BMW baut schicke Autos, darum sollen auch die Mitarbeiter schick sein. Die Belegschaft kleide sich aber zu leger, teils sogar anzüglich, klagt der Autobauer - und fordert Besserung.
Fragt man BMW-Mitarbeiter, wofür Ihre Marke steht, wird nicht lange nachgedacht. Es gibt zwei Antworten: Premium, sagen die Einen. Sportlichkeit, die Anderen. Im Grunde geht es um beides - und den täglichen Spagat zwischen beiden Attributen. Manchmal aber ist der Spagat nicht ganz so einfach - zum Beispiel, wenn es um die interne Kleiderordnung geht.
In Flipflops zum Fließband? Bitte nicht bei BMW! Der Premiumhersteller appelliert ans modische Empfinden seiner Mitarbeiter. (© Foto: AFP)
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Zum Beispiel im FIZ, dem großen Forschungszentrum des Autobauers in der Münchner Knorrstraße. Dort wird in diesen Tagen heftig diskutiert. Darüber, was noch geht - und was nicht. Man könnte auch sagen: Wie viel Sportlichkeit verträgt der Traditionshersteller, ohne seinen Premium-Anspruch zu verlieren?
Eine interne Mail an BMW-Entwicklungschef Klaus Draeger, die der SZ vorliegt, erlaubt nun seltene Einblicke in die internen Debatten eines Autoherstellers. "Seit Jahren" beobachte man "mit wachsendem Unmut den zunehmenden Trend vieler Mitarbeiter, in ungepflegter Freizeit- oder gar Strandbekleidung zur Arbeit im FIZ zu erscheinen", heißt es dort.
Zwar erwarte man von den Entwicklungsingenieuren ohne Kundenkontakt zwar "keinen dunklen Anzug mit Krawatte" - aber "lange Hosen und ein gebügeltes Hemd" sollten schon sein. "Abgeschnittene Hosen und Flipflops" seien "Ausdruck der Missachtung des Arbeitgebers".
Besonders pikant sei es, wenn hochkarätige Besucher - auch aus "anderen Kulturkreisen" - auf den Fluren auf Mitarbeiter träfen, die T-Shirts mit expliziten sexuellen Aufforderungen trügen.
Bei BMW bestätigt man die Mail - nimmt das Ganze aber dann doch recht sportlich. Nur ein Satz zu der Angelegenheit: "BMW-Mitarbeiter repräsentieren das Unternehmen und sollten darauf achten, adäquat gekleidet aufzutreten."
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(SZ vom 12.02.2010/jcb/hgn)
Konsequenz der Loveparade-Katastrophe
bei der Bezirksdirektion einer großen deutschen Geldsaugmaschine.
Gut, es waren dreißig Grad draußen, aber dass ich gleich zwischen zwei Damen in offenen Plastikschuhen (die der einen noch dazu vom Badeschlappenhersteller "Fashy" - ich konnte es bestens lesen, denn sie legte ein Bein mit dem Knöchel auf den anderen Oberschenkel) sitzend meine Selbstdarstellung abgeben durfte, fand ich schon befremdlich.
Naja, die Nummer stand auch sonst unter keinem guten Stern ;-)
[...]
Ganz unabhängig von den vorherigen Überlegungen ergreift mich ein plötzlicher Zweifel. Nachdem ich selbst am o.g. Standort gelegentlich verkehren durfte, ohne jemals selbst vom anstößigen Antlitz der verpönten Kleidungsstücke in meinem durchaus feinfühligen Ästhetikempfinden belästigt worden zu sein, wäre es vorstellbar, dass die metropoliten Denker aus den luftigen Höhen der Konzernzentrale sich vor lauter internationalem Lebenswandel womöglich von den rauhen und bodenständigen Sitten und Gebräuchen der eingeborenen Bürobevölkerung dermaßen entfremdet haben, dass sie sich über vereinzelte Exemplare der allerseits geschätzten Lederhosen und Birkenstocksandalen aufregt haben? Sagen Sie mir bitte, dass ich mich irre.
[...] einfachen über Jahrzehnte wiederholten Litanei seine durchaus rustikale Seele vor dem Fegefeuer zu retten.
3) Die versammelten BMW-Kaderangehörigen gehören auf der Stelle ostrakisiert, nicht nur wegen der soeben aufgezeigten Ineffizienz, sondern vor allem wegen der hochgradigen Dämlichkeit, Eleganz von germanischen Technikern zu erwarten, von denen jede Anstrengung in diese Richtung unweigerlich in einer Katastrophe apokalyptischen Außmaßes münden wird. Und auch wenn sich die tollkühnsten Erwartungen beim Streben nach Durchsetzung eines anerkannten Mindeststandards für provinzielle Eleganz wider Erwarten eines Tages erfüllen sollten, bildet sich das hochbezahlte Geschmacks-Areopag tatsächlich ein, mit grün-blau karrierten Saccos, Comics-Polyesterkrawatten, gebügelten kurzämligen Hemden und frisch gestärkten Tennissocken Prominente aus halbwegs zivilisierten Ländern zu beeindrucken? Allem Anschein nach ja, und das ist ein schwerer Berufsfehler. Weltkonzerne wollen von Leuten geführt werden, die wenigstens einen diffusen Eindruck von Fähigkeit und Weltgewandtheit herbeirufen.
