Zum Scheitern verurteilt: Die Investitionshilfen der Bundesregierung taugen nicht dazu, die Wirtschaft anzukurbeln.
Wie viel Vertrauen jemand in eine andere Person oder in ein politisches Projekt setzt, lässt sich oft schon an seiner Wortwahl ablesen. Ein Paradebeispiel dafür ist das geplante Konjunkturprogramm der Koalition, über das seit Wochen intern debattiert wird, das aber in der Öffentlichkeit partout nicht Konjunkturprogramm heißen darf. CDU und CSU drücken sich um den Begriff herum, weil es zu den wirtschaftspolitischen Grundüberzeugungen der Union gehört, dass solche Programme nicht wirken. Und die SPD kreiert mit dem Bild des "Beschäftigungsschirms" eigens ein neues Unwort - aus purer Angst, bei den Wählern könne der Eindruck entstehen, dass der Staat nun nach den Banken auch noch dem Rest der Wirtschaft das Geld der Steuerzahler hinterherwirft.
Die Bundesregierung will die Wirtschaft anschieben - und befreit Neuwagen von der Kfz-Steuer. (© Foto: dpa)
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Über die Druckserei ließe sich hinwegsehen, wenn die "punktgenauen Investitionshilfen", von denen die Bundeskanzlerin spricht, wenigstens Aussicht auf Erfolg hätten. Tatsächlich aber werden sie nicht einmal reichen, um das sprichwörtliche Strohfeuer zu entfachen. Beispiel "Handwerkerbonus": Kein Hausbesitzer wird den Klempner bestellen, weil er ein paar Euro mehr als bisher von der Steuer absetzen kann. Entweder ist die Heizung kaputt, dann muss der Klempner kommen, oder aber sie funktioniert, dann ruft ihn auch keiner. Beispiel Kfz-Steuer: Der Gedanke, auch nur ein einziger Bürger würde ein neues, in Deutschland gebautes Oberklasseauto kaufen, weil er ein Jahr lang keine Kfz-Steuer zahlen muss, grenzt gar an Volksverdummung - ganz abgesehen davon, dass der Koalition offenbar das Gefühl dafür verlorengegangen ist, was sich die Bürger nach Jahren der Reallohnverluste leisten können.
Mitnahmeeffekten und Trittbrettfahrerei
In der Realität wird das Konjunkturprogramm der Regierung vor allem zu Mitnahmeeffekten und Trittbrettfahrerei führen. Wer sein Haus ohnehin besser isolieren wollte, wird jetzt auf den Staatsbonus warten. Und wie es einzelnen Branchen gelingt, mit Verweis auf die Finanzkrise eigenes Versagen etwa in der Motoren- und Modellpolitik zu kaschieren, führt derzeit die Autoindustrie mit erstaunlicher Dreistigkeit vor.
Wenn ein Konjunkturprogramm überhaupt eine Wirkung entfalten kann, dann nur, wenn sich die politisch Verantwortlichen ohne Wenn und Aber zu diesem Programm bekennen und die Kaufkraft der Bürger auf einen Schlag spürbar erhöhen. Selbst die EU-Kommission hat am Montag ihr Einverständnis zu einem schuldenfinanzierten Impuls gegeben. So könnte die Regierung etwa den Solidaritätszuschlag rückwirkend für das gesamte Jahr 2008 aussetzen und den Bürgern sämtliche zu viel gezahlten Steuern rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft aufs Konto überweisen. Noch effektiver könnte eine Rücknahme der Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozentpunkte vom Jahresbeginn 2007 sein. Auch bei diesen Maßnahmen wäre der Erfolg nicht gewiss. Bei dem Sammelsurium aber, das die Koalition stattdessen plant, ist der Misserfolg bereits eingebaut.
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(SZ vom 04.11.2008/mel)
Man sollte sich vor Augen führen, dass reiche und arme Bürger über Jahrzehnte betrachtet weitgehend dieselben Autos gefahren haben. Der nicht so vermögende Mitbürger hatte nur meistens gebrauchte Pkw. Die Besserverdienenden zahlen im Laufe ihres Lebens deutlich weniger Kfz-Steuer für DIESELBEN Fahrzeuge.
Ich würde sagen, dass auch hier wieder eine Umverteilung von unten nach oben läuft.
Beim Kauf der letzten beiden Neufahrzeuge in der Familie (06 u. 08) hat uns die Kfz-Steuer übrigens herzlich wenig interessiert. Und das, obwohl wir noch nicht einmal zu den Besserverdienenden gehören ...
Das geplante Konjunkturprogramm der Bundesregierung läßt großen Zweifel erkennen ob hier der Verstand zum Tragen kommt. Die geplante Steuerermäßigung oder Steuerbefreiung für neue Autos sind von Dummheit geprägt und typisch für die verantwortliche Politik. Wer wirklich plant sich ein neues Fahrzeug anzuschaffen und so z.B für einen VW Golf 25000 Euro auf den Tisch blättert, hat auch noch die 200 oder 400 Euro Kfz Steuern die man ihm schenken würde. Wenn man sich überlegt das man 50000 DM für eine kleines Auto ausgibt muss man sich doch an den Kopf fassen. Was nichts anderes bedeutet als das, wenn einer das Geld übrig hat sich einen neues Auto zu kaufen der macht es auch. Das ganze dumme Gewäsch wegen des sogenannten Umweltschutzes sich ein neues Auto anzuschaffen ist doch Volksverdummung aller höchster Güte. Wenn bedacht wird das es für einen DB Smart 40 Euro Steuererlass gibt und man für einen Porsche Cayenne 1400 Euro geschenkt bekommt, muss auch der dümmste darauf kommen das hier etwas oberfaul im System ist. Da ein Jeder normaldenkende Bürger wissen muss das ein sogenannter SUV nicht das geringste mit Umweltschutz zu tun hat sondern für Großkotzige arrogante Leute gedacht ist, die sich alles leisten können auch größtmögliche Umweltverschmutzung. Es geht doch nur darum das es den kleinen Mann angeht der auf Umweltschutz achten muss und dafür zahlen soll. Der Umweltschutz gilt nicht für die Reichen und Millionäre um die sich die deutsche Politik kümmert und die einfachen Leute im Regen stehen lässt. Die Modellpaletten der deutschen Autohersteller lassen doch für jedermann erkennen mit was die große Kohle gemacht wird. Mit einer zukunftsorientierten Technik ist der deutsche Autohersteller mindestens 5 Jahre hinterher und baut lieber Panzer als normale Autos. Der an Wahnsinn grenzende Plan Deutschland als das sauberste Land der Welt hinzustellen und gleichzeitig unsere alten Fahrzeuge ins Ausland verscheuert wo es scheinbar keinen Umweltschutz zugeben scheint lässt jeglichen Sachverstand vermissen. Einzig und allein vom kleinen Mann wird Umweltschutz verlangt, kann es kosten was es wolle.
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Wenn Leute Abgeordnete werden, weil das Prestige gut kommt und die damit verbundenen Privilegien die Phantasie des Normalbürgers übersteigen hat man eben nur die Stiefelknechte der Lobbys als Volksvertreter.
Im Grunde müsste da mal Tabula Rasa gemacht und die ganze Bande in die Wüste geschickt werden.
Aber wirds dann anders? Wer steht denn in den Startlöchern zum Nachrücken?
Gut, was will man diesbzezüglich von einer Regierung erwarten, die noch nicht mal das Wort "Konjunkturprogramm" in den Mund nehmen mag - da scheint die Halbherzigkeit ja schon nahezu vorprogrammiert.
Allerdings halte auch ich es nicht für sinnvoll, jetzt an der Steuerschraube zu drehen: Tax Cuts belasten den Bundeshaushalt nachhaltig und die sozialen Schichten mit hoher Komsumintensität haben davon nichts, da sie ohnehin wenig / keine Steuern zahlen; bei den Besserverdienern hingegen landet das Geld zumeist in der Sparquote. Diese Erfahrung musste auch seinerzeit die Rot-Grüne Bundesregierung machen.
Jedoch halte auch ich es ( schon aus sozialpsychologischen Gründen ) nicht für klug ausgerechnet die privaten Haushalte leer ausgehen zu lassen. Der Vorschlag des IMK ( Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung) einen Barscheck an JEDEN Haushalt zu schicken ist in diesem Zusammenhang durchaus überdenkenswert.
Um sich einen Eindruck von der tatsächlichen Bedeutung des Umweltschutzes zu machen, reicht es sich ansehen, welche Autos vor Bio-Märkten oder bei Treffen der Grünen parken.
Alles Gute
Kai Hamann
PS: Grundsätzlich habe ich nichts gegen Grüne, aber ...
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