Von Johannes Kuhn

Ein Protagonist der Kreditkrise spürt kalifornischen Gegenwind, ein englischer Bankchef wird von Betrügern reingelegt und der venezolanische Präsident schenkt dem Erzfeind Öl - die skurrilsten Wirtschaftsnews aus dem Netz.

Exzentrische Wahl

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Countrywide-Financial-Chef Mozilo: Millionenabfindung statt Gastvortrag? (© Screenshot: sueddeutsche.de)

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Die Immobilienkrise hat Amerika voll im Griff - einzig an den Verantwortlichen der University of San Diego scheinen die Angelegenheit vorbei gegangen zu sein. Denn als Hauptredner für ihre jährliche Immobilienkonferenz hatten sie jetzt Angelo Mozilo, Chef der US-Hypothekenbank Countrywide Financial, eingeladen.

Eine - gelinde gesagt - exzentrische Wahl: Countrywide Financial gilt als ein Hauptakteur bei der wahllosen Vergabe von minderwertigen Immobilienkrediten und stand Gerüchten zufolge in den vergangenen Monaten mehrmals vor der Insolvenz. Kurz bevor der Aktienkurs des Unternehmens ab Sommer 2007 um rund 80 Prozent einbrach, hatte Mozilo nach Berechnungen der Finanzanalysen von Bloomberg rund 122 Millionen Dollar durch den Verkauf von Aktienoptionen kassiert.

Die Entscheidung der Universität wurde deshalb von einigen Bürgern San Diegos mit Entsetzen aufgenommen. Weil Kalifornien ganz besonders von der Immobilienkrise und Zwangsversteigerungen betroffen ist, kanalisierten sie mit der Internetseite "Disinvite Mozilo" ihren Protest. Auf dieser forderten sie die Ausladung des umstrittenen Managers und kündigten Demonstrationen an, sollte Mozilo tatsächlich als Redner in San Diego auftauchen. Als die Angelegenheit in die Medien hochkochte, war der Aufstand allerdings auch schon wieder vorbei: Mozilo sagte seine Teilnahme an der Konferenz ab.

Ob dies den Protesten geschuldet ist, scheint allerdings fraglich: Am 10. Januar wurde gemeldet, die Bank of America wolle Countrywide Financial für rund 4,1 Milliarden Dollar übernehmen. Mozilo muss sich deshalb wohl auf harte, für ihn aber äußerst angenehme Verhandlungen vorbereiten: Schätzungen zufolge könnte er im Zuge der Übernahme nochmals Abfindungen und Prämien von bis zu 115 Millionen Dollar kassieren.

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