Warenhaus Nach zwölf Jahren: Karstadt macht wieder Gewinn

Online- und Offline-Handel sollen bei Karstadt zusammenwachsen.

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  • Beim Online-Geschäft sieht Karstadt Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Mieteinnahmen bringen ebenfalls Geld.
  • Bis Jahresende sollen alle Häuser digital vernetzt sein.
  • Aufgrund der Entwicklung stellt Firmen-Chef Fanderl neue Filialen in Aussicht.
Von Michael Kläsgen

Karstadt hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 erstmals seit zwölf Jahren einen Jahresüberschuss erzielt. Er soll nach Informationen der Süddeutschen Zeitung im einstelligen Millionenbereich liegen. Positiv auf das Ergebnis soll sich die Vermietung an Händler wie dm, Aldi, Edeka oder Apollo Optik niedergeschlagen haben. Karstadts Ziel ist es, sich mithilfe der Partner zu einem vernetzten Marktplatz zu entwickeln. Diese Entwicklung soll sich nach dem Willen von Karstadt-Chef Stephan Fanderl noch beschleunigen.

Der Warenhausbetreiber plant im kommenden Geschäftsjahr mehrere Neueröffnungen, auch dank des Zusammenwachsens im Online- und Offline-Geschäft. Der Online-Umsatz soll im kommenden Geschäftsjahr auf einen Anteil von zehn Prozent steigen. Im zurückliegenden Weihnachtsgeschäft sei der Online-Handel inklusive Lebensmittel bei Karstadt um 50 Prozent gestiegen.

Karstadt betreibe laut Fanderl bereits 30 Filialen, aus denen Ware verschickt werden könnte. Bis Jahresende sollen alle 79 Filialen digital voll vernetzt sein. Für Fanderl ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Händlern. Die Ware werde nicht nur aus Zentrallagern versendet, sondern aus den Filialen in den Innenstädten. Dadurch sei Karstadt schneller als viele Konkurrenten. Fanderl stellt daher neue Warenhäuser in Aussicht.

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Um den Online-Bereich zu stärken, hatte Karstadt Anfang des Jahres Führungskräfte von Tchibo und Fressnapf rekrutiert. In einem "Experience Store" in Düsseldorf testet das Warenhaus die Digitalisierung der Filialen. In mehreren Städten erprobt der Händler Same-Day-Delivery, also die Lieferung am Tag der Bestellung, mit seinen Partnern. Es gibt Abholservices in allen Filialen und Selbstbedienungskioske von Amazon in 15 Karstadt- Häusern.

Karstadt Feinkost, ein Joint Venture von Karstadt und Rewe, steckt hingegen noch mitten im Umbau. Das Unternehmen hat Filialen geschlossen, Stellen abgebaut, das Sortiment verändert und die Preise gesenkt. Doch den Umsatzrückgang konnte das bisher nicht stoppen. Nach jahrelangen Verlusten hatte das Unternehmen für 2016 wieder einen kleinen Gewinn angekündigt. Dieses Ziel hat Karstadt Feinkost aber knapp verfehlt, wie aus dem jüngst veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht.

Bis 2010 war Karstadt eine Tochter des Mutterkonzerns Arcandor, der in die Pleite gerutscht war. Karstadt wurde danach vom österreichischen Investor René Benko übernommen.

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