Es ist ein einfaches, aber lukratives Geschäft: Preiswerte Geräte, teures Zubehör. Jetzt will der Druckerhersteller HP selbst Billig-Tinte verkaufen - und macht sich damit doch nur selbst Konkurrenz.
Der weltweit größte Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) stellt an diesem Dienstag eine millionenschwere Initiative vor, um sein Geschäft mit Druckerpatronen abzusichern. "Wir werden durch die Zusammensetzung und den Preis der Druckertinte dafür sorgen, dass die Vorlieben der Kunden stärker Beachtung finden", sagte Michael Hoffmann, Europachef der Druckersparte von HP, der Süddeutschen Zeitung.
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Damit könnte eine beliebte Verkaufsstrategie ins Wanken geraten. Denn das Geschäft mit Druckern funktioniert wie das mit Nassrasierern: Der Rasierer kostet wenig, Gewinne machen die Firmen mit dem Zubehör, also den Klingen.
Die Drucker von HP gibt es bei Lebensmitteldiscountern teilweise schon für weniger als 50 Euro - fast der Preis einer einzelnen Druckerpatrone. Davon profitieren die Nachfüller von Tinte.
Sie füllen gebrauchte Patronen und verkaufen sie teils um die Hälfte günstiger. Branchenschätzungen zufolge verwendet bereits einer von fünf Kunden wiederaufgefüllte Patronen, statt solche vom Hersteller.
"Günstigere Tinte bleicht schneller aus"
Bislang gibt es für die meisten HP-Drucker nur eine Patrone. Künftig wird für jedes Gerät eine günstige Tinte, eine für das Drucken von vielen Seiten und eine für Spezialaufgaben, etwa den Fotodruck, erhältlich sein. Der Platzhirsch in der Druckerbranche verteidigt so seine wichtigste Sparte gegen den Erfolg von Nachfüllern und Rivalen.
Die ersten Tintenstrahldrucker hat HP vor mehr als 20 Jahren vorgestellt. Der Vorstoß des Konzerns sei einer der wichtigsten Initiativen in diesem Bereich seither und eine "Kampfansage" an die Wiederbefüller, hieß es. Das Investment belaufe sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag.
Der Druckerchef von HP in Europa rechnet durch den Schritt mit Umsatzzuwächsen im Zubehörgeschäft, nannte aber keine konkreten Zahlen. "Wir erwarten natürlich, dass sowohl preissensitive Kunden als auch solche, die viel drucken, jetzt eher zu HP-Produkten greifen", sagte Hoffmann.
Die Auffächerung des Patronenangebots von HP kann zudem als Verