Von Nicole Meßmer

Die Kosten für den SMS-Versand sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich.

(SZ vom 16.03.02) - Warten an der Bushaltestelle: Der junge Mann mit der Sport- tasche sieht sich die aktuellen Bundesliga- Ergebnisse übers Handy an, die Studentin in Jeans teilt dem zu Hause wartenden Freund per SMS mit, es würde später werden - SMS scheint ein Kommunikationsmittel in jeder Lebenslage zu sein.

SMS-nachricht

SMS aus dem Ausland zu senden kann mehr als doppelt so viel kosten wie aus dem Inland. (© )

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Stolz verkündet die Telekomtochter T-Mobile (D1), dass mehr Deutsche ein Handy besitzen als ein Auto. Folglich lösten Diskussionen um die Ankündigung der Telekom, die Gebühren für netzinterne Kurznachrichten anheben zu wollen, Proteste aus. D1 hatte eine Bereinigung der SMS-Tarife geplant. Überlegt worden war, in Zukunft generell 19 Cent pro Nachricht zu verlangen, egal in welches Netz.

Alte und neue Tarife

Als Reaktion auf die Kritik von Verbraucherschützern und Politikern gibt es bei D1 jedoch weiter die alten Tarife, seit dem erstem Februar parallel zu den neuen. In den neuen Tarifen kostet wie vorgesehen jede SMS 19 Cent, dafür zahlt der Kunde pro Monat 2,81 Euro weniger Grundgebühr. Außerdem kündigte die Telekom an, in Zukunft SMS-Pakete zu verkaufen. Für einen bestimmten Betrag soll dann eine bestimmte Anzahl an SMS zur Verfügung stehen.

Viag Interkom, D2 Vodafone und Quam dementieren Gerüchte, ihre SMS-Preise ebenfalls anheben zu wollen. E-Plus rechnet bislang die alten DM-Preise noch centgenau um. Im Frühjahr sollen dann neue Euro-Tarife auf den Markt kommen.

Preisunterschiede

Die Wahl des günstigsten Anbieters variiert von Nutzer zu Nutzer: D1-Kunden etwa, die im Monat mehr als 25 Kurznachrichten ins eigene Netz versenden, fahren laut dem Mobilfunk-Verbraucherberater Xonio mit den alten Tarifen besser.

Der Tarif Genion Starter von Viag Interkom sowie alle Angebote des Neulings Quam sind, ähnlich wie der neue Telekom Telly Active, "netzblind" und kosten den Handy-Besitzer in jedem Fall 20 Cent pro SMS bei Viag Interkom und 19 Cent bei Quam. Schließt der Viag-Interkom-Neukunde einen Genion-Vertrag online ab, erhält er ein SMS-Freikontingent im Wert von 24 Euro.

Ansonsten gilt bei Viag-Interkom-Verträgen: ab der hundertsten netzinternen Nachricht wird Treue belohnt. Anstatt 12 Cent kostet dann jede netzinterne SMS nur noch zwei Cent. SMS in fremde Netze schlagen mit 20 Cent zu Buche.

Nachricht ins Fremdnetz kommt teuer

Dem gleichen Schema folgen die Verträge Classic und Fun von D2 Vodafone. Die Unterschiede zu anderen Netzbetreibern bewegen sich im dezimalen Cent-Bereich: Bis zur hundertsten SMS 11,7 Cent, danach 1,6 Cent. Nachrichten in fremde Netze kosten 19,8 Cent.

Vorausgesetzt, die richtige Kurzmitteilungszentrale ist eingestellt: Standardmäßig werden SMS über eine Kurznachrichtenzentrale versandt und kosten generell 19,8 Cent. Vom Händler ist die Zentrale mit dreimal Drei am Ende eingestellt.

Bonus für SMS-Fans

Nur Vertragskunden können Nachrichten ins eigene Netz zu Sonderkonditionen verschicken. Sie können im Gerät über "Einstellungen" eine weitere Schaltstelle aktivieren: dreimal die Null am Ende. Aber Vorsicht: Ist die Zentrale Null eingestellt und geht die SMS in ein externes Netz, kostet die Nachricht 29,8 Cent.

E-Plus bietet dem SMS-Liebhaber den Tarif Time&More-Message 50. Dort sind in der monatlichen Grundgebühr von 12,79 Euro 50 SMS bereits enthalten. Privilegiert sind Studenten, Wehrdienstleistende und Auszubildende: Sie erhalten in den Tarifen Time&More zusätzlich zu den enthaltenen Freiminuten ebenfalls 50 Frei-SMS.

Angebot gestrichen

Vorsicht bei SMS aus dem Ausland. Von dort kann die Versendung einer SMS doppelt so viel kosten wie aus dem Inland, wenn nicht mehr. Früher existente Kooperationsangebote sind gestrichen worden: D1-Kunden konnten SMS aus dem französischen Netz der France Télécom Mobile kostenlos verschicken.

T-Mobile erklärt, das wäre ein Angebot der France Telecom Mobile gewesen, das es so nicht mehr gäbe. SMS aus dem Ausland sind deswegen so teuer, weil sowohl die ausländische Telefongesellschaft am Geschäft verdienen will als auch die heimische. Der Preis richtet sich nach den ausländischen Gebühren plus einem Bearbeitungsaufschlag von normalerweise 25 Prozent.

Unverhältnismäßig billige SMS

Dabei kann es zu Kuriositäten kommen wie im Falle Südafrika. Der dort führende Mobilfunkanbieter Vodacom stammt ebenso aus dem Hause Vodafone wie der deutsche Anbieter D2. Eine SMS aus dem südafrikanischen Netz Vodacom kostet den deutschen D2-Kunden 12,5 Cent, weniger als innerhalb Deutschlands. Im Normalfall zahlt der deutsche Netzkunde um die 35 Cent pro SMS aus dem Ausland. Eine Nachricht aus dem spanischen Netz Movistar kostet den D2-Kunden sogar 43, 5 Cent.

Ins Ausland kosten SMS dagegen nach Aussagen der Mobilfunk-Anbieter nicht mehr als in externe deutsche Netze. Die im Ausland empfangene SMS verlangt vom ausländischen Anbieter keinen zusätzlichen Aufwand. Die SMS an die Freundin in Australien ist also nicht teurer als zum Nachbarn, der einen Vertrag eines anderen Netzbetreibers unterschrieben hat.

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