Der Appell des Karstadt-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg hat gefruchtet: Die Gläubiger stimmten dem Gesamtverkauf des Konzerns zu.
Aufatmen bei Karstadt: Die Gläubiger des Warenhaus-Konzerns haben den Komplettverkauf der Warenhauskette abgenickt. Die Gläubigerversammlung stimmte dem Plan von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg zu, der vorsieht, die noch bestehenden 120 Karstadt-Häuser weiterzubetreiben und an einen Investor zu verkaufen. So sollen 25.000 Arbeitsplätze erhalten werden.
Die Gläubiger haben den Insolvenzplan für Karstadt gebilligt. Sie können nun in einem ersten Schritt damit rechnen, drei Prozent ihrer Forderungen ausgezahlt zu bekommen. (© Foto: dpa)
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Der Insolvenzverwalter rechnet bereits in der nächsten Woche mit einem Kaufangebot für den zahlungsunfähigen Essener Warenhauskonzern. "Wir haben Anlass anzunehmen, das wir bis zum Ablauf der Frist am 23. April ein Angebot bekommen werden", sagte der Insolvenzverwalter auf der Gläubigerversammlung.
35.000 Gläubiger
Im Vorfeld der Veranstaltung hatte sich auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Helmut Patzelt optimistisch gezeigt, dass eine Rettung der Warenhauskette gelingen könne.
Insgesamt haben über 35.000 Gläubiger der zahlungsunfähigen Warenhauskette Forderungen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro angemeldet. Sie können nun Görg zufolge damit rechnen, in einem ersten Schritt drei Prozent ihrer Forderungen ausgezahlt zu bekommen.
Das heißt, die Gläubiger bekämen für jeden Euro, den ihnen Karstadt schuldet, drei Cent. Insgesamt sollen zunächst 62,4 Millionen Euro ausgezahlt werden. Außerdem haben sie die Chance später von den Einnahmen aus dem Verkauf der Warenhauskette zu profitieren.
Kein Weihnachts- und Urlaubsgeld
Bei einer Ablehnung des Insolvenzplanes wäre eine Zerschlagung des Warenhausunternehmens wohl unvermeidlich gewesen. Dann hätte nach Aussagen Görgs auch eine Insolvenzquote von nur einen Prozent gedroht. Außerdem wäre die Ausschüttung einer ersten Abschlagszahlung frühestens in vier Jahren möglich gewesen.
"Die eigentliche Restrukturierung hat Karstadt noch vor sich", wandte der für die Ausarbeitung des Insolvenzplans zuständige Rechtsanwalt Helmut Balthasar bei der Gläubigerversammlung allerdings ein.
Für den Insolvenzplan hatten sich unter anderem Vermieter, Beschäftigte und Dienstleiter bereits zu Sanierungsbeiträgen in Millionenhöhe verpflichtet. So sollen die rund 26.000 Beschäftigten für einen Zeitraum von drei Jahren unter anderem auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten und so einen Beitrag von mehr als 150 Millionen Euro leisten.
Bis Ende März waren unter der Regie des Insolvenzverwalters bereits 13 Filialen geschlossen und rund 1000 Arbeitsplätze abgebaut worden.
Von mehr als 2,7 Milliarden Euro an angemeldeten Forderungen waren bei der Veranstaltung 2,45 Milliarden Euro durch 154 in Essen tatsächlich erschienene Gläubiger vertreten.
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/hgn/mel/tob)
...doch gut aus. Jetzt müssen nur noch diese absolut überteuerten Mietverträge neu verhandelt werden. Wir erinnern uns: Im Zuge der ersten Rettungsversuche wurden die Immobilien verkauft und dann die Warenhäuser zurückgemietet. Der Mitverantwortliche besaß dabei selber Anteile an einem dieser Immobilienfonds. Jedenfalls mietete Karstadt die Warenhäuser zurück für 15% oder mehr obwohl sonst nur 10% üblich sind. Dies hat mit Sicherheit auch zur Insolvenz beigetragen.