Kernenergie Frankreich und China bauen Atomkraftwerk in Großbritannien

"Ein großer Tag für unser Land": Der erste europäische Atomkraftwerk-Neubau seit der Reaktorkatastrophe in Japan 2011 ist beschlossene Sache. Großbritanniens Premier Cameron lobt den Deal als Investition in die Zukunft.

Ein französisch-chinesisches Konsortium baut für knapp 19 Milliarden Euro ein Atomkraftwerk in Großbritannien. Die britische Regierung habe ein entsprechendes Abkommen mit dem französischen Versorger EDF unterzeichnet, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Das Kraftwerk Hinkley Point C mit zwei Druckwasserreaktoren des französischen Herstellers Areva soll in Somerset im Südwesten Englands entstehen. Es ist der erste Neubau eines Atomkraftwerks in Großbritannien seit knapp 20 Jahren. An dem Konsortium ist den Angaben zufolge EDF mit 45 bis 50 Prozent beteiligt. Die chinesischen EDF-Partner CGN und CNNC halten demnach zwischen 30 und 40 Prozent, Areva zehn Prozent. Andere Partner könnten bis zu 15 Prozent erhalten. Für die Chinesen ist die Zusammenarbeit eine Gelegenheit, einen Fuß in den britischen Markt zu bekommen.

Der britische Premierminister David Cameron sagte dazu laut einem Bericht der britischen Zeitung Guardian: "Wenn wir diese notwendigen Investitionen nicht machen, dann werden wir die Lichter ausgehen sehen." Es sei ein großer Tag für das Land, dieses Projekt anzuschieben bringe Tausende Jobs und bedeute langfristig "eine zuverlässige und sichere Stromversorgung für die Zukunft".

Seit der Katastrophe im japanischen AKW Fukushima-1 steht die internationale Atomindustrie vor gestiegenen Akzeptanzproblemen. Deutschland hat sich für den Ausstieg aus der Atomkraft entschieden, Italien ein geplantes Atomprogramm gestrichen und Frankreich strebt eine Verringerung seiner Abhängigkeit vom Atomstrom an.