Neuer Schlag für die Finanzmärkte: Nach einem dramatischen Kurssturz kursieren Gerüchte über den möglichen Verkauf der Citigroup. Die gesamte Branche sorgt sich wegen neuer Kreditausfälle.
Die Lage der angeschlagenen Großbank Citigroup hat sich zugespitzt. In den vergangenen Tagen hatte es einen dramatischen Kurseinbruch bei der Aktie gegeben. Wie amerikanische Medien übereinstimmend berichteten, trat am Freitag der Verwaltungsrat des Unternehmens zusammen, um über strategische Optionen zu beraten. Dabei soll es erstmals auch um den Verkauf der einstmals größten Bank der Vereinigten Staaten an ein anderes Institut gehen.
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Citibank-Filiale in New York: Der Mutterkonzern Citigroup steckt in Turbulenzen, Gerüchte über einen möglichen Verkauf kursieren. (© Foto: AP)
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Der Aktienkurs von Citigroup hatte am Mittwoch 23 und am Donnerstag mehr als 25 Prozent des Wertes verloren. Dieser lag danach bei 26 Milliarden Dollar; die Bank kostete nur noch ein Zehntel dessen, was sie vor Beginn der Krise wert war. An dem Einbruch änderte zunächst auch die Vertrauenserklärung eines Großaktionärs nichts.
Prinz al Walid von Saudi- Arabien gab bekannt, dass er seinen Anteil von bisher vier Prozent erhöhen will. Am Freitag erholte sich der Kurs zunächst und stieg um mehr als acht Prozent. Später drehte er ins Minus und gab mehr als 20 Prozent nach. Ausgelöst wurde die Trendumkehr nach Aussage von Marktteilnehmern durch Gerüchte über eine mögliche Fusion von Citigroup mit einer anderen Bank.
Schwarzer Tag an der Wall Street
Das Management von Citi ersuchte inzwischen offiziell die Börsenaufsicht SEC, Leerverkäufe von Citi-Aktien einzuschränken.
Die SEC hatte diesen Schritt im Laufe der Krise schon für mehrere Kreditinstitute angeordnet, um die Spekulation auf sinkende Kurse einzudämmen. Am Mittwoch teilte Citi außerdem mit, sie werde die Vermögenswerte ihrer verbleibenden außerbilanziellen Zweckgesellschaften von 17,4 Milliarden Dollar in die Bilanz integrieren. Eine Sprecherin der Bank erklärte, Citi befinde sich in einer "sehr starken Kapital- und Liquiditätsposition". Zu Wochenbeginn hatte Bank-Chef Vikram Pandit ein Sanierungsprogramm angekündigt, dem mehr als 50.000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen sollen.
Die Sorgen um die Citigroup und andere Banken hatten am Donnerstag für einen weiteren schwarzen Tag an der Wall Street gesorgt. Der Standard & Poor's 500 Index, in dem Finanztitel überdurchschnittlich gewichtet sind, hatte 6,7 Prozent verloren. Der Index lag damit unter dem Tiefpunkt der letzten Rezession in den Jahren 2001/2002. Die Anleger flüchteten erneut in amerikanische Schatzanweisungen (Treasuries), deren Rendite fast auf Null sank.
Hinter der Verkaufswelle steht, neben der ungewissen Lage der amerikanischen Autohersteller General Motors, Ford und Chrysler, die Furcht vieler Anleger, dass den Banken neue Ausfälle aus verbrieften Krediten drohen. Dazu gehören vor allem Wertpapiere, die durch Gewerbeimmobilien besichert sind. Seit die amerikanische Wirtschaft in die Rezession gerutscht ist, hat sich die Immobilienkrise auch auf den Gewerbesektor ausgedehnt. Die Kosten, um sich gegen Zahlungsausfälle bei Gewerbehypotheken zu versichern, haben sich binnen einer Woche verdoppelt.
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