Stimmung auf dem Tiefpunkt: Seit 20 Jahren war das Klima in der Weltwirtschaft nicht mehr so schlecht. Ökonomen warnen bereits vor einem globalen Abschwung.

Das Wirtschaftsklima wird immer rauer. Es gibt viele Daten, die das belegen - eine davon ist die Datensammlung des Münchner ifo-Instituts. Vier Mal im Jahr bewerten die Experten die Situation der globalen Wirtschaft - und die aktuellen Zahlen geben Anlass zur Sorge. Denn die Finanzkrise und der weltweite Konjunkturabschwung haben die Stimmung auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren gedrückt.

Hamburger Hafen in der Abendsonne: Das Weltwirtschaftsklima kühlt sich rasant ab. (© Foto: AP)

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Der Indikator für das Weltwirtschaftsklima brach im Oktober von 73,4 Punkten im Vorquartal auf 60,0 Punkte ein, wie das ifo-Institut mitteilte. Es war der fünfte Rückgang in Folge. Vor allem die Einschätzungen zur derzeitigen wirtschaftlichen Lage verschlechterten sich massiv, aber auch für die kommenden sechs Monate zeigten sich die befragten Experten deutlich skeptischer. "Insgesamt deuten die erhobenen Daten auf eine globale Rezession hin", erklärte ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Abkühlung in den Boom-Regionen

Die Wirtschaftsforscher ermitteln den Index viermal jährlich durch eine Befragung von rund 1000 Experten aus 91 Ländern, die sie nach ihren Einschätzungen zur aktuellen Lage und den Erwartungen für das nächste Halbjahr befragen.

Aus beiden Werten ermittelt das ifo Institut den Index für das Weltwirtschaftsklima. Bei der aktuellen Umfrage sackten die Urteile zur derzeitigen Wirtschaftslage von 85,8 Punkten im Vorquartal auf 67,6 Punkte ab. Der Erwartungsindex gab von 61,4 Punkten auf 52,6 Punkte nach.

Neben den großen Wirtschaftsregionen Nordamerika, Westeuropa und Asien traf die Abkühlung dieses Mal auch Mittel- und Osteuropa, Russland, Lateinamerika und Australien.

In den USA werde die aktuelle Wirtschaftslage zwar weiterhin sehr ungünstig bewertet, für die kommenden sechs Monate zeigten sich die Experten aber nicht mehr ganz so pessimistisch wie in der ersten Jahreshälfte.

In Westeuropa verschlechterte sich das Wirtschaftsklima erneut in nahezu allen Ländern. Die aktuelle Situation werde derzeit vor allem in Spanien, Italien, Belgien und Irland ungünstig beurteilt, hieß es. Für Asien trübten sich sowohl die Urteile zur derzeitigen Lage als auch die Erwartungen für das kommende halbe Jahr ein.

Einziger Lichtblick: Die Inflationserwartungen hätten weltweit ihren Höhepunkt überschritten, hieß es. Für die kommenden sechs Monate nahmen die Experten nahezu überall ihre Prognosen für die Teuerung zurück. Eine Mehrzahl rechnet zudem in den kommenden Monaten mit sinkenden Notenbankzinsen.

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(sueddeutsche.de/dpa/tob/pak)