Trotz einer leichter Aufhellung bleiben die Konsumerwartungen für das laufende Jahr gering. Grund sind Inflationserwartungen und die Bankenkrise.
Die Konsumerwartungen für das laufende Jahr sind deutlich gesunken. Trotz einer leichten Stimmungsaufhellung im April hat das Marktforschungsunternehmen GfK die Konsumprognose für Deutschland gesenkt. "Das Konsumschiff hat kräftigen Gegenwind bekommen", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.
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Trotz guter Beschäftigungslage: Die Deutschen scheuen zur Zeit hohe Konsumausgaben. (© Foto: ddp)
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Vor diesem Hintergrund senkte das Marktforschungsunternehmen seine Prognose für das Wachstum des privaten Konsums in Deutschland um einen halben Prozentpunkt auf maximal ein Prozent. Grund sei insbesondere der höhere Inflationsdruck und die noch nicht vollends abschätzbaren Folgen aus der Kreditkrise. "Die Rahmenbedingungen haben sich verschlechtert", sagte Bürkl. Die für das laufende Jahr prognostizierte Inflation habe sich mit rund 2,5 Prozent im Vergleich zu den Erwartungen Ende 2007 um rund einen halben Prozentpunkt erhöht.
Trotz Finanzmarktkrise und Rezessionsgefahr in den USA hellte sich die Konsumstimmung leicht auf. Das Konsumklima der GfK prognostiziere für April 4,6 Punkte nach 4,5 Punkten im März. Volkswirte hatten einen leichten Rückgang auf 4,3 Punkte erwartet. Die Stimmung der Verbraucher habe sich stabilisiert.
Die leichte Aufhellung wecke die Hoffnung auf einen Konsumfrühling. Von einer Trendwende könne aber noch keine Rede sein. Neue Rekordwerte bei Dollar und Rohöl dürften dazu führen, dass die Verbraucher ihre Zurückhaltung nicht unmittelbar aufgeben, hieß es. Vor allem bei der Preisentwicklung müsse zunächst wieder mehr Ruhe einkehren. Dann würden auch die positiven Rahmenbedingungen, wie die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, wieder mehr in den Vordergrund rücken.
Gestiegene Investionsaussichten
Alle drei Indikatoren wiesen im März einheitlich nach oben: Konjunkturerwartung, Anschaffungsneigung und Einkommensaussichten verbesserten sich durch die Bank.
Den größten Sprung verzeichnete die Anschaffungsneigung. Damit sei der Einbruch des Vormonats aber nur zum Teil wieder aufgeholt worden. Trotz der nach wie vor vorhandenen Inflationsängste wird mit einem wieder ansteigenden Konsum gerechnet. Die Verunsicherung auf Grund höherer Energie- und Nahrungsmittelpreise sei aber noch nicht verschwunden.
Die Einkommensaussichten liegen wieder im positiven Bereich. Grund für die Aufhellung seien die aus Verbrauchersicht guten Tarifabschlüsse. Die Konjunkturerwartungen verbesserten sich ebenfalls leicht. Bei den Verbrauchern bestehe weiter gedämpfter Optimismus. Nach wie vor sei eine gewisse Verunsicherung mit Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung vorhanden. Die noch nicht ausgestandene Hypothekenkrise und die Rezessionsgefahren in den USA dürften wesentliche Gründe dafür sein, dass die Konjunkturaussichten der Konsumenten leicht hinter den beiden anderen Indikatoren zurückgeblieben seien.
Börsen als Stimmungsbarometer
"Die unerwartet hohe Inflation ist eine wichtige Gefahr für den deutschen Konsum", sagte Bürkl. Darüber hinaus sei die Verunsicherung angesichts der Rezessionsgefahren in den USA hoch. Die Krise an den Finanzmärkten sei tiefer und dauere länger als gedacht.
Vor diesem Hintergrund seien die Konsumenten weiter vorsichtig. Auch der jüngste Börsen-Crash drücke trotz des eher bescheidenen direkten Engagements der Deutschen an den internationalen Aktienmärkten auf die Kauflust. "Die Börsen werden als Stimmungsbarometer wahrgenommen", sagte Bürkl. Deshalb sorgten die starken Kursschwankungen indirekt auch bei den Verbrauchern für Verunsicherung.
Angesichts der guten Beschäftigungslage und zu erwartender Reallohnzuwächse in verschiedenen Branchen sei das Umfeld für den Konsum aber grundsätzlich weiter günstig.
(sueddeutsche.de/dpa/jkf/jkr)
Linke mit neuer Führung
... der "Konsum werde 2008 zum Wachstumsmotor"?
"Die Krise an den Finanzmärkten sei tiefer und dauere länger als gedacht."
Kommt darauf an, wessen Gedenke hier als Maßstab gilt.