Natürlich könnte man sich berechtigterweise fragen, weshalb die denkende Etage ihren hochkarätigen Besuch dem abstoßenden Anblick arbeitender Techniker aussetzt, mit denen die edlen Herrschaften ohnehin nicht umzugehen pflegen. Wären Hoheiten nicht bei den parfümierten, exquisit gekleideten und kosmopolitischen Epheben der Stabsabteilungen besser aufgehoben, die solche Fließband-Geistesblitze wie die derzeitige Konzernstrategie "Number One" absondern? Nicht jeder vermag zu wissen, dass dieser Begriff in der schönen Sprache des ehemaligen Texas-Gouverneurs George Bush "das kleine Geschäft" heisst. Diejenigen, die dafür verantwortlich zeichnen, sollten es aber. Aber ich schweife aus. Verlangt wird ja nicht Kompetenz sondern optisch ansprechende Statisten.
Wie auch immer, nachdem das Human Ressources Management, wie der Name darauf hindeutet auf einem humanen Weg, die Perverslinge, die sich während der neun Monate, in denen in der Bayerischen Hauptstadt Minustemperaturen herrschen, unsittlich kleiden, entsorgt hat, wird es sehr bald merken, dass die verbleibende Belegschaft sich den Rest der Zeit Schweinshaxen essend und Cappucino trinkend bei 40°C im Schatten an den überfüllten Stränden des Gardasees tummelt. Dieses dürfte ohnehin an die Umsetzung der strategischen Zukunftsvision eines Sustainably Dress Optimized Work Environment heranreichen.
Ganz unabhängig von den vor
Zum Glück habe ich einen unfehlbaren Dreipunkteplan, um den Stolz der deutschen Automobilindustrie aus der Bredouille zu retten. Denn er besteht aus drei Punkten, wie jeder unfehlbare Plan, der was von sich hält, so wie geistiges Finger Food, in bunten leichtbekömmlichen managerhirngerechten Häppchen hergerichtet, um die Gefahr einer intellektuellen Magenverstimmung gänzlich auszuschließen:
1) Der Verband der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie sollte sich dafür einsetzen, grundsätzlich jede Person männlichen Geschlechtes, unabhängig von Rasse, Religion oder Arbeitgeber, die sich in Bermudas und Flip-Flops zur Schau stellt, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Schweinshaxen steinigen zu lassen - ob "steinigen" technisch gesehen der angebrachte Terminus ist, würde den Rahmen dieser Diskussion sprengen. Und wenn die Devianten dermaßen unterbelichtet sind, sich während des Schneesturms, der in München seit Anfang Dezember wütet, in dieser Kleidung erwischen zu lassen, dann nehme man eben für die Haxigung als Gnadenmaßnahme gefrorene Schweinshaxen, was für eine schnelle und saubere Vollstreckung sorgen dürfte - Bayern sind ja keine Unmenschen. Wenn die internationale Charta der Menschenrechte die Bürger, wie man es eigentlich erwarten könnte, vor willkürlichem und invasivem schlechten Geschmack und Dummheit schützen würde, wäre niemand zu solchen Maßnahmen gezwungen.
2) Jeder BMW-Jünger, der auf die Frage, wofür seine Marke steht, statt Hacken zusammenschlagend wie ein guter Pawlovscher Hund augenblicklich die einzig geweihte Antwort: "Freude, meine Führungskraft!" zu bellen, was die Corporate-Religionspolizei seit Jahrzehnten versucht, in die stumpfsinnigen neoneandertalischen Schädel von autistischen Technikern hineinzuhämmern, sich damit begnügt, aus der tiefen Benebelung seiner Weißbier-Ausdünstungen hinaus platte und ungenaue Begriffe wie "Premium" oder "sportlich" auf Bayrisch aufzustoßen, macht sich der erschwerten Ketzerei schuldig und gehört daher fristlos exkommuniziert und gekündigt. Offensichtlich ist dieser Judas schon so lange in gesättigten Fetten und gepanschtem Alkohol eingelegt, dass er nicht einmal mehr weiß, welchem Herr er dient bzw. er hat schon längst seine dreißig Silberlinge von der gehassten Konkurrenz kassiert, was zweifelsohne seinem Dienstherrn gegenüber einer Todsünde gleichzustellen ist, amen - ganz zu schweigen von der damit unwiderlegbar bewiesenen und eklatanten Unfähigkeit seines Klerus, mit einer einf
ich versteh die ganze Aufregung nicht was ist daran so schlimm wenn eine Kleiderordnung verlangt wird in allen BMW Werken gibt es die und jeder hält sich daran nur die Leute im wie sagte ein Werksleider Ingineurs Paradies halten sich nicht daran
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