Auf der einen Seite wird gebaut und profitiert. Auf der anderen geschimpft und eingestellt. Doch was nützt das Konjunkturpaket dem Bau wirklich?
Ein erstes Opfer gab es im Spätsommer in Berlin im vergangenen Jahr. Das Luxuswohnungsbauprojekt "Fehrbelliner Höfe" - Preis rund 250 Millionen Euro - wurde vom Investor Orco Germany gestoppt. Der Grund: die US-Immobilienkrise. Und das war nur der Anfang. In den vergangenen Monaten verzögerten sich in der Hauptstadt wegen der Krise unzählige Projekte - unter anderem das "Pergamon-Palais", eine teure Bürogebäudeanlage und der "Monroe-Park", ein exklusives Wohnviertel, bei der ausgerechnet die Pleite-Bank Lehman Brothers beteiligt war.
Noch liegen dunkle Wolken über dem Bau - die Branche hofft, dass bald wieder bessere Zeiten anbrechen werden. (© Collage: sueddeutsche.de/ddp, dpa)
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Berlin ist kein Einzelfall. Auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart gefährdet die Finanzkrise Bauprojekte en masse. So wurde vor kurzem der sogenannte Kulturmeilentunnel, der um die 80 Millionen kosten sollte, vom Stuttgarter Stadtparlament gekippt. Grund: die Krise. Gestoppt wurden außerdem die Sanierung eines Leichtathletik-Stadions und der Neubau eines Bürgerzentrums für 13 Millionen Euro.
Damm gegen die Krise
Um den Folgen der Finanzkrise entgegenzuwirken, wurde mit den beiden Konjunkturprogrammen ein Damm gebaut: Zwei von der Bundesregierung geschnürte Konjunkturpakete sollen möglichst viele Jobs retten und der kränkelnden Wirtschaft auf die Beine helfen. An manchen Stellen scheint das zu funktionieren, paradoxerweise hilft ausgerechnet die Finanzkrise einigen Projekten ins Leben. Allein die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf profitiert von 50,5 Millionen Euro aus dem Topf des Konjunkturpaketes II, mit dem Geld saniert sie Schulen sowie Kitas und investiert in Infrastruktur - Pläne, die durch das Konjunkturpaket deutlich beschleunigt wurden.
Wie man schnell und hilfreich vom Konjunkturpaket II profitieren kann, zeigt auch Hamburg. Die Hansestadt zählt zu den großen Abnehmern des Konjunkturpaktes. Die Sanierung eines Hafenbahn-Abschnitts für 980.000 Euro war eines der ersten umgesetzten Projekte aus dem Konjunkturpaket in ganz Deutschland überhaupt, so ein Sprecher der Hamburger Wirtschaftsbehörde.
Das Konjunkturpaket II soll vor allem das Handwerk und die Bauwirtschaft stützen. Dass die Branche das dringend nötig hat, belegen die Zahlen. Der Umsatz des Baugewerbes ging im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Prozent zurück. Das hat der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) ermittelt. Vor allem im Bereich des Wohnungsbaus gab es einen massiven Einbruch: Die Umsätze brachen um knapp 16 Prozent ein. Auch der Wirtschaftsbau hat Federn lassen müssen - er verlor neun Prozent.
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Machtkampf in der Linken
Der Betrag von etwa 15 Billionen ist etwas sehr hoch gegriffen. Die Baukosten hätten sich meines Wissens nach auf 1,5 Milliarden Euro summiert.
Unmittelbar nach der Wende begann in und um Berlin ein beispielloser Bauboom. Während gleichzeitig 20% der deutschen Bauarbeiter arbeitslos waren. Auf den Baustellen arbeiteten billigere Kolonnen aus Polen und England. Aber die Bubble platzte schnell.
In Erwartung hohen Bedarfs hatte man vor allem Einkaufszentren und Bürokomplexe gebaut. Für die man dann keine Mietrer fand. Aller Optimismusmache des Senats zum Trotz, unterm Strich bleibt die Bevölkerungsentwicklung Berlins negativ.
Die Senatverwaltung hat trotzdem große Wohnungsbauprojekte in Spandau (Wasserstadt) und in der Rummelsburgerbucht (Ostseite der Spree) begonnen. Zwei Projekte die seit Baugeginn massiv unter Nachfragemangel leiden. In der Wasserstadt stehen stehen mehr als 60% der Wohn und Geschäftsräume leer. Für die Flächen am Spreeufer finden sich keine Käufer. Und auf dem Tempelhofareal sollen auch mehrere tausend neue Wohneinheiten entstehen. Für wen?
Die Krise des Bauhandwerks in Berlin hat mit der Wirtschaftskrise wenig zu tun. Sie bestand schon vorher. Der Versuch, die Probleme bei den aufgelisteten Luxusprojekten mit der aktuellen Wirtschaftskrise in Verbindung zu bringen ist einfach zu durchsichtig.