Es ist paradox: Für die Autoindustrie gibt es Zukunftsmärkte mit mehreren Milliarden potentiellen Kunden - aber die Konzerne ersticken an Überkapazitäten.
Der Zustand der Autoindustrie ist deprimierend. Der Absatz bricht weltweit ein. Von einigen Marken werden nur noch halb so viele Fahrzeuge verkauft wie vor einem Jahr.
Trotz aller Krisen: Das Auto hat die Zukunft noch vor sich (© Foto: Reuters)
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General Motors, einst der größte Autokonzern der Welt, steht vor der Pleite. Volvo und Opel suchen verzweifelt neue Eigentümer, finden aber keine. Zulieferbetriebe gehen reihenweise pleite, mehrere hunderttausend Menschen fürchten um ihre Arbeitsplätze, und Fiat-Chef Sergio Marchionne sagt voraus, bald werde es in der ganzen Welt nur noch sechs Autohersteller geben.
Nicht einmal BMW und Daimler haben in so einem Szenario noch eine Zukunft. Es sieht so aus, als sei die Autoindustrie am Ende.
Dies aber ist falsch. Denn das Auto hat die Zukunft noch vor sich. Die meisten Menschen auf der Welt warten noch auf ihr erstes eigenes Kraftfahrzeug. Lediglich in den Industrieländern - in Nordamerika, Westeuropa und Japan - sind die Märkte bereits gesättigt.
Zwei Krisen
Es ist paradox: Für diese Industrie gibt es Zukunftsmärkte mit mehreren Milliarden potentiellen Kunden, aber die Autokonzerne scheinen an ihren Überkapazitäten zu ersticken. Der Blickwinkel der Branche macht klar, dass sie in der Vergangenheit ziemlich viel falsch gemacht hat.
Die Autoindustrie ist von zwei Krisen zugleich erfasst, das erschwert ihre Lage. Als Folge der Finanzkrise schmiert gerade die Konjunktur weltweit so stark ab, wie vielleicht niemals zuvor. Die Läden sind leer und Fabriken stehen still. Dafür können die Automanager nichts. Aber auch sie haben zur eigenen Misere beigetragen. Die wurde schon sichtbar, bevor der Käuferstreik einsetzte.
Schon im vergangenen Jahr, erst recht aber in der ersten Hälfte des Jahres 2008 wurde deutlich, dass die Autoindustrie auf dem falschen Weg ist. Besonders gilt dies für die amerikanische. Die baut immer noch hauptsächlich große Spritsäufer, mit denen sie jahrzehntelang viel Geld verdiente.
Wegen der drastisch gestiegenen Benzinpreise liefen jedoch die Kunden davon. Die Autos der Europäer verbrauchen viel weniger Sprit, aber auch diese Fahrzeuge könnten noch effizienter sein, wenn die Ingenieure sie nicht immer größer und stärker machen würden. Sie erfinden immer neue Luxus-Mätzchen, die Gewicht und Spritverbrauch in die Höhe trieben.
Falscher Eindruck
Der Kernfehler der Autoindustrie aber ist: Sie hat bis vor zwei Jahren fast vollständig auf den Verbrennungsmotor gesetzt. Man tat so, als werde es Rohöl, Benzin und Diesel noch ewig geben, und dies zu bezahlbaren Preisen.
Die Industrie hat sich viel zu wenig darum bemüht, Antriebsformen zu entwickeln, die ohne Öl auskommen. Damit hat sie sich ihrer Verantwortung für den globalen Klimaschutz entzogen. Jedem musste aber lange schon klar sein, was mit dem Weltklima passiert, wenn sich auch noch die Milliardenvölker Chinas und Indiens mit Verbrennungsmotoren fortbewegen.
Neuerdings denkt die Branche ein wenig um. Sie spricht plötzlich über das sogenannte Downsizing. Sie will also in große Autos in Zukunft kleinere Motoren einbauen, die weniger Sprit verbrauchen.
Die Industrie rührt auch kräftig die Reklametrommel für das Elektroauto und vermittelt den falschen Eindruck, sie könne das mit Strom angetriebene Fahrzeug schon bald in großer Stückzahl liefern. Bis zehn Prozent der Autos mit Strom fahren, werden aber noch zwei Jahrzehnte vergehen, sagen Fachleute.
