Konjunkturausblick OECD befürchtet Rezession in der Euro-Zone

Es wird ein harter Winter: Die Wirtschaft der Euro-Zone schrumpft dem Konjunkturausblick der OECD zufolge deutlich. Das liegt vor allem am Einbruch in Krisenstaaten wie Portugal oder Griechenland. Aus deutscher Sicht gibt es noch etwas Hoffnung.

Die Eurozone rutscht nach Einschätzung der OECD in eine neue Rezession. Sowohl in diesem als auch im nächsten Quartal werde die Wirtschaftsleistung der 17 Staaten mit der Gemeinschaftswährung voraussichtlich schrumpfen, heißt es im neuen Konjunkturausblick der Organisation. Allzu lange dürfte der Einbruch aber nicht dauern.

Für das Gesamtjahr 2012 prognostiziert die OECD für die Euro-Zone ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent. Im Mai war sie noch von zwei Prozent ausgegangen. Mit den positiven Zahlen könne erst ab dem zweiten Quartal gerechnet werden. 2013 soll die Wirtschaft dann um 1,4 Prozent wachsen.

Voraussetzung dafür sei allerdings, dass sich die Schuldenkrise nicht weiter verschärfe: "Die Euro-Krise ist noch immer das herausragende Risiko für die globale Wirtschaftsentwicklung." Sollte die EU die Lage nicht unter Kontrolle bringen, könnte sich die Störung der Wirtschaft massiv ausweiten und "in absolut katastrophalen Resultaten enden".

In den Krisenstaaten bleibt die Lage düster: Für Italien wird ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 0,5 Prozent prognostiziert. Portugal muss sogar mit einem Minus von 3,2 Prozent rechnen. Die Schätzung für Griechenland liegt bei minus 3,0 Prozent. All diese Zahlen gelten

Relativ optimistisch blickt die OECD allerdings auf die Lage in Deutschland. Die Konjunktur werde nach einer bis ins Frühjahr währenden Schwächephase ab Mitte 2012 wieder Fahrt aufnehmen. "2013 dürfte das Wachstum stärker ausfallen als in anderen Mitgliedern des Euro-Raums - nicht zuletzt, da kein nennenswerter Abbau von Privat- und Unternehmensschulden erfolgen muss", schreiben die Analysten. Nach einem Wachstum von drei Prozent in diesem Jahr rechnen sie für 2012 insgesamt mit einem Wachstum von 0,6 Prozent. 2013 sollen es dann 1,9 Prozent werden.

Pier Carlo Padoan, Chef-Volkswirt der OECD, nutzte die Präsentation des Ausblicks in Paris, um seine klare Vorstellung kundzutun, was die Politik gegen die Krise unternehmen müsse: "Um die Ansteckungsgefahr in der Eurozone einzudämmen, muss der Europäische Rettungsfonds erheblich aufgestockt und die Europäische Zentralbank (EZB) mit einbezogen werden", sagte er. "Diese deutlich erhöhte Feuerkraft muss mit Reformen einhergehen, die fahrlässigem Verhalten entgegenwirken." Vor allem die Bundesregierung sperrt sich gegen einen weitergehenden Einsatz der EZB. Schon ihre bisherigen, begrenzten Käufe von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Staaten sind umstritten.

Für ihren Ausblick analysierte die OECD auch die Lage der Vereinigten Staaten und Japans. In beiden Ländern soll die Wirtschaft 2012 um zwei Prozent wachsen.