Eigentlich wollte die Bundesregierung die Lkw-Maut ändern und Stinker stärker zur Kasse bitten. Nun wollen einige Länder die Reform verschieben - Verkehrsminister Tiefensee ist entsetzt.
Aus Angst um das Spediteurgewerbe wollen mehrere Bundesländer die geplante Erhöhung der Lkw-Maut im Bundesrat stoppen. Angesichts gestiegener Dieselkosten sei eine höhere Maut zum jetzigen Zeitpunkt nicht zumutbar, sagte Saarlands Wirtschaftsminister Joachim Rippel der Süddeutschen Zeitung. Die Bundesregierung will an der Erhöhung festhalten.
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Wann kommt die Maut-Reform? Wenn es nach einigen Länder-Verkehrsministern geht, dauert es noch ein wenig. (© Foto: dpa)
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Die Länder könnten das Vorhaben nun Mitte September im Bundesrat zu Fall bringen. Neben dem Saarland haben sich auch Bayern und Sachsen-Anhalt dafür ausgesprochen, die Erhöhung zunächst um ein Jahr zu verschieben. "Ich bin zuversichtlich, dass unser Vorstoß für eine Verschiebung der Erhöhung auf 2010 im Bundesrat eine breite Mehrheit finden wird", sagte Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller (CSU) dem Handelsblatt. In zwei Wochen wollen die Länderminister bei einem Treffen in Berlin ihr Verhalten abstimmen.
Maut stärker staffeln
Die Bundesregierung hatte der höheren Lkw-Maut im Rahmen ihres zweiten Klimapakets Mitte Juni zugestimmt. Demnach soll die Maut künftig deutlich stärker nach Schadstoffklassen gestaffelt sein; schwere Lastwagen mit hohem Schadstoffausstoß sollen doppelt so viel zahlen wie jene, die der modernsten Norm Euro 5 entsprechen. Damit, so rechnete das Bundesverkehrsministerium vor, werde die Maut von durchschnittlich 15 auf 16,3 Cent je Kilometer ansteigen. Bei der Anschaffung moderner Lkws sollten die Unternehmen zudem unterstützt werden. Schon damals hatte die Unionsfraktion auf eine Verschiebung gedrängt, konnte sich aber nicht durchsetzen.
In den Ländern wachsen nun die Zweifel, ob die Erhöhung die Spediteure nicht teurer zu stehen kommt als gedacht. Bei der Berechnung der neuen Durchschnittssätze war das Verkehrsministerium von einer vergleichsweise schadstoffarmen Flotte ausgegangen. Entsprechend niedrig wäre die Maut im Schnitt. "Hier wird bei der Berechnung vorausgesetzt, dass sich alles schon im Optimum bewegt", sagte Saarlands Wirtschaftsminister Joachim Rippel (CDU). "So kann man nicht rechnen." Zudem werde die ohnehin angespannte Lage der Branche noch verschärft. Die Situation sei zur Zeit "besonders ungünstig", eine Verschiebung geboten. Auch Niedersachsen fordert zumindest eine zusätzliche Entlastung des Gewerbes. Sonst bleibe nur das "Instrument der Ablehnung".
Vor allem kleinere Fuhrunternernehmen brechen derzeit reihenweise unter hohen Energiepreisen zusammen. "Die Lage im Gewerbe ist katastrophal", sagt Karlheinz Schmidt, Geschäftsführer des Logistikverbandes BGL. Mit den hohen Treibstoffpreisen habe "das Ausbluten der Branche begonnen". Sollten noch hohe Mautsätze obendrauf kommen, werde das "Tausende von Betriebe und Zehntausende Arbeitsplätze in Deutschland kosten", schreibt Schmidt in einem Brief an die Koalitionsfraktionen.
Geld schon verplant
Sollten sich die Länder durchsetzen, wäre das für Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) ein herber Rückschlag. Die Mauteinnahmen sollten seinen Haushalt erstmals über die Marke von zehn Milliarden Euro heben, entsprechend mehr könnte er in Straßen, Schienenwege und Kanäle stecken. Ursprünglich war der Bund von gut 800 Millionen Euro Mehreinnahmen ausgegangen. In einem Schreiben an die Parlamentarier revidierte er diesen Wert kürzlich nach oben: Demnach könnte die höhere Maut im kommenden Jahr 1,53 Milliarden Euro mehr in die Staatskassen spülen.
Abzüglich von maximal 450 Millionen Euro, die der Bund den Spediteuren als Ausgleich für die Mehrbelastung zahlen würde, blieben immer noch 1,1 Milliarden Euro. Für die nächsten vier Jahre rechnet Tiefensee mit knapp drei Milliarden Euro zusätzlich. Der Vorschlag der Länder sei "verkehrspolitisch und ökonomisch unverantwortlich", heißt es im Verkehrsministerium. "Die Mittel aus der Mauterhöhung werden dringend gebraucht, um einen Verkehrsinfarkt zu verhindern."
Das Argument zieht auch in den Ländern. Nordrhein-Westfalen, ebenfalls unionsgeführt, äußerte sich am Mittwoch zurückhaltend: "Die Verzögerung des Inkrafttretens darf auf keinen Fall zur Folge haben, dass im kommenden Jahr weniger Geld für die Verkehrs-Infrastruktur zur Verfügung steht", sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) der SZ.
