1. Mai im Zeichen der Finanzkrise: Die Gewerkschafter prangern "Geiz und Gier" von Spekulanten an - und fordern, die Finanzmärkte stärker zu regulieren.
Bei den traditionellen Mai-Kundgebungen am Tag der Arbeit haben Gewerkschafter deutlich schärfere Regeln für die Finanzmärkte und eine Transakionssteuer gefordert. DGB-Chef Michael Sommer sagte am Samstag bei der zentralen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Essen: "Wir müssen vorbeugen und den Schamlosen in den Arm fallen." Die nächste Krise gucke schon um die Ecke; eine zweite Krise dieser Art sei nicht beherrschbar und bedrohe letztlich Frieden und Demokratie.
DGB-Chef Sommer kritisiert die "Schamlosigkeit" auf dem Finanzmarkt. (© Foto: dpa)
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Sommer griff vor allem Spekulanten an: Die "Protagonisten von Geiz und Gier" wetteten "gegen ganze Staaten wie Griechenland oder Spanien, sie wetten gegen den Euro, sie wetten letztlich gegen uns". Das sei verantwortungslos und im Grunde kriminell. Jene, die "schamlose Geschäfte" gemacht hätten, müssten jetzt zur Kasse gebeten werden.
Der Vorsitzende der größten Einzelgewerkschaft IG Metall, Berthold Huber, sagte in Frankfurt, bis heute seien die Krisenursachen nicht untersucht und keine Gesetze gegen Finanzmarktspekulationen erlassen worden. "Wer auf der falschen Spur ist, wer als Geisterfahrer noch Vollgas gibt, der provoziert den nächsten Crash."
Verdi-Chef Frank Bsirske beklagte in Hannover, weder eine Reform noch eine Regulierung der Finanzmärkte sei in Sicht. "Bis heute zwingen die Banken ihre Belegschaften, Papiere zu verkaufen, die die Kunden weder haben wollen noch brauchen", sagte Bsirske. Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Klaus Wiesehügel, sagte in Koblenz: "Die Krise hat gezeigt, dass der Markt sich nicht selbst regeln kann und das auch nicht darf." Gleichzeitig warnte er vor einer "marktradikalen Renaissance".
DGB-Chef Sommer verlangte - ebenso wie Huber und Wiesehügel - eine Steuer auf alle Finanztransaktionen. Außerdem müssten die Banken für den bisher schon angerichteten Schaden aufkommen. Dazu reiche die von der Regierung verabschiedete Bankenabgabe bei weitem nicht aus: "Die ist so lächerlich gering, dass sie nicht einmal den Bankrott einer Dorfsparkasse auffangen könnte."
Bundesweit hatten die Gewerkschaften fast 450 Veranstaltungen organisiert. Sie stehen unter dem Motto "Wir gehen vor! Gute Arbeit. Gerechte Löhne. Starker Sozialstaat". Hauptthema war neben der Wirtschaftskrise die Zunahme schlecht bezahlter und unsicherer Beschäftigung.
DGB-Chef Sommer sagte: "Es ist höchste Zeit, dass der Niedriglohnsektor ausgetrocknet und letztendlich abgeschafft wird." Ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro sei da "wahrhaftig nicht zu viel". IG-Metall-Chef Huber setzte sich für eine bessere Absicherung der Arbeitsverhältnisse ein. Nur noch jede dritte offene Stelle sei ein regulärer, sozial geschützter Arbeitsplatz.
Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, forderte eine Wertedebatte "im Interesse der arbeitenden Menschen". Sie müsse geführt werden um Mindestlöhne, das Armutsrisiko bei Kindern und Jugendlichen und darum, "wer in der Wirtschaftskrise den Karren aus dem Dreck zieht", sagte Möllenberg laut einer Mitteilung in Duisburg.
In Frankfurt hatten hunderte Kapitalismuskritiker am Freitagabend mit Bannern und Sprechchören friedlich gegen Kapitalismus und Lohnarbeit demonstriert. Die Veranstalter sprachen von mehr als 1000 Teilnehmern, die Polizei von etwa 400. Ein Bündnis linker Gruppen hatte bundesweit zu der Demonstration unter dem Motto "Endlich wird die Arbeit knapp! Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz - Kapitalismus abwracken!" aufgerufen und wollte sich damit ausdrücklich gegen die Demonstrationen der Gewerkschaften am 1. Mai abgrenzen.
