Konjunkturdaten Wachstum der deutschen Wirtschaft schwächt sich ab

Nur ein Plus von 0,3 Prozent konnte die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal vorweisen.

Die deutsche Wirtschaft wächst langsam: In den vergangenen drei Monaten gab es nur ein Mini-Plus von 0,3 Prozent. Experten sind trotzdem nicht ernsthaft besorgt.

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal schwächer als zuvor gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September nur um 0,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im zweiten Quartal hatte das BIP infolge der durch den langen Winter bedingten Nachholeffekte am Bau ungewöhnlich kräftig um 0,7 Prozent zugelegt, das langsamere Wachstum war nun aber erwartet worden.

Das Wachstum im dritten Quartal ging laut der Statistikbehörde ausschließlich auf Impulse aus dem Inland zurück. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates seien höher als im Vorquartal gewesen. Dagegen bremste der Außenhandel die Konjunktur: Während die Importe weiter zulegten, zeigten die Exporte "wenig Dynamik". Erst am Mittwoch hatte die EU-Kommission eine vertiefte Untersuchung wegen der seit Jahren hohen deutschen Exportüberschüsse beschlossen.

Experten gehen davon aus, dass die deutsche Konjunktur zum Jahresende wieder anziehen wird. "Das dritte Quartal ist nur ein Schlagloch auf dem Wachstumspfad", sagt Unicredit-Deutschland-Chefvolkswirt Andreas Rees. Auch Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Kramer rechnet mit einer Erholung: "Deutschland dürfte auch im kommenden Jahr merklich stärker wachsen als der Euro-Raum."

Das deckt sich mit den Prognosen der Sachverständigenrates der Bundesregierung. Die Wirtschaftsweisen rechnen für dieses Jahr nur mit einem Wachstum von 0,4 Prozent, 2014 sollen es dann 1,6 Prozent sein.

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