Korruption gibt es überall - doch einer Studie zufolge gelten Konzerne aus China und Russland als besonders korrupt. Deutsche Unternehmen schneiden besser ab - die befragten Geschäftsleute halten sie aber auch nicht für völlig sauber.
Bestechung von Staatsdienern ist für viele Unternehmen normal - einen besonders schlechten Ruf haben Firmen aus Russland und China. Sie gelten einer Untersuchung zufolge als besonders korrupt.
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Korruption ist ein weltweites Phänomen. 2005 zündete sich ein Demonstrant vor dem Parlament in Kiew selbst an, um gegen die Bestechlichkeit von Politikern zu demonstrieren. (© REUTERS)
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Die Antikorruptions-Organisation Transparency International (TI) hat 3000 führende Geschäftsleute aus 30 Ländern befragt. Fazit: Sie trauen es russischen und chinesischen Unternehmen am ehesten zu, dass sie im Ausland bestechen. Auch mexikanischen und indonesischen Unternehmen haben ein entsprechendes Image.
Die Befragten mussten Punkte von null (Schmiergeld wird immer eingesetzt) bis zehn (bestochen wurde nie) vergeben. Am wenigsten rechnen sie laut TI damit, dass sich Konzerne aus den Niederlanden und der Schweiz der Bestechung schuldig machen. Beide Länder führen mit je 8,8 Punkten die Liste an. Vor Deutschland mit 8,6 Punkten rangiert Belgien mit 8,7 Punkten. Die USA belegen mit 8,1 Punkten den zehnten Platz. Die Schlusslichter China und Russland kamen auf 6,5 und 6,1 Punkte.
Bestechung gehöre für viele Unternehmen "zum Alltagsgeschäft und zieht sich durch ihre Geschäfte", erklärte TI-Chefin Huguette Labelle. Dies gelte nicht nur bei Verhandlungen mit öffentlichen Stellen, sondern auch bei den Beziehungen von Unternehmen untereinander. Labelle warnte auch Unternehmen, die es versäumten, Bestechung in ihrer Zulieferkette zu verhindern: Sie riskierten, für das Verhalten ihrer Angestellten und Geschäftspartner belangt zu werden.
Labelle sieht die Politik in der Pflicht: Sie forderte die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) dazu auf, die Korruption entschlossener zu bekämpfen: "Bei ihrem Treffen in Cannes diese Woche müssen die G20-Regierungen Maßnahmen gegen Bestechungsversuche im Ausland als vordringliche Aufgabe begreifen." Dadurch würde die Weltwirtschaft fairer.
Ein Vergleich von insgesamt 19 Wirtschaftsbereichen zeigt laut TI, dass vor allem der Bauindustrie Bestechung nachgesagt wird - vor allem bei staatlichen Vorhaben. In dieser Branche könne es "katastrophale Auswirkungen für die allgemeine Sicherheit" haben, wenn Regeln umgangen würden. In Landwirtschaft und Leichtindustrie rechnen die Befragten am wenigsten mit Bestechungsversuchen.
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(AFP/jab/luk)
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"Coffeshop schreibt mvb75053
Auch Sie dürfen irgendwann für 100€ Bürobedarf bestellen, da bin ich mir ziemlich sicher."
Nebensächlichkeiten zu beschäftigen, dann muß man sich über Ihre Kommentare nicht mehr wundern.
Auch Sie dürfen irgendwann für 100€ Bürobedarf bestellen, da bin ich mir ziemlich sicher.
... Maßnahmen gegen Bestechungsversuche im Ausland als vordringliche Aufgabe begreifen."
Und wer soll das dort Angehen? Die Bestechlichen oder die das Geld für die Korruption bezahlen? Der berühmte Bock soll dort zum Gärtner werden. ZZZzzz
Es wurde (leider) nur nach Bestechung/Bestechlichkeit in Wirtschaftsunternehmen gefragt. Bei der Frage nach "geschmierten" Politikern würde es wahrscheinlich auch in Deutschland ganz anders aussehen. Jeder deutsche Abgeordnete, der nebenbei einen bezahlten Job in einem Unternehmen ausübt ist korrupt! Und das sind nicht wenige hierzulande. Manche können den Hals nicht voll genug kriegen und üben gleich mehrere solcher "Nebentätigkeiten" aus.
Striktes Verbot von Nebentätigkeiten würde helfen.
@ kolb der erste
Da haben sie wohl recht. Aber im Bereich der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (Nassbaggerei und Wasserbau) ist es noch viel schlimmer. Dort könnte man ca. 80% der Kosten einsparen, wenn alles korrekt ablaufen würde. Interessant dabei ist, dass die Politiker das System unterstützen!
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