Die Rezession trifft Deutschland härter als andere Staaten. Trotzdem sollte die Wirtschaft gerade jetzt auf alte Stärken vertrauen.
Die Deutschen haben die globale Krise mit Verzögerung wahrgenommen. Erst dachten Politiker und Meinungsmacher, das Ganze sei ein Problem der Amerikaner, nur um dann feststellen zu müssen, dass die Banken im eigenen Land noch fahrlässiger gewirtschaftet haben als die der Wall Street.
Warenumschlag am Hamburger Hafen: Weil Deutschlands Konjunktur stark vom Export abhängt, trifft die weltweite Rezession die Republik besonders schwer. (© Foto: AP)
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Man leistete sich elaborierte Debatten über das Ende des angelsächsischen Kapitalismus und erlebt jetzt den Realitätsschock: Die deutsche Wirtschaft wird von der Rezession noch viel stärker getroffen als die amerikanische. Unter den großen Industrieländern muss nur Japan einen noch stärkeren Rückgang der Wirtschaftsleistung hinnehmen als die Bundesrepublik. Ein harter Winter mit dramatisch steigender Arbeitslosigkeit steht bevor.
Der Grund für all das ist klar: Deutschland war und ist Exportweltmeister. Die Erfolge von BMW, Daimler, Porsche und den deutschen Maschinenbauern im Ausland drehen sich jetzt in ihr Gegenteil um. Der Absatz von Werkzeugmaschinen, Industrieanlagen und vielen anderen Produkten, bei denen die Deutschen führend sind, ist besonders konjunkturempfindlich, im guten wie im schlechten Sinne.
Es war daher unvermeidbar, dass die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg einen entsprechenden Einbruch in Deutschland nach sich zieht. Dazu kommt die Kreditklemme. Kredite, mit denen Kunden überall auf der Welt ihre Siebener-BMWs und S-Klasse-Mercedes finanziert haben, sind knapp geworden. Zwei Fragen stellen sich jetzt: Soll Deutschland seine Abhängigkeit vom Export verringern? Und hat die Bundesregierung genügend getan, um das Schlimmste zu verhindern?
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum die Konjunkturpolitik der Bundesregierung weitgehend richtig ist - und wo das Problem in der Bankenpolitik liegt.
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Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
von der TAZ über die FR, den tagesspiegel und sogar die FAZ, ganz zu schweigen von seriösen Wirtschaftsfachmagazinen wie der FTD oder gar der INSM Wirtschaftswoche, leisten sich mittlerweile zumindest einen Nachfrage orientierten Wirtschaftsredakteur. Mittlerweile haben die in vielen Häusern sogar das Ressort Wirtschaft unter sich... Nur ein kleines gallisches Dorf in der Mitte von München, das macht unverdrossen weiter auf Angebot und Export, gerade so als würde hier der Gral der Weisen gehütet. Es ist wirklich unfassbar, was aus der SZ für ein Haufen ideologisch Verblendeter geworden ist, der ganz offensichtlich auch weiterhin gnadenlos auf ausländisches Geld setzt.
Und das bei einer Zeitung, die diesen Wirtschaftsteil wirklich nicht verdient hat. Schade.
Stabilitätsgesetz von 1967
§1
Bund und Länder haben bei ihren wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen die Erfordernisse des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts zu beachten. Die Maßnahmen sind so zu treffen, daß sie im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung gleichzeitig zur Stabilität des Preisniveaus, zu einem hohen Beschäftigungsgrad und AUßENWIRTSCHAFTLICHEN GLEICHGEWICHT bei stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum beitragen.
Und Leistungsbilanz und Zahlungsbilanz gleichen sich gegenseitig aus.
Wenn Leistungsbilanz größer 0 (Exportüberschuss) dann Zahlungsbilanz kleiner 0 (Kapitalabfluss) - kein Geld für Investitionen.
"...dass Exportüberschüsse von sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts und mehr nicht durchzuhalten waren und deshalb nicht zurückkehren werden. Die Lücke, die dabei entsteht, ist aber nicht durch Konsum zu schließen, sondern nur, wenn beim nächsten Aufschwung im Inland mehr investiert wird."
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das extreme außenwirtschaftliche Ungleichgewicht hat die Krise doch erst verursacht.
Volkswirtschaft: Leistungsbilanzüberschuss = KapitalEXport in der Zahlungsbilanz, also woher soll das Kapital für Investitionen kommen, das geht nicht! Investitionen gleichen außenwirtschaftliche Ungleichgewichte nicht aus. Im Gegenteil wichtige Investitionen in Deutschland können durch Leistungsbilanzüberschusse nicht getätigt werden.
Kapital fließt dort hin wo der Konsum ist! Um dort Kaufkraft zu erzeugen, wie soll sonst ein Land mehr importieren als exportieren - nur indem das Kapital von außen rein kommt.
Investitionen werden dort getätigt wo der Konsum ist, denn dort ist das Kapital. Wo ist das Geld der DEUTSCHEN Banken denn verbrannt? Dort wo der Konsum ist/war.
"Die Vorstellung, die Deutschen sollten einfach mehr konsumieren und weniger exportieren, ist irreal." So einfach ist das Weltbild eines SZ-Wirtschaftsjournalisten.
Dass die vergangenen Regierungen unermüdlich die Binnenkaufkraft geschwächt haben, ist an ihm spurlos vorübergegangen. Daher ist unser Schicksal: Exportieren oder krepieren. Wie heftig müssen diese angebotsorientierten Wirtschaftler noch auf die Schnauze fallen?
Auch die Hoffnung, mit größeren Kreditmitteln saufen die Pferde (Wirtschaft) wieder, ist vergebens. Nicht die Zurückhaltung der Banken lähmt zur Zeit die Wirtschaft, sondern der Auftragseingangsrückgang von 20, 30 und mehr Prozent. Ein Teil der Betriebe stellt Investitionen und Wareneinkauf zurück und braucht keine Kredite und ein anderer Teil weist so schlechte Zahlen aus, dass die Banken Kredite verweigern.
Es bleibt zu hoffen, dass ins Bundeswirtschaftsministerium mehr Sachverstand einzieht, als in die SZ-Redaktion.