- Gewerkschaften Der Vorrang des Menschen 01.05.2010
- Linke gegen DGB Brandbrief zum 1. Mai 30.04.2010
- Hilfspaket für Griechenland Strippenzieher Ackermann 01.05.2010
(dpa/beu)
Gysi gegen Lafontaine
Bei aller liebe zu der Gewerkschaft sollten sie die "Kirche im Dorf lassen"! -Attacke?
Unter fast jedem Sklaven Tarifvertrag der Leiharbeit stehen die Unterschriften der Gewerkschaften und des DGB`s um die EU "Equal Pay" Vorlagen zu unterlaufen(wenn ein Tarifvertrag besteht brauchen die Arbeitgeber sich nicht an diese Erlasse zu halten!Auch wenn der Tarifvertrag den Arbeitnehmer schlechter stellt!)
Die Gewerkschaften haben den Kontakt zu Leiharbeitern längst verloren,Sie stellten sich in der Praxis als Lohn-Erhalter der Stammbelegschaften heraus und vertreten auch nur diese Interessen!
In den Betrieben werden sie durch "finanzielle Landschaftspflege" der Unternehmer gefügig gemacht.Besonders ist dies bei Unternehmen zu beobachten die nicht im Arbeitgeber Verband sind und einen Haustarifvertrag ihr eigen nennen."Lieber die als wir"steht auf deren Fahne!Die letzte SPD Koalition spielte wohl eine Rolle bei der Zurückhaltung der Gewerkschaften.
Die Jahrzehntelange soziale Stabilität die wir den Gewerkschaften zu verdanken haben steht auf dem Spiel.Dazu gehört,das die Leiharbeit verboten wird und Druck auf die Regierung ausgeübt wird im Bezug auf Hartz 4!Ganze Gesellschaftsschichten sozial aus der Gesellschaft abzuhängen kann und darf sich eine Gesellschaft nicht leisten!Geld für die Bundeswehr,Banken und die Konzern Subventionen(die selber aber trotz besten Gewinn Ergebnis keine Steuern zahlen)ist immer da!
Die Gewerkschaften verspielen ihr Ansehen bei den Arbeitnehmern weil sie sich in den letzten Jahren als Papiertiger erwiesen haben!
Es ist pure Demagogie die Finanzwirtschaft/Anleger usw. für die Krise verantwortlich zu machen.
Ebensogut könnte man behaupten dass die Geier daran schuld sind dass in den Alpen Wildtiere und Almvieh abstürzt nur weil die Geier als Aasfresser davon profitieren.
Tatsache ist: Es ist die Politik (vor allem linke Politik!) welche die aktuelle Situation von Sub-Prime bis Griechenland mit planwirtschaftlich verbilligtem Geld heraufbeschworen hat.
Und jetzt wird noch mal schnell der geldgierige Jude - ä nein - wir sind ja jetzt moderner - der geldgierige Boni-Banker als Sündenbock vorgeführt.
lichtung
manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum !
haben Neue Heimat, BfG und COOP ja deutlich gemacht.
Bei denen gab es auch keine 35 Stunden Woche mit vollem Lohnausgleich.
Spekulationen setzen dann, ein, wenn ein politischer Kurs einen (Euro)Wert unterminiert und unglaubwürdig macht. Jeder weiß, dass Griechenland nur durch Bilanzfälschung ins europäische Währungssystem aufgenommen wurde. Zudem wurde Jahre lang bewusst über die Verhältnisse gelebt. Es sind also staatliche und politische Stellen, die sich Vorwürfe machen lassen müssen. Stattdessen wird private Spekulation verdammt, die allerhöchstens nur eine Folge der staatlichen bewusst gemachten Fehler sind. Aber das passt nicht in die Ideologie der gewekschaftlichen Betonköpfe. Stattdessen wird wieder mehr Verwaltung und Kontrolle gefordert. Fällt denen nie etwas anderes ein, auch wenn die Tatsachen noch so offensichtlich dagegen sprechen? Wir brauchen ideologiefreie Gewerkschaften, die problemorientiert arbeiten und nicht versuchen, alte, fehlgeschlagene Ideologien künstlich zum Leben zu erwecken.