Die führenden deutschen Forschungsinstitute begrüßen das Rettungspaket des Bundes für die Banken. Das Risiko eines starken Abschwungs sei dadurch gemildert geworden.
Die führenden Wirtschaftsinstitute haben das Rettungspaket der Bundesregierung positiv bewertet. Es mindere das Risiko eines starken Abschwungs in Deutschland, sagte der Sprecher der Institute, Udo Ludwig, am Dienstag bei der Vorstellung des Herbstgutachtens in Berlin.
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Angesichts der Finanzmarktkrise sei "entschlossenes Eingreifen des Staats gefordert", sagte Ludwig. Allerdings müssten dabei Fehlanreize vermieden werden. "Die Aufgabe ist extrem schwierig", sagte der Wirtschaftsexperte. Einerseits gelte es, eine systemische Krise zu verhindern; dazu bedürfe es einer "umfassenden Lösung".
Andererseits müssten allzu große Belastungen für den Steuerzahler vermieden werden. Nötig sei deshalb eine Variante, bei der der Staat von etwaigen Gewinnen partizipiere.
Die Lage der öffentlichen Haushalte werde sich durch die Krise verschlechtern, sagte Ludwig weiter. Dies sei aber kein Grund für einen restriktiven Finanzkurs oder für Maßnahmen zur Vermeidung eines Defizits.
Ein klassisches Konjunkturprogramm, wie es der Deutsche Gewerkschaftsbund gefordert hatte, lehnen die Wirtschaftsforscher als wenig erfolgversprechend ab. Dennoch befürworten sie Entlastung für die Bürger, die die Konjunktur stützen könnten. In Betracht kämen eine Senkung der Einkommensteuer oder die Verminderung der Sozialabgaben, die rasch umsetzbar wären.
Gleichwohl dürfe dies nicht zur Abkehr vom Konsolidierungskurs oder zu einer dauerhaft höheren Verschuldung führen, sagte Ludwig. Als Gegenmaßnahme käme ab 2010 ein schnellerer Abbau von Subventionen infrage.
In ihrem Herbstgutachten hatten die Forschungsinstitute festgestellt, dass sich Deutschland am Rande einer Rezession befinde. Im kommenden Jahr soll die Wirtschaft nur noch um 0,2 Prozent wachsen. Im schlimmsten Fall könnte sie nach einem "Risikoszenario" der Forscher sogar um 0,8 Prozent schrumpfen.
Insgesamt werde die globale Wirtschaft 2009 real nur noch um 1,8 Prozent wachsen, prognostizieren die Institute in der Gemeinschaftsdiagnose (GD).
Für 2008 sagen die Forscher noch ein Plus von 2,5 Prozent voraus. "Die Weltkonjunktur wird noch weiter an Fahrt verlieren, denn die Belastungen insbesondere vonseiten der Finanz- und der Immobilienmärkte sind gegenwärtig beträchtlich", heißt es in dem Gutachten. In Ländern, in denen der Finanz- oder Bausektor eine große Bedeutung habe, drohe gar eine Rezession.
Die USA müssen sich demnach bis Mitte 2009 auf eine Schwächephase einrichten, bevor die negativen Einflüsse der Finanzmarktkrise abklingen.
Keine ausgeprägte Rezession
Die Institute erwarten für 2008 ein Plus beim US-Bruttoinlandsprodukt von 1,6 Prozent und für nächstes Jahr eine Zuwachsrate von einem Prozent. Ähnlich wie in den USA werde sich erst ab Mitte 2009 auch in der Weltkonjunktur eine allmähliche Erholung einstellen.
Zunächst aber steht vielen Regionen nach Ansicht der Forscher eine konjunkturelle Durststrecke ins Haus. "Für Westeuropa zeichnet sich ab, dass die Wirtschaft in einer Reihe von Ländern in der zweiten Jahreshälfte 2008 in eine Rezession abgleitet, wenn auch in keine sehr ausgeprägte", heißt es in dem Bericht.
Besonders der schwächere Export hinterlasse Schleifspuren. Zudem dämpfe die deutliche Korrektur des Immobilienbooms - etwa in Großbritannien, Spanien und Irland - die Konjunktur.
Anders als in den USA werde diese Korrektur für sich betrachtet jedoch nicht zu einer systemischen Krise des Finanzsektors führen. Auch das vorläufige Ende des Euro-Höhenfluges mache sich positiv bemerkbar, da damit ein wichtiger konjunktureller Belastungsfaktor in Westeuropa an Einfluss verliere.
