Die EZB verbreitet nach den verheerenden Anschlägen in den USA Zuversicht.
Die Europäische Zentralbank (EZB) drehte heute nicht an der Zinsschraube. Die fundamentale Stärke der US-Wirtschaft werde durch die Terroranschläge nicht beeinträchtigt, verkündete sie.
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Die Leitzinsen in der Euro-Zone blieben erwartungsgemäß unverändert. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Mindestbietungssatz beim Zinstender beträgt also weiterhin 4,25 Prozent.
Nach der Zinssenkung der EZB von 25 Basispunkten vor zwei Wochen war die Mehrzahl der Analysten von keinem neuen Zinsschritt ausgegangen.
Koordination mit der US-Notenbank
Die EZB werde die Entwicklung der US-Wirtschaft aufmerksam beobachten und ihre Aktivitäten mit der US-Notenbank und anderen führenden Zentralbanken koordinieren.
Auch den Zinskorridor für den Geldmarkt ließ die Zentralbank unverändert. Die Sätze dafür betragen weiterhin 3,25 Prozent für Übernachteinlagen der Banken bei der EZB (Einlagenfazilität) und 5,25 Prozent für Übernachtkredite (Spitzenrefinanzierungsfazilität).
EZB-Chef Wim Duisenberg hatte noch am Mittwoch in Brüssel bekräftigt, das gegenwärtige Zinsniveau sei angemessen zur Sicherung eines stabilen Preisniveaus.
Volkswirte hatten auch nach den Terroranschlägen in der Mehrheit nicht mit einer Zinssenkung gerechnet. Ein solcher Schritt würde nur Panik hervorrufen, weil er als Kurzschlussreaktion der EZB betrachtet würde, hatte es geheißen.
Doch nach wie vor erwarten fast alle Volkswirte aber nach den zwei Zinssenkungen in diesem Jahr noch eine weitere geldpolitische Lockerung. Zumal das Wirtschaftswachstum in der Europäischen Union im zweiten Quartal fast zum Stillstand gekommen ist.
Nach einem Plus von 0,5 Prozent im ersten Vierteljahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 15 EU-Staaten im zweiten Quartal nur noch um 0,1 Prozent, wie das Europäische Statistikamt in Luxemburg heute auf der Grundlage erster Schätzungen mitteilte. Die gleichen Zahlen gelten für die zwölf Länder der Eurozone.
Einbruch der Baubranche
Einen besonders drastischen Einbruch ermittelten die Statistiker für die Baubranche, deren Beitrag zum BIP von April bis Juni verglichen mit dem ersten Quartal um 2,1 Prozent zurückging.
Ein deutliches Minus von 1,3 Prozent verzeichneten auch die Hersteller von Waren, Energie und Wasser sowie die Rohstoffindustrie. Dieser Sektor hatte im ersten Quartal verglichen mit der Vorperiode noch ein Wachstum von 1,1 Prozent erwirtschaftet.
Der EZB-Rat tagte am Donnerstag wie geplant, während die Gespräche im vierteljährlich stattfindenden erweiterten Rat im Rahmen einer Telefonkonferenz geführt wurden. Zum erweiterten Rat zählen neben den sechs Direktoriumsmitgliedern und den zwölf Notenbank-Chefs der Euro-Zone auch die drei Zentralbankpräsidenten der EU-Staaten außerhalb der Euro-Zone, also Großbritanniens, Dänemarks und Schwedens.
(sueddeutsche.de, dpa, Reuters)
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