Die allgemeine Stimmung in der Wirtschaft mag sich verbessern, der Bausektor hat jedoch weiter mit der schwachen Konjunkturlage zu kämpfen: Mit den Auftragseingängen ist auch die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Das Statistische Bundesamt berichtete, im Bauhauptgewerbe seien die Auftragseingänge im Juni 2003 preisbereinigt um 12,0 Prozent niedriger ausgefallen als im Vorjahresmonat. Außerdem sei die Zahl der Beschäftigten um 93.000 auf 803.000 gesunken.

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Im Hochbau habe die Baunachfrage um 17,6 Prozent abgenommen, im Tiefbau habe sie sich um 5,8 Prozent verringert. "Der Gesamtumsatz belief sich im Berichtsmonat auf rund 7,3 Milliarden Euro (minus 8,0 Prozent gegenüber Juni 2002)", teilten die Statistiker weiter mit.

Auch für das erste Halbjahr 2003 insgesamt sehen die Zahlen nicht besser aus: So gingen von Januar bis Juni 2003 die Auftragseingänge preisbereinigt um 13,3 Prozent zurück. Der Gesamtumsatz belief sich auf 34,6 Milliarden Euro und lag damit um 8,7 Prozent unter dem Niveau der ersten sechs Monate 2002, berichtete das Bundesamt.

Die IG Bauen-Agrar-Umwelt setzt indes auf den vor einem Jahr vereinbarten neuen Mindestlohn, der am 1. September in Kraft tritt. "Mit den neuen Mindestlöhnen hat die Bauwirtschaft die Chance, den Abwärtstrend der letzten Jahre zu stoppen und wieder zu geordneten Verhältnissen zu kommen", erklärte IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel.

Wiesehügel wies Forderungen nach einem Aussetzen des Mindestlohns in Teilen Deutschlands zurück.

Ab 1. September beträgt der Mindest-Stundenlohn für Fachwerker, Maschinisten und Kraftfahrer den Angaben zufolge in Westdeutschland und Berlin 12,47 Euro und in Ostdeutschland 10,01 Euro. Nur Hilfsarbeiter arbeiteten zum untersten Mindestlohn. Der neue Mindestlohn schaffe klare Verhältnisse am Bau und faire Wettbewerbsbedingungen, erklärte Wiesehügel.

Ab September werde die Gewerkschaft eine breite Aufklärungskampagne über die neuen Arbeitsbedingungen starten, um insbesondere ausländische Bauarbeiter zu informieren. Die in der Branche verbreitete Schwarzarbeit müsse "mit aller Härte des Gesetzes und mit Hilfe der Tarifvertragsparteien" bekämpft werden, damit hunderttausende arbeitslose Bauarbeiter wieder Hoffnung schöpfen könnten, erklärte Wiesehügel.

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(sueddeutsche.de/AP)