Schwarz malt auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter. "Im günstigsten Szenario werden wir im kommenden Jahr ein Nullwachstum haben. Wir können am Ende aber auch bei minus vier Prozent landen", sagte Walter zu sueddeutsche.de. Er empfahl für Deutschland eine rasche Senkung der Mehrwersteuer von 19 auf 16 Prozent.

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Bürger bangen um Zukunft

Auch die Bundesbürger sorgen sich um ihre Zukunft. Fast drei Viertel (73 Prozent) sind der Ansicht, dass "der schlimmste Teil der Krise uns noch bevorsteht", wie der "ARD-Deutschland-Trend" ermittelt hat. Dies sind zehn Punkte mehr als vor einem Monat. Die Hälfte der Befragten (51 Prozent) bangt um die persönliche wirtschaftliche Zukunft. Vor dem Hintergrund der weltweiten Krise verschlechterte sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland deutlich. 42 Prozent der Bundesbürger machen sich Sorgen um ihre Ersparnisse.

Sorgen machen sich auch die Unternehmen. Sie kommen einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zufolge zunehmend schwieriger an Kredite. Etwa ein Drittel der befragten Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft habe zuletzt über stärkere Zurückhaltung der Banken geklagt, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Freitag in München. "Insbesondere Großunternehmen klagen darüber, dass die Kreditvergabe restriktiv sei", sagte Sinn. Hier liege die Quote sogar bei rund 40 Prozent. Von einer Kreditklemme wollte Sinn aber noch nicht sprechen. "Kreditklemme würde ich es noch nicht nennen, aber die Kredithürde wird höher", sagte er. Halte dieser Trend an, werde es problematisch.

Moderate Teuerung

Entwarnung gab die Bundesbank am Freitag bei der Teuerung, die wegen der hohen Öl- und Nahrungsmittelpreise noch im Sommer Rekordwerte erreicht hatte. Im kommenden Jahr dürften die Lebenshaltungskosten im Schnitt nur noch um 0,8 Prozent zulegen, nach einem Plus von 2,8 Prozent in diesem Jahr. 2010 rechnen die Experten damit, dass die Verbraucherpreise um 1,4 Prozent steigen und damit deutlich unter der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen. Diese sieht bis zu einer Teuerung von knapp unter zwei Prozent stabile Preise gegeben.

Auch der Arbeitsmarkt werde von der Finanzkrise, die sich längst zu einer Wirtschaftskrise entwickelt hat, betroffen. So werde die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2009 und 2010 jeweils um mehr als 100.000 Personen steigen, erklären die Ökonomen. Im Vergleich mit früheren zyklischen Schwächephasen würde das aber keinen harten Rückschlag bedeuten.

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(sueddeutsche.deReuters/dpa/AP/mel/tob)