kirche) zu unterstützen?!
Dabei werden die Landwirte dem Einzelhandel immer vor, er würde die Verbraucher verdummen & so versuchen, sie auf ihre Seite zu bringen. Offen gesagt: mir als Wirtschaft'ler erscheinen die Argumente des Einzelhandels um einiges plausibler als die der Bauern!
Was bringt es schon, wenn jetzt die Einzelhandelsketten hergehen & den Preis um 10 Cent erhöhen?
1. Für wie lange bleibt dieser erhöhte Preis (also dann 71 Cent anstatt 61 Cent/l wie seit der Preissenkung am 21.4.) bestehen? Ist das dann ein "Fixpreis"? Wird sich der Einzelhandel nie mehr an eine Anpassung dieses Preises wagen- getreu dem Motto: Angebot & Nachfrage was solls? Der faire Preis steht über allem!
2. Wird eine Preiserhöhung nicht wieder zu einem Nachfragerückgang führen? Was uns die Preisrunden 2007 gezeigt haben: die Nachfrageelastizität bei Milch ist obwohl es ein Grundnahrungsmittel ist & schwer zu substituieren nicht null! Die Nachfrage ging offenbar- deutlich zurück und gleichzeitig stieg das Angebot, was mich zu 3. führt:
3. Werden nun nicht wieder viele Landwirte ihre
Leider wurden bisher nirgends konkrete Zahlen veröffentlicht. Das ist schade, weil so der Verbraucher im Dunkeln tappt. Und offenbar tun dies auch die Medien!? Oder werden da etwa ganz gezielt nur Informationen gestreut, die dem Frieden im Lande dienen?
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FORTSETZUNG FOLGT...
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