Man sieht daran: Diese Industrie ist für die Zukunft nicht gut gerüstet. Sie muss sich aber beeilen, weil die Welt auf das Auto von morgen wartet. Wenn die Branche keine Lösung bietet, machen es andere.
Wer sagt denn, dass VW, Toyota oder Daimler das Auto der Zukunft bauen müssen? Die Geschichte ist voll von Beispielen von Unternehmen, die sich für unfehlbar hielten und untergingen. Die Autoindustrie wäre nicht die erste Branche, in der ganz neue Spieler die alten Anbieter verdrängen.
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(SZ vom 13.12.2008/hgn)
Man kann es noch schärfer formulieren:
Unsere Wirtschaft hat sich von einer "Spielzeugindustrie" abhängig gemacht, denn anders sind die zigtausenden Varianten von Autos (wie auch von Handys und Computern übrigens ) nicht mehr zu bezeichnen. Die Frage "wieviel Auto braucht der Mensch", wurde unlängst in einem bescheidenen Sinne gut beantwortet. - Ein Dacia Logan reicht.
Spielzeug wird nur gekauft, wenn die Leute dafür Geld haben und es ausgeben wollen. Wird das Geld knapp, weil Finanz-Terroristen es milliardenweise vernichten, geht man eben "back to the roots". Und siehe: Auf einmal will keiner die Spielzeuge mehr, sondern Opel Corsa. Schade, dass Opel gerade vor der Insolvenz steht !
Solange die Konsum-Spielzeuge Abfall- und Begleitprodukte wirklich produktiver Industrien sind (z.B. alternative Antriebsaggregate, Solarkraftwerke, Fusionsreaktoren, Kultivierung von Wüsten, Trinkwassergewinnung aus dem Meer etc.) sind sie nettes und gern gesehenes Beiwerk der menschlichen Kultur. Heute stehen die Konsum-Spielzeuge allerdings synonym für das biblische "goldene Kalb", um das alle tanzen und es anbeten. Besonders fatal: Dass an der Spielzeugindustrie so viele Arbeitsplätze hängen.
In den 70er Jahren wurden die Weichen falsch gestellt. Statt die Entwicklungsmilliarden konsequent weiter in die Raumfahrt und Energiewirtschaft (Fusion, Solar, Quanten, Grundlagenforschung) zu stecken und die dort gewonnenen Erkenntnisse als "Durchlauferhitzer" für die Entwicklung menschlicher Lebensqualität zu nehmen, wurde "Nabelschau" betrieben, der Pioniergeist im großen Stil kam abhanden. - Fazit: 6 Milliarden Menschen, die von der Erdkugel nicht wegkönnen, sondern (Tendenz steigend), sich irgendwann tottreten (-kämpfen).
Wohin diese Menschenmilliarden demnächst sollen, kann keiner sagen. Wir fliegen auch immer noch mit Raketen zu der Wellblechbaracke ISS statt mit einer orbitfähigen Boeing SST (blieb Fantasie), die auf jedem gewöhnlichen Flugplatz starten und landen könnte.
Stanley Kubrick hat 1967 in seinem Meisterwerk 2001 die Entwicklungsmöglichkeiten gezeigt, die wir hätten erreichen können.
Stattdessen haben wir am Daumen genuckelt und uns von der Spielzeugindustrie einlullen lassen.
Vielleicht tut das "böse Erwachen" jetzt not. - Lasst sie also pleite gehen!
600 Millionen davon in China und Indien verbrauchen weniger Sprit als alle US-Amerikaner und Europärer heute zusammen.
Nur entwickelt und gebaut werden müssen sie noch.
Die Logik dieses Artikels verstehe ich teilweise einfach nicht:
Weniger Nachfrage nach Autos kann im Prinzip nur dadurch entstehen, dass die Verbraucher ganz auf die Anschaffung eines Autos verzichten.
Das gebrauchte Auto länger zu fahren, wirkt sich nicht spürbar auf die Nachfrage aus.
