Die Notenbank Fed zeichnet ein düsteres Bild der US-Wirtschaft. Erst gegen Ende des Jahres werde es wieder aufwärts gehen. Besonders dramatisch ist die Lage auf dem Immobilienmarkt.
Die Formkurve zeigt nach unten - und zwar deutlich. Zu Jahresbeginn ist die amerikanische Wirtschaft der US-Notenbank Fed zufolge noch tiefer in die Krise gerutscht. "Die wirtschaftlichen Bedingungen haben sich landesweit nochmals verschlechtert", heißt es in dem Konjunkturbericht "Beige Book" der Federal Reserve für Januar und Februar. Die Geschäftswelt erwarte nicht, dass sich das düstere Konjunkturbild vor Ende des Jahres oder Anfang 2010 wieder aufhelle. Der Abschwung habe sich Anfang des Jahres auf breiter Front fortgesetzt. Die Arbeitslosigkeit steige und die Verbraucher hielten sich mit Ausgaben zurück. Die Krise hat demnach auch den Häusermarkt weiter fest im Griff.
Jeder fünfte US-Hausbesitzer mit einer Hypothek schuldet der Bank mehr Geld als seine Immobilie wert ist. (© Foto: AFP)
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Auch die Nachfrage nach Geschäftsimmobilien sei zurückgegangen, zugleich fallen die Preise immer schneller. US-Notenbanker Dennis Lockhart hatte zuvor ebenfalls gewarnt, eine konjunkturelle Erholung könne noch bis zur zweiten Jahreshälfte auf sich warten lassen. Insbesondere die fallenden Märkte für Geschäftsimmobilien könnten zu weiteren Belastungen für die Märkte und die bereits angeschlagenen Finanzinstitute führen. "Die Bewältigung der Probleme im Finanzsektor ist aber zentral, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen", sagte Lockhart.
Die Lage auf dem Immobilienmarkt ist dramatisch. Jeder fünfte US-Hausbesitzer mit einer Hypothek schuldet den Banken mittlerweile mehr Geld als seine Immobilie noch wert ist. Diese problematische Situation betraf Ende 2008 rund 8,3 Millionen Immobilien, wie eine Studie des Immobiliendienstes First American CoreLogic ergab. Sollten die Häuserpreise um weitere fünf Prozent fallen, kämen noch einmal 2,2 Millionen Immobilien dazu.
Deutsche Bank befürchtet Mega-Crash
Fed-Chef Ben Bernanke hatte jüngst klar gemacht, dass die Lage am Bankensektor noch nicht stabil sei. Ob noch mehr Hilfsgelder in die Finanzmärkte fließen müssten, würden die "Stress-Tests" ergeben. Die US-Aufsichtsbehörden haben Ende Februar mit Belastungstests für die rund 20 größten Institute mit jeweils mehr als 100 Milliarden Dollar an Vermögenswerten begonnen. Dabei soll der Kapitalbedarf der Geldhäuser geprüft werden. Dies soll bis Ende April beendet sein.
Die Notenbank hat bereits fast alles getan, um die Krise zu stoppen. Mit aggressiven Zinssenkungen hat sie sich gegen die Rezession gestemmt, den Leitzins auf nahe Null gekappt und die Märkte mit Liquidität geflutet. Dennoch bleiben die Konjunkturaussichten vorerst düster. Der Fed-Banker Richard Fisher schließt nicht mehr aus, dass die Rezession in den USA zwei Jahre dauern könnte: Das erste Quartal sehe "sehr düster" aus und werde wohl ähnlich schwach wie das vierte Quartal 2008 ausfallen. Auch das zweite Vierteljahr werde "düster" und das dritte und vierte "nicht besonders erfreulich".
Die Deutsche Bank befürchtet mittlerweile sogar einen Einbruch der US-Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um bis zu zehn Prozent. Damit würde die weltgrößte Volkswirtschaft ihre schlimmste Talfahrt seit Jahrzehnten nochmals beschleunigen. Im vierten Quartal war das BIP auf das Jahr hochgerechnet um 6,2 Prozent gefallen.
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(sueddeutsche.de/Reuters/tob/mel)
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"Jeder fünfte US-Hausbesitzer mit einer Hypothek schuldet den Banken mittlerweile mehr Geld als seine Immobilie noch wert ist." - mag zwar die Bilanzen der Banken schlecht aussehen lassen, ist jedoch kein Problem bzw. nicht das Problem. Dieses ist eher die schwindende Zahlungsfähigkeit der Schuldner. Deswegen wäre es bessser das Einkommen der Masse der Bevölkerung in Zahlungsfähigkeit zu bringen bzw. zu halten, als den Hypothekenmarkt zu manipulieren.
@maxwaldo: die Amerikaner sind nicht weniger produktiv als Deutsche oder Chinesen, genauso klug, genauso fleissig.
man das tut weh. Wohlgemerkt auch ich hab was gegen Umverteilung und Sozialneid. Aber ihre Einschaetzung der USA ist voellig falsch. Typisches Opfer des Hollywood Marketings. Was in USA zurzeit abgeht ist eine gigantische Entschuldung der privaten und oeffentlichen Haushalte. Von Schulden, die gemacht wurden, um sich in den letzten Jahrzehnten einen schlauen Lenz machen zu koennen. Auf Kosten des Restes der Welt. M.E. sind die Amis die groessten Weicheier der Welt und dumm und schlecht ausgebildet dazu. Die Probleme in USA sind viel zu vielschichtig und gravierend als dass man da mal in die Haende spuckt. Ich darf das sagen, ich hab dort die letzten 12 Jahre gelebt und gearbeitet (muessen)
Jetzt koennen sie wieder Bonanza gucken
Bei diesen Klienten kann ich nur sagen - selbst Schuld liebe Bank. Wer einem Vollproll zum bestandenen Baumschulabschluss ein konkret-krasses Auto finanziert, der darf sich über eine geplatzte Finanzierung nicht wundern. Verklagt die Makler und andere Provisionsgeier. Bei denen ist wahrscheinlich noch etwas zu holen.
Hier zeigt sich wieder mal der Mentalitätsunterschied: Während wir Deutsche jammern und unsere Sozialneid- und Umverteilungsdebatte pflegen, spucken die Amerikaner in die Hände und packen an. So let´s wait and see...
daneben haben wir noch die Kreditkarten - Privatkreditkrise
die Verbriefungskrise nebst CDS
und die Heuschreckenkrise, denn viele Private Equity-Firmen sind mit 80 und mehr Prozent Fremdkapital finanziert. Zins-und tilgungsfrei gestellt bis zu einem gewissen Termin und fallen Termine in die nächsten 12 Monaten werden viele zu Konkursen führen.
Das Problem bei den Sub-Prime-Krediten: Ein Objekt war real 100 000 Dollar wert und in der Blase bis zu 200 000 Dollar bewertet und beliehen. Heute stehen einem Verkehrswert von 50 000 Dollar Schulden von 200 000 und mehr Dollar Schulden gegenüber.
Daneben sind in den USA derzeit ca 2 Billionen Dollar weniger an Kaufkraft vorhanden als in den goldenen vergangenen 10 Jahren. Das zieht die derzeit zu beobachtenden Einbrüche beim Konsum nach sich mit negativen Auswirkungen auf Investitionen.
Denk ich an Amerika in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.
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