ZEW-Index bricht ein
Die Weltwirtschaft profitiere zudem durch die weiterhin kräftige Nachfrage aus den Schwellenländern, für die die Institute 2009 eine leichte Abkühlung des Wachstums auf 6,0 von 6,9 Prozent im laufenden Jahr voraussagen. China wird der Prognose zufolge nächstes Jahr allerdings kein zweistelliges Wachstum mehr schaffen und nur noch um 9 Prozent zulegen. Für 2008 sagen die Institute ein Plus von zehn Prozent voraus. In Russland wird sich das Wachstum demnach 2009 auf 6,5 von prognostizierten 7,1 Prozent im laufenden Jahr abschwächen.
Die Forscher weisen jedoch ausdrücklich daraufhin, dass im aktuellen Umfeld der Finanzmarktkrise die Unwägbarkeiten für die Prognose der Weltkonjunktur sehr groß sind. Zwar sei ein Kollaps des Bankensystems unwahrscheinlich, da die Wirtschaftspolitik aus den Fehlern der Depressionszeit in den 30er Jahren gelernt habe.
Nur wenn es in den kommenden Monaten mit Hilfe der staatlichen Hilfen zu einer Stabilisierung des Bankensektors komme, könne größerer gesamtwirtschaftlicher Schaden abgewendet werden. "Andernfalls wäre mit einem Einbruch der realwirtschaftlichen Investitionen zu rechnen, etwa aufgrund einer Unterversorgung der Wirtschaft mit Krediten.
Die Sorgen über die Konjunkturentwicklung spiegeln sich auch in der Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) wider. Der Index der Konjunkturerwartungen fiel von minus 41,1 Punkten im September auf minus 63,0 Zähler. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf minus 52,5 Punkte vorhergesagt.
(sueddeutsch.de/Reuters/hgn)
Großprojekte in Berlin
Unsere Bundeskanzlerin macht alles. Sie ist Bundespräsident, Außenminister und jetzt auch Finanzminister in einer Person. Sie ist einfach einmalig!
deutschen Forschungsinstitute ist, darf ein bischen Lob schon sein. Andernfalls gibt`s keine Aufträge mehr!
.....und Steinbrück verspricht im Gegenzug den Einsatz von "externem Sachverstand" (gestern gegenüber Stichwortgeber H.Bremer, n-tv) in seinem Ministerium.
Da werden dann R.Berger und Co. die Finanzindustrie UND die Regierung beraten. Das nennt man dann wohl Pragmatismus, oder kurzer Dienstweg.
Die ersten Gewinner, die aus dieser Krise hervorgehen, dürften damit wohl auch feststehen.
Fragt sich nur, womit die 1600 hochqualifizierten Mitarbeiter der Bafin so lange beschäftigt werden.
Friedel Mueller
3. Finanzmarktpolitik
Seite 86
Produktinnovationen und neue Vertriebswege müssen nachdrücklich unterstützt werden.Dazu wollen wir die Rahmenbedingungen für neue Anlageklassen in Deutschland schaffen.Hierzu gehören:
Die Einführung von Real Estate Investment Trusts (Reits) unter der Bedingung, dass die verässliche Besteuerung beim Anleger sichergestellt wird und positive Wirkungen auf Immobilienmarkt und Standortbedingungen zu erwarten sind,der Ausbau des Verbriefungsmarktes,die Erweiterung der Investitions- und Anlagemöglichkeiten für Public-Private Partnerships,die Überarbeitung der Regelungen für den Bereich Private Equity im Wege der Fortentwick-lung des bestehenden Unternehmensbeteiligungsgesetzes in ein Private-Equity-Gesetz.
Seite 87
Überflüssige Regulierungen abbauen. Dazu werden wir eine interministerielle Arbeitsgruppeeinrichten, die im Dialog mit Markteilnehmern ein Möglichkeitspapier zum Bürokratieab-bau im Finanzsektor vorlegen soll. Bestehende Gesetze, Verordnungen und sonstige Regulie-rungen sind darauf zu überprüfen, ob sie ihr Ziel kostengünstig erreichen oder noch erforder-lich sind. Als Startprojekt bietet sich die anstehende Novelle des Investmentgesetzes an.
Wir wollen die bestehenden Corporate Governance Regeln anwenden und an neue Erforder-nisse im Lichte der internationalen Entwicklung anpassen. Für institutionelle wie für privateAnleger sind die Grundsätze und Prinzipien, nach denen Unternehmen organisiert und gelei-tet werden, insbesondere unter dem Maßstab der Vergleichbarkeit, von hohem Interesse. DieTransparenz über die Eigentümerverhältnisse börsennotierter Unternehmen soll verbessertwerden. Die Modernisierung des Bilanzrechts und die wechselseitige Anerkennung deut-scher, europäischer und amerikanischer Rechnungslegungsvorschriften sind vordringlicheMaßnahmen zur Stärkung des Finanzplatzes Deutschlands.
Staatsfinanzen nachhaltig konsolidieren Steuersystem zukunftsorientiert reformieren.
So hatte ich das nicht betrachtet, aber Sie haben recht..
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