Denn die Autos wurden auch in der Vergangenheit so lange gefahren (meist nicht vom ersten Halter), bis sich der weitere Gebrauch auf Grund höherer Reparaturkosten nicht mehr lohnt.
Die Nachfrage könnte auch dadurch zurückgehen., dass weniger mit den Autos gefahren wird und diese länger genutzt werden können.
Da gab es aber in den letzten Jahren keine große Veränderung und momentan sind die Spritkosten wieder so günstig wie seit Jahren nicht mehr.
Durch die Finanzkrise sind die Verbraucher weniger solvent und verzichten ganz auf die Anschaffung eines Autos. Klar, dadurch geht die Nachfrage zurück..
Die Nachfrage geht aber insgesamt nicht zurück, weil die Autohersteller zu wenig auf alternative Antriebsmethoden oder spritsparende Modelle gesetzt haben.
Hier gibt es nur eine Verschiebung von z.B. US-Modellen zu sparsameren europäischen Autos. Aber niemand wird auf die Anschaffung eines Autos komplett verzichten, weil
es z.B. noch keine Autos mit Elektro- oder Wasserstoffmotor gibt.
An welche Milliarden und in welchen Ländern wollten Sie denn Ihre Autos verkaufen ?
Und womit sollten die dann bezahlt werden ? Mit Kokosnüsssen ?
Was die Energieverschwendung anbetrifft, so sind es doch unsere eigenen Politiker die mit Steuerschrauben und unter massivem Einfluss der Lobbyisten der Automobil Industrie diese energiebewussten Automobile Jahrelang verhindert haben !
Es gab Bio Sprit, dem mit der Steuerschraube der Hals abgedreht wurde !
Es gibt Wasserstoff Motoren, die lediglich als Placebo von einigen Herstellern für Testzwecke ( BMW & MAN ) und zur Image Pflege gebaut wurden. In München fahren sogar Gelenkbusse am Flughafen mit Wasserstoff Motoren !
Aber welche Mineralöl Industrie will die schon ? Und wo kommt dann die dazugehörige Steuer her
Es gibt mit einfachen Mitteln LPG ( Gas ) Umbaumöglichkeiten denen mit hochkomplizierten Dirkteinspritzer Motoren die Möglichkeit genommen wurde !
Es gibt bereits erstklassige Hybrid Fahrzeuge ( Toyota ) mit Energie freundlichen Motoren.
Wo bleibt da die Steuerleichterung der Politiker ?
Das unglaubliche Gefeilsche um den Co² Ausstoss von PKW's zwischen Frankreich und Deutschland schon vergessen ? Erinnert so an das Gedöhns um die Kohlekraftwerke.
So lange die Umwelt immer wieder auf dem Altar der eigenen Länder - und Industrie Interessen geopfert wird ( siehe dazu jüngste Entscheidungen in Brüssel und in Posen ! ) und es dort kein generelles Umdenken bei den Beteiligten gibt ( Politik, Regierung und Automobil Industrie ).
Und die Automobil Industrie wird jetzt von ihren Versäumnissen gefressen blß leider nützt das auch überhaupt niemanden und die Folgelasten trägt dann wieder die übriggebliebene Allgemeinheit.
p.s. aus der Ölkrise von 1973 wurde ja nun überhaupt nichts gelernt und das Sonntags Fahrverbot war laut ex Kanzler Schmidt ja auch nur dazu dar um bein Bürger das Bewusstsein für das Energie Problem , sprich Öl, zu schärfen. Ist nichts von übrig gebleben !
- die bringt der Weihnachtsmann !
Was gilt die Wette ? Ich setze auf : Der i.d.iotische Individualverkehr mittels ressourcenverschlingender PS-Protzraketen hat seine Zukunft h i n te r sich !
Mal eine Frage , Herr B. , im Ernst : wie sollen die heutigen Milliarden von Mehroderwenigerhabenichtsen jemals an die Kaufkraft zum Erwerb der Spassvehikel kommen ? Oder die betreffenden Länder an die gewaltigen Steuereinnahmen zum Bau der vielenvielen Asphaltstraßen , undund ...?
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