Einigung auf Eckpunkte: Die 28.000 Karstadt-Beschäftigten werden etwa 150 Millionen Euro in den insolventen Warenhauskonzern einbringen.
Die 28.000 Karstadt-Mitarbeiter wollen sich in den kommenden drei Jahren mit rund 150 Millionen Euro an der Rettung des insolventen Warenhauskonzerns beteiligen. Im Gegenzug sollen die Standorte gesichert werden und die Jobs weitgehend erhalten bleiben, erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane am Samstag nach einem Gespräch der Arbeitnehmervertreter mit der Insolvenzverwaltung.
Bild vergrößern
Die 28.000 Karstadt-Mitarbeiter wollen sich in den kommenden drei Jahren mit rund 150 Millionen Euro an der Rettung des insolventen Warenhauskonzerns beteiligen. (© Foto: ddp)
Anzeige
Eine "bittere Pille" gebe es jedoch: So lange der Insolvenzplan für Karstadt nicht in trockenen Tüchern sei, blieben 17 der 126 Häuser von der Schließung bedroht. Am Montag soll zunächst die Große Tarifkommission über die verhandelten Eckpunkte abstimmen. Karstadt hatte im Zuge der Pleite des Mutterkonzerns Arcandor im Sommer Insolvenzantrag gestellt.
Die nun erzielte Vereinbarung sieht vor, dass die Mitarbeiter für drei Jahre auf 75 Prozent ihres Weihnachtsgelds und ihr Urlaubsgeld sowie tarifliche Vorsorgeleistungen verzichten, wie Mönig-Raane erklärte. Dies sei ein Beitrag von etwa 50 Millionen Euro jährlich. Beschäftigte mit einem Jahresgehalt unter 18.000 Euro seien ausgenommen. Die Beiträge sollen auf ein Treuhandkonto eingezahlt werden, solange Karstadt in der Insolvenz sei.
Wesentlicher Grund dafür, dass trotz der Zugeständnisse der Mitarbeiter Filialschließungen drohen, sind die Mietzahlungen. Für eine vierstellige Zahl an Karstadt-Mitarbeitern könnte das den Arbeitsplatzverlust bedeuten, warnte die Gewerkschafterin. verdi werde darauf hinarbeiten, dass möglichst wenige Häuser geschlossen würden. Die Gespräche mit der Insolvenzverwaltung über Standorte und Arbeitsplätze würden zeitnah fortgeführt.
Der Karstadt-Insolvenzbeauftragte Rolf Weidmann sagte, mit den Arbeitnehmervertretern sei ein ganz wesentlicher Beitrag für eine Sanierung erreicht worden. Mit den anderen Parteien würden weiter Gespräche geführt. "Es sind gute Chancen zum Überleben gegeben", betonte er. Über alles weitere werde die Gläubigerversammlung entscheiden. Diese trifft am Dienstag in Essen zusammen, um über den Insolvenzplan zu beraten.
Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will die Warenhauskette als Ganzes erhalten und einen Investor für das Unternehmen finden. Neben Karstadt war auch die Versandhandelssparte Primondo mit dem Flagschiff Quelle von der Arcandor-Pleite betroffen. Das Aus von Quelle ist bereits beschlossene Sache.
Auf den Gläubigerversammlungen von Arcandor, Karstadt und Quelle in der neuen Woche sollen die Gläubiger unter anderem den Insolvenzverwalter bestätigen. Bis Kreditgeber, Lieferanten und Dienstleister Geld sehen, kann es Jahre dauern.
Wie viel ist uns die Umwelt wirklich wert? Eine Suche nach dem Preis der Natur. Jetzt lesen ...
- Arcandor-Pleite Eine Frage des Anstands 16.08.2009
- Quelle: Nach der Pleite Insolvenzverwalter im Büßergewand 26.10.2009
- Pleitekonzern Arcandor 75.000 Gläubiger fordern Geld 03.09.2009
- Arcandor in der Insolvenz Pleite, Pech und Pannen 01.09.2009
- Arcandor: Karl-Gerhard Eick Wohltäter auf Umwegen 28.04.2010
- Karstadt: Angebot von Triton Nur ein Versuchsballon 26.04.2010
- Karstadt: Interessent Triton Rettung mit Schweiß und Tränen 25.04.2010
(sueddeutsche.de/rtr/dpa/wib/jab)
Kapier ich nicht. Das Geld hilft Karstadt doch nur, wenn es ganz im Gegenteil für den Konzern verfügbar ist. Wenn man's auf ein Treuhandkonto einzahlt, könnte man es auch gelich den Mitarbeitern auszahlen, weder das eine noch das andere verbessert die Liquidität der Firma.
Also, ich glaube, hier hat der Author etwas falsch verstanden oder falsch formuliert.
Mit der Insolvenz kommt Karstadt auch aus langlaufenden Mietverträgen raus (siehe Oppenheim-Esch SFonds) und kann die Verträge neu im Sinne des Unternehmens und damit der Arbeitnehmer verhandeln. Die Bank kann nicht mehr über hohe Mieten der an den Fonds verkauften Häuser weitere Liquidität aus dem Unternehmen ziehen. Wenns billiger ist die Bude dicht zu machen oder in ein anderes Haus umzusiedeln, dann steht die Bank komplett im Regen.
Warum will man jetzt die Mitarbeiter noch abzocken. Und die Gewerkschaft weiss nichts besseres als dem zuzustimmen. Karstadt ist noch weniger bekannt als Quelle. Kapieren die Mitarbeiter nicht was hier abläuft und was in erster Linie die Aufgabe des Insolvenzverwalters ist. Aber Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Pssst, nicht immer so Themen nachfragen. Wie soll denn die Staatsanwaltschaft sonst die Verjährungstermine verschlafen. Das war doch die einzige Methode dem Kollegen Zumwinkel eine Gefängnisstrafe zu ersparen.
Also bitte.
Ihr Zitat "Wovon? Die Bude ist insolvent."
Porsche hat derzeit 9 Milliarden Schulden und selbst da hat man noch 50 Milliönchen für den armen scheidenden Vorstandsvorsitzenden aufgetrieben.
Die 12 Millionen für den Kollegen Eick wurden direkt von der Bank gezahlt, der Eick war nicht so blöd zu glauben, dass er sein Vorstandsgehalt aus dem arcandor-Laden beziehen kann.
Geld ist genug da, mit etwas gutem Willen geht viel. ( leider nur für die Absahner auf den entsprechenden Ebenen).
Paging