Eiszeit zwischen der Kanzlerin und ihren einstigen Unterstützern: Mächtige Wirtschaftsbosse verstärken den Druck auf Angela Merkel und fordern ein Ende des Zögerns.
Sie legt nicht nach. Nicht einmal nach diesem Eklat. Fünf Monate nach der Wahl herrsche Orientierungslosigkeit in Deutschland, hatte BDI-Chef Hans-Peter Keitel Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der ganzen Bundesregierung Anfang der Woche vorgeworfen.
Seite an Seite mit ihren Kritikern: Angela Merkel (Mitte) und BDI-Präsident Hans-Peter Keitel (links) sowie Handwerkspräsident Otto Kentzler. (© Foto: dpa)
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Einer der mächtigsten Wirtschaftsvertreter legte sich per Zeitungsinterview mit der Bundeskanzlerin an und warf ihr Konzeptlosigkeit und handwerkliche Fehler vor - eine Ohrfeige, die ein Raunen durch die Republik schickte. Verbissen wie lange nicht mehr, beharkt sich die deutsche Wirtschaft derzeit mit ihrer schwarz-gelben Wunschkoalition.
Der Terminkalender meint es nicht gut
An den Krach in der Koalition hatte sich Merkel schon fast gewöhnt. Die Kritik in den Medien ist zur Gewohnheit geworden. Doch dass die deutsche Wirtschaft zur Opposition wird - das hatte es für die Union seit Jahren nicht gegeben.
Am Freitag meinte es ihr Terminkalender nicht gut mit Merkel. Auf der Pressekonferenz zum Spitzengespräch der Wirtschaft saß sie Seite an Seite mit ihrem Kritiker. Kaum ein Gemütszustand, sagte die Körpersprache der Kontrahenten, kann eine Beziehung so nachhaltig stören wie enttäuschte Liebe.
Das Lächeln, das sie sonst auf Dienstreisen trägt, war verschwunden. Es herrschte Eiszeit zwischen der Kanzlerin und ihren einstigen Unterstützern. Wie sich das anhört? "Ich betrachte die Kritik als Ansporn", sagte Merkel und presste zwei schmale Lippen aufeinander.
Von Entspannung nichts zu hören
In München ist von der in Berlin erhofften Entspannung nichts zu hören. Die Reformen zu zögerlich angepackt, zu hohe Schulden, zu viel Streit in der Koalition: Die führenden Wirtschaftsverbände legen im traditionellen Spitzengespräch der Deutschen Wirtschaft am Rande der Handwerksmesse in München nach und erhöhen den Druck auf Kanzlerin Merkel.
Schon vor der Aussprache veröffentlichen die großen Wirtschaftsverbände - der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) - in einer gemeinsamen Erklärung eine Neuauflage der Kritik.
Nicht schnell genug
Die Chefetagen der Wirtschaft gehen erneut hart mit dem zögerlichen Regierungskurs ins Gericht. Seit gut vier Monaten ist die Bundesregierung nun im Amt. Steuerreform, Kampf gegen die Kreditklemme, Umbau in Gesundheitswesen und Sozialstaat - überall geht es den einstigen Unterstützern der Kanzlerin nicht schnell genug.
Dabei würden die Probleme, so die Verbandsbosse, immer drängender. "In der Öffentlichkeit hat sich auch wegen der stabilen Arbeitsmarktentwicklung das Bild eingestellt, die Krise sei vorbei", sagte Keitel. "Das ist längst nicht der Fall."
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als er es allen Rechtmachen wollte und nur lavierte.
Das Schielen nach Umfragewerten vor dem politischen Handeln hat bereits Gerd den Job gekostet.
Die Frau soll endlich Regieren und nicht nach allensbach schielen. das verdirbt die Optik
Ihre Ironie ging nicht ganz durch; und Guido hätte Sie dank Ironieresistenz jetzt schon als Homburgersubstitut befördert: Mit dem Satz - 5 mal wiederholt - hätten Sie die FDP bei Anne Will bestens vertreten! *gggg*
Bundeskanzlerin für die Bürger.
Was die Wirtschaftsbosse wollen ist doch klar genannt im Artikel:
Die Kosten der Kranken- sowie der Pflegeversicherung müssten "vom Arbeitsverhältnis abgekoppelt werden". Der Arbeitgeberpräsident warnte: "Sonst steigen unsere Arbeitskosten weiter. Das ist ein Nachteil im internationalen Wettbewerb, der Wachstum und Beschäftigung hemmt".
Die Wirtschaftsbosse wollen weiter Gewinnmaximierung auf Kosten aller Arbeitnehmer und somit aller Bürger.
Aber wie schaut es mit der Opposition im Parlament aus?
Man könnte den Eindruck bekommen, als verlagerte sich die politische Gestalltung unseres Landes endgültig in die Vorstandsetagen und in die Sitzungszimmer der Industrieverbände.
"Einer der mächtigsten Wirtschaftsvertreter legte sich per Zeitungsinterview mit der Bundeskanzlerin an und warf ihr Konzeptlosigkeit und handwerkliche Fehler vor - eine Ohrfeige, die ein Raunen durch die Republik schickte."
Tja - dann müssen die Marionettenspieler halt eine neue Volksverwaltung nach ihren Wünschen installieren. Möglicherweise Guido Westerwilli von der MPP. Der zögert nicht und liefert auch.
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