Schlappe für Solarworld: General Motors denkt nicht daran, die deutsche Tochter Opel abzuspalten und billig zu verscherbeln.
Alles hätte so schön werden sollen: Günstig einsteigen - und später dann das große Geschäft machen. So oder so ähnlich hatte sich das Solarworld-Chefs Frank Asbeck wohl vorgestellt, als er am Mittwoch offiziell verkündete, er wolle die vier deutschen Opel-Werke und das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim übernehmen.
Das Bonner Unternehmen Solarworld war bislang für die Herstellung von Sonnenkollektoren bekannt, nun sollen auch umweltfreundliche Autos gebaut werden. (© Foto: istock, ddp)
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Doch die Antwort aus Detroit kam prompt. General Motors denke gar nicht daran, die Opel-Werke abzugeben. "Opel steht nicht zum Verkauf", sagte ein Konzern-Sprecher von General Motors (GM). Solche Überlegungen seien "pure Spekulation".
Für den Deal wollte Solarworld Barmittel in Höhe von 250 Millionen Euro und Banklinien von 750 Millionen Euro vorbehaltlich einer Bundesbürgschaft bereitstellen, bestätigte das Unternehmen auf Anfrage von sueddeutsche.de.
Der Opel-Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz hatte das Solarworld-Angebot für Opel auf Anfrage von sueddeutsche.de nicht kommentieren wollen.
Das Vorhaben hörte sich spektakulär an, denn der bisher ausschließlich in der Solartechnologie aktive Konzern wollte Opel zum ersten "grünen" europäischen Autokonzern weiterentwickeln.
Gespräche in Berlin
Unmittelbar nach Bekanntwerden der milliardenschweren Offerte war Solarworld-Chef Frank Asbeck bereits nach Berlin gereist. Er habe mehrere Gespräche in der Bundeshauptstadt geplant, sagte Asbeck auf dem Flughafen Tegel zu Reuters TV. Er wolle aber nicht sagen, mit wem.
Die Regierung hatte auf das Asbeck-Angebot überrascht reagiert.
Der Solarworld-Chef sagte, sein Angebot sei ernst gemeint - er warte nur auf eine Reaktion des Opel-Mutterkonzerns General Motors. "Wir haben ein unternehmerisches Konzept." Dies wolle er aber noch nicht offenlegen.
"Mitgift" aus Detroit
Kernvoraussetzung für die Abgabe des Angebotes zur Übernahme sei allerdings die komplette Trennung aus dem GM-Konzern und eine Kompensationszahlung von 40.000 Euro pro deutschem Arbeitsplatz. Insgesamt beliefe sich die "Mitgift" auf mehr als eine Milliarde Euro. Genau diese Forderungen hatten Experten daran zweifeln lassen, dass die Offerte auch tatsächlich umgesetzt wird.
Lesen Sie weiter, wie die Börse auf den Vorstoß reagiert hat.
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Kleine Pikanterie am Rande: Asbeck fährt privat einen 300 Ps heißen Maserati.
Übrigens, ich habe am 19.11. im DLF einen Ausschnitt der Anhörung der 3 Vorstände gehört. Nun ja, wie soll ich sagen, danach war mir schon viel klarer, warum es um alle aber am meisten ausgerechnet um GM so katastrophal steht. Wieso solche Leute große Unternehmen leiten können, verstehe ich nicht. Mit solchen Argumenten kann man evtl. eine Pommes-Bude aufmachen. Und von dieser Type gibt es tausende in den USA bis hinauf, na ja... Sie wissen schon!
@ rokna: Das wir mal einer Meinung sind...
Zumal auch die Demokraten in den USA noch nicht willens sind, die von den gewesenen US-Automobilgrößen erheischten Milliardenhilfen zu genehmigen ...
... und die Demokraten haben bekanntermaßen in beiden Häusern die Mehrheit.
Grade eben verzeichnet an der Wallstreet die GM-Aktie einen 3-Stundenverlust von 17, die von Ford einen solchen von 26 %.
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Die Lösung für GM dürfte im Schutz von Chapter 11 zu finden sein:
Die Verbindlichkeiten der oft genannten 2 Milliarden der Opel GmbH würden sich in der Folge auf Peanutsniveau bis gegen Null entwickeln ...
- wäre aber immer noch im Besitz von GM
- nach Chapter 11 wäre ein Zugriff von außen auf die "Vermögenswerte" von GM nicht möglich
- Opel ginge ob mit oder ohne Deutschöffentliche Hilfen in Insolvenz
- Opel müsste sich so oder so (zunächst mal) aus GM-Sicht nicht zwanghaft um Liquidität bemühen
- unsere CD/-SU- und SPD-Nothelferlein kommen so oder so in die Bredouille
zumal
- mehrere Wahlen im Laufe deer kommenden 11 Monate anstehen
Wenn Solarworld nicht darauf bestehen würde, Opel ganz heraus zu lösen, sondern nur auf einer Beteiligung von beispielsweise 25 bis 50 Prozent, könnten beide profitieren. Die Entwicklung, die in Sonnen-Opels gesteckt wird, könnte dann auch auf GM-Traktoren übertragen werden. (Einschrumpfen und Sonnendach drauf...) Schneller und leichter könnte GM wohl nicht an die Technologie kommen, die notwendig ist, um künftig in Amerika gemeinsam mit Obama die Atmosphäre zu retten.
Paging