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(SZ vom 07.08.2008/tob)
Machtkampf in der Linken
Wenn man den Artikel von Michael Bauchmüller so liest, kann man nur noch in Rage geraten, wegen der Heuchelei im Verkehrsministerium. Vordergründig geht es um den Umweltschutz in Wahrheit will man die Einnahmen erhöhen. Und das ist eine Unverschämtheit par Excellence. Reihenweise kämpfen Spediteure um das nackte Überleben und die Herren in der Politik wollen ihr " gut begründetes Vorhaben" ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen. Wenn es wirklich um die CO² Emissionen gehen würde, hätte man durchaus andere Berechnungsgrundlagen ansetzen können. Das hätte zumindest den Anschein von Ehrlichkeit und Fairnis gehabt. Aber plumper ging es wohl nicht mehr. In diesem Zusammenhang ist es in der Tat erfreulich, dass in den Ländern doch einige realitätsbewusste Personen am Werke sind, die den Unsinn stoppen können und hoffentlich werden.
Eine Maut alleine wird auf den verbraucher umgeleg und trifft ins leere. abgesehen von den Einnahmen des Staates. Eine lenkungswirkung würde kommen, wenn es alternativen gäbe. Aber anstatt Geld aus der maut in Schiene und Fluss zu stcken- wurden mit den Geldern wieder Milliarden in Löcher gestopft. Wir haben keine Schienenwege, also bleibt es beim abkassieren und die lenkungswirkung - weg von der Strasse- bleibt aus.
nehmen wir zum Beispiel . . . die weitgereisten Kunert Socken:
Baumwolle in Afrika produziert, in NordOst-Indien gereingt und gesponnen, irgendwo in Afrika gefärbt, gewaschen und anderswo in Afrika gewirkt, dann endlich ab ins Allgäu, Label drauf und dann europaweit an den Handel ausgeliefert die Socke hat jetzt so um die 30.000 km drauf.
Die inländische Wertschöpfung ist reduziert auf: Label aufkleben, Versand bzw. Transport, Handel.
Früher mal, ziemlich lang her, wurde nur die Baumwolle importiert, der Rest im Allgäu erledigt. Die Arbeitsschritte reinigen, spinnen, färben, waschen und wirken sind in D längst zu teuer deshalb ja auch ausgelagert.
Die Versprechen zur Maut:
Eine Mauterhöhung wird die Transporte nicht verringern allenfalls den Preis der Socke / der Produkte etwas erhöhen. Zum Umweltschutz trägt die Maut auch nicht wirklich bei die Socke reist in D max. 1.000 km. Verlagerung auf die Bahn wie denn? Seit Jahrzehnten werden Privatanschlüsse, Verladerampen, Gütergleise, Güterhallen abgebaut . . . just in time ist die Verlagerung der Lager auf die Strasse das geht mit der Bahn kaum. Die Maut soll die Modernisierung des Fuhrparks befördern . . . aha. Dafür gibts Fördermittel als Zuckerl. Nur, die geplanten Fördermittel reichen nicht weil, welch Überraschung, der Fuhrpark insgesamt doch älter ist als angenommen da fällt mir ein, da war doch was aus dem Hause Gabriel-Biosprit-beimengung schon da war der Fuhrpark älter als gedacht. Strassenausbau und erhalt - nun Kfz-, Mineralöl-, Ökosteuer und Maut fließen jetzt schon so reichlich, dass das viele Geld für vorgenannten Zweck gar nicht aufgebraucht werden kann.
Was bleibt? Die Erhöhung . . . und damit mehr Geld zum . . . oder für . . .
Wer hat nach der PKW Maut gerufen?? Doch Sie, wenn Sie die Ungerechtigkeit ansprechen, dass Ausländer hier keine zahlen, wohl aber wir in deren Ländern.
Hinzu kommt die Ungerechtigkeit, dass die Nachbarländer dafür günstigeren Treibstoff anbieten können und somit vom Tanktourismus profitieren, während hier die Tankstellen in Grenznähe dicht machen können.
Der PKW Maut Vorschlag von Beckstein hätte diese beiden Probleme, wenn nicht beseitigt, so doch zumindest abgemildert.
Wenn die Umsetzung dann noch so ist, dass man ohne staubildende Zahlstationen auskommt, hätte ich nichts dagegen. Ab 10000 km Fahrleistung pro Jahr wäre das ganze kostenneutral, so dass die meisten dabei sogar profitieren dürften.
Natürlich kann der Bürger den Minister nicht abwählen. Ich ging davon aus, dass das so verstanden wird. Egal. Aber warum rufen Sie denn nach einer PKW Maut? Das brauchen Sie nur noch zweimal machen und dann kommt der Minister Ihrem Wunsch nach. Auf vielfachen Wunsch einiger Bürger, denen KfZ Steuer, Ökosteuer, 19% auf Kraftstoff bzw. der staatliche Anteil am Benzinpreis, natürlich ohne einen Finger krumm zu machen oder gar Öl zu besitzen, insgesamt bei gut 80 % !!! liegt. Alles für die Straße und die Rente? Wer das glaubt, zieht seine Hosen mit der Zange an. Nein Deutschland leistet sich 17 Parlamente mit Ministern und Staatssekretären und weiterem Zubehör und das trotz weiter wachsender Verschuldung. Manche Parlamente legen Personell nach der Wahl sogar zu.
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