Wie schon in früheren Abschwungphasen läuft derzeit ein bizarres Wettrennen: das um die negativste Konjunkturprognose.
Deutschland steckt in der Rezession, nicht einmal die Kanzlerin redet um diese Wahrheit noch herum. Offen ist nur noch, wie stark die Wirtschaftsleistung 2009 schrumpfen wird. Im Schnitt erwarten die Experten einen Rückgang um etwa eineinhalb Prozent.
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Das ist eine dramatische Zahl - für manche aber offenkundig noch nicht dramatisch genug, denn wie schon in früheren Abschwungphasen läuft derzeit ein bizarres Wettrennen: das um die negativste Konjunkturprognose. Am Mittwoch sagte das Essener Institut RWI minus 2,0 Prozent voraus, am Donnerstag folgte prompt das Ifo-Institut mit minus 2,2 Prozent.
Unverantwortliches Geschwätz
Damit lägen die Münchener vorn - gäbe es nicht Norbert Walter. Der Chefökonom der Deutschen Bank hatte schon vor Tagen erklärt, er könne sich auch einen Rückgang um sage und schreibe vier Prozent vorstellen. Zwar fügte er an, dass die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios nur bei 30 Prozent liege. Walter, der gern in Funk und Fernsehen auftritt, ist aber erfahren genug um zu wissen, dass solche Fußnoten in der Berichterstattung meist wegfallen.
Sein Goldman-Sachs-Kollege Dirk Schumacher setzte noch einen drauf und räsonierte über eine Arbeitslosenzahl von sechs Millionen.
Derlei Geschwätz ist unverantwortlich, weil es die Menschen weiter verunsichert und so die Krise verschärft. Es ist zudem ärgerlich, dass ausgerechnet zwei Bank-Volkswirte die Oberpessimisten spielen, Vertreter jener Branche also, die den ganzen Schlamassel mit angerichtet hat. Immerhin, es gibt Hoffnung: Nach einer Analyse der Financial Times Deutschland schwankt nicht nur die Konjunktur, sondern auch Walters Treffgenauigkeit: 2003 war er "Prognostiker des Jahres", 2005 belegte er nur Platz 54.
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(SZ vom 12.12.2008/hgn)
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und mit dem Prozentrechnen ist das so eine Sache: Wenn Sie bei einer Umfrage das Ergebnis von "2,2% von 100 " erfahren wollten, so schätze ich, dass Sie 9 von 10 falsche (wenn überhaupt) Antworten erhalten. Die Gleichen tauchen aber zügig im nächsten Geschäft unter, welches "sales" von 20, 30 50 und mehr Prozent verspricht.
Die 4%-Einlassung von Herrn Walter mit einer "Wahrscheinlichkeit von 30%" bedeutet zugleich ein Unwahrscheinlichkeit von 70% - solche Aussagen sind praktisch wertlos.
Ich plädiere für Zahlen anstatt Prozente, das versteht fast jeder!
Je 1% Rückgang im Wirtschaftwachstum reden wir in Deutschland z. Zt. von rund 25 Mrd. Euro; die dramatische Vorhersage des Ifo-Inst. von -2,2% ließe also etwa 55 Mrd. weniger BIP im Jahr 2009 gegenüber 2008 erwarten.
Wo ist das Problem ihr Pessimisten? sind das nicht - pardon "peanuts" angesichts ganz anderer dreistelliger Milliardenbeträge? Der prognostizierte (Achtung: Wahrscheinlichkeit) BIP-Rückgang von 2,2% hätte übrigens zur Folge, dass wir uns in Deutschland 2009 auf dem Wirtschaftsniveau von 2007 wiederfänden. War es 2007 so schlecht Ihr Pessimisten?
Bei diesem Wettlauf der Pessimisten steht ganz oben an der Spitze die SZ!!!
Seit Wochen und Monaten wird hier alles schlecht geredet und immer nach neuen negativen Superlativen gesucht, um dann die Pessimisten anzuprangern. Wie scheinheilig.
Die Stimmung ist längst nicht so schlecht wie die SZ versucht sie zu erzeugen.
hat es meines Erachtens gar keinen Aufschwung, den vielbeschworenen, gegeben. In Wahrheit handelt es sich um ein einzigartiges Schneeballsystem, bei dem die Investment
Banker Produkte erfunden haben, um erfolgreich faule Kredite zu verschleiern.
Als die eigenen Finanzballons dann durch die Westwindtrift nach Umrundung des Erdballs wieder über der Wall Street, auftauchten, haben sie noch schnell ihre Aktien verkauft und ansonsten keine Ahnung gehabt, wie das alles passieren konnte. Wenn man den Umsatzanteil der Finanzbranche aus den Wachstumszahlen der vergangenen Jahre herausrechnet, wird man wohl kaum noch von Wachstum reden können, jedenfalls nicht in der Realwirtschaft.
Es ist an der Zeit, den Götzen Wachstum auf dem Wirtschaftsaltar einer realistischen Einschätzung zu opfern.
1.) Jedes Wachstum verursacht an anderer Stelle Einbußen.
2.) Es gibt kein immerwährendes Wachstum, weder biologisch noch wirtschaftlich noch physikalisch innerhalb eines geschlossenen Systems.
3.) Die einzige Quelle an Energie, die uns frei Haus von außen geliefert wird, ist die Sonnenenergie, und die wird immer noch sträflich vernachlässgt, weil wir ja noch Öl und Gas haben.
4.) Unsere Kindeskinder werden uns noch einmal verfluchen, ob unserer ökologischen Ignoranz.
Die "hochverehrten Wirtschaftsexperten" und diejenigen, die sich dafür halten übertreffen sich in der Tat fast jeden Tag mit neuen Wasserstandsmeldungen - und scheinen sich darin zu gefallen. Just am End sind das die Figuren, die vor Jahren einen besonderen Reitz darin gesehen haben, die deutsche Wirtschaft in die Krise zu reden! und mit verlaub, sehr geehrter Herr Claus Hulverscheidt, die Medien haben fröhlich mitgemacht. Unwillkürlich fragt sich der geneigte Leser, ob denn jetzt alle durch sind. Wenn nein, dann müssen die Nachzügler selbstverständlich noch schlechtere Prognosen machen, denn sonst hört keiner mehr hin. Das wäre doch ganz schlecht für das Ego dieser Leute, nicht! Deshalb müssen ihre " Forschungsergebnisse" immer schlechter werden, damit man überhaupt noch zur Kenntnis genommen wird. Wahrscheinlich kassieren sie auch noch Prämien für ihren Schwachsinn. Ich frage mich, von wem. Wer am vergangen Sonntag die Auslassungen des "ehrenwerten" Herrn Professor Sinn bei Anne Will verfolgt hat, der hat sich entgeistert an den Kopf gefasst. Wie man den Leuten Halbwahrheiten verkauft; das ist schon atemberaubend.Und dieser Herr schimpft sich Wissenschaftler (!) Wenn ich mir hingegen die Reaktionen eines Obama anhöre, dann wird klar, dass man bei uns wenig begriffen hat von Psychologie im Marktgeschehen.
Deutschland ist nun einmal ein Jammerland!
Deshalb bringen die negativen Schätzungen viel mehr Aufmersamkeit; je schlimmer das Szenario, desto mehr!
Dass noch gar nicht soviel passiert ist, die Energiepreise und damit die Inflation zurückgehen, der Konsum noch gut läuft wird vom deutschen Bürger mal wieder ausgeblendet. Der fühlt sich statt dessen bestätigt, dass ja ohnehin immer alles schlechter wird und er es schon immer gewusst hat.
Dieser Pessimismus ist manchmal schwer zu ertragen.
Paging