Krankenversicherung Krankenkassen rechnen mit immer höheren Zusatzbeiträgen

  • Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Kassen dürften auch in den kommenden Jahren steigen. Bis 2019 rechnen die Kassen mit einem Satz von 1,8 Prozent.
  • Schuld daran seien nach Ansicht der Kassen etwa zu hohe Arzneimittelpreise, die alternde Gesellschaft und der medizinische Fortschritt.

Die gesetzlichen Krankenkassen rechnen mit einem weiter kontinuierlich steigenden Zusatzbeitrag. Zu Jahresbeginn 2016 habe es einen durchschnittlichen Anstieg um 0,2 Prozentpunkte gegeben; der Zuwachs dürfte sich in den Folgejahren in einer ähnlichen Größenordnung bewegen, sagte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kassen (GKV), der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Daher rechnen wir damit, dass wir bei vorsichtiger Schätzung in 2019 bei 1,8 Prozent sein werden."

Wegen des medizinischen Fortschritts, der älter werdenden Gesellschaft und einer Reihe von Reformen sagen Experten Steigerungen bei den Zusatzbeiträgen von 0,2 bis 0,3 Punkten pro Jahr bis 2020 voraus. Zu Beginn dieses Jahres erhöhte sich der Beitrag im Schnitt von 0,9 auf 1,1 Prozent. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren davon rund 44 Millionen Mitglieder betroffen. Die Zusatzbeiträge müssen von den Arbeitnehmern allein getragen werden, während der allgemeine Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent hälftig von den Arbeitgebern mitfinanziert wird.

Pfeiffer forderte zudem eine Gesetzesänderung bei der Festlegung der Arzneimittelpreise. Derzeit könne ein Pharmaunternehmen bei einem neuen Produkt den Preis im ersten Jahr beliebig festlegen. Dann erst gelte der mit dem Hersteller zwischenzeitlich ausgehandelte Preis. "Er sollte auch rückwirkend gelten, um Fantasiepreise im ersten Jahr zu verhindern", sagte sie. Zudem müsse es einen Strukturwandel bei der Krankenhauslandschaft geben. Gerade in Ballungsregionen gebe es zu viele Kliniken. Überkapazitäten müssten abgebaut werden, sagte sie.

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