Kartellverfahren gegen russischen Gaskonzern EU knöpft sich Gazprom vor

Die Kommission leitet ein Kartellverfahren gegen den russischen Gaskonzern ein. Er soll den Transport von Gas in EU-Staaten möglicherweise behindert, den Markt abgeschottet und den Kunden unfaire Preise in Rechnung gestellt zu haben - um sein Monopol in Osteuropa zu sichern.

Die EU-Kommission geht mit aller Härte gegen den russischen Gaslieferanten Gazprom vor: Die Brüsseler Wettbewerbsbehörde hat ein Kartellverfahren gegen den Konzern eröffnet und droht mit einem Bußgeld von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. "Die EU-Kommission hat Bedenken, dass Gazprom seine beherrschende Marktposition bei der Gasversorgung von EU-Staaten in Zentral- und Osteuropa missbraucht", teilte die Kommission mit.

Nach Angaben von Diplomaten will Brüssel die Marktmacht von Gazprom brechen. Der Fall hat auch eine politische Dimension, da viele EU-Länder bei der Energieversorgung von russischem Gas abhängig sind und es deshalb immer wieder Differenzen mit Moskau gibt.

Die EU-Behörde wirft Gazprom vor, den Transport von Gas in EU-Staaten möglicherweise behindert, den Markt abgeschottet und den Kunden unfaire Preise in Rechnung gestellt zu haben. Auf diese Weise habe Gazprom anscheinend seine Monopolstellung auf vielen osteuropäischen Energiemärkten sichern wollen. "Solch ein Verhalten würde den Wettbewerb beschränken, zu höheren Preisen führen, die Versorgungssicherheit der Länder beeinträchtigen und letztlich auch EU-Verbrauchern schaden", schrieb die Kommission. Die Absprache von Preisen oder Konditionen zum Schaden von Verbrauchern sind in der EU verboten.

Im September 2011 hatten EU-Beamte bei einer großangelegten Razzia die Büros von Erdgasfirmen in mehreren EU-Ländern durchsucht - darunter auch bei RWE und Eon Ruhrgas. Nach Medienberichten suchten die Fahnder gezielt nach Gaslieferverträgen.