Keine operativen Verluste Sky macht zum ersten Mal ein bisschen Gewinn

Pay-TV zahlt sich doch aus: Zumindest vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen fährt der Bezahlsender Sky nun einen Gewinn ein. Als der Kanal das letztmalig schaffte, hieß er noch Premiere.

Zum ersten Mal seit der Übernahme durch Rupert Murdochs News Corp. schreibt Sky Deutschland schwarze Zahlen. Im zweiten Quartal 2012 fuhr der Pay-TV-Sender eine operativen Gewinn von 23 Millionen Euro ein, also vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Im Vorjahresquartal hatte Sky noch in gleicher Höhe Verluste gemacht. Letztmals wurde vor vier Jahren ein kleiner Quartalsgewinn eingefahren - damals hieß das Unternehmen noch Premiere.

Der Umsatz stieg nun auf 326,7 Millionen Euro, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die guten Zahlen sind auch einem Anstieg an Abonnenten zu verdanken. Hier konnte Sky sich um 14 Prozent auf 3,1 Millionen steigern. Besonders die Zahl der Abonnements von HD-Programmen haben seit Juni letzten Jahres um fast zwei Drittel auf 1,1 Millionen zugenommen. Auch die aufgrund der Fußballeuropameisterschaft verkürzte Bundesliga- und Champions-League-Saison und die damit einhergehend geringeren Übertagungskosten halfen dem Pay-TV-Sender aus den negativen Zahlen.

Nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen bleibt immer noch eine Quartalsverlust von 13,8 Million Euro, nach minus 53,6 Millionen im Vorjahr. Einer der größten Posten in den Sky Rechnungsbüchern sind die Übertragungsrechte an der Fußballbundesliga. Für vier Spielzeiten bis 2016/17 zahlte der Sender im April 1,9 Milliarden Euro.

Auch für den Rest des Jahres sieht der Sender noch rot. Erst 2013 rechnet Sky Deutschland-Chef Brian Sullivan mit Gewinnen: "Obwohl wir auch weiterhin einen weiten Weg vor uns haben, sind Geschäftsdynamik und Marktpotenziale für uns vielversprechender denn je", sagte Sullivan. "Dies war ein wichtiges Quartal für Sky."

Der Weg bis zum ersten operativen Gewinn war für Sky allerdings mehr als holperig. Anfang 2008 war der britische Medienmogul Murdoch eingestiegen. Bald musste er feststellen, dass der Sky-Vorläufer Premiere seine Abo-Zahlen aufgeblasen hatte. IT-Probleme führten dazu, dass immer mehr Kunden ihr Abo kündigten. Die Wende kam erst mit Sullivan, der 2009 das Ruder übernahm. Der Amerikaner krempelte Kundenbetreuung und Werbung um und führte ein Reihe technischer Neuerungen ein, etwa Apps für Tablets, die bei den Kunden gut ankamen.

Wichtiger Faktor für den Erfolg waren auch die zahlreichen HD-Kanäle, die Sky lange vor anderen Sender an den Start brachte. Seit seinem Einstieg hat Murdoch mit seinem Konzern News Corp. gut eine Milliarde Euro in das Pay-TV-Unternehmen investiert. Ihm gehört knapp die Hälfte der Sky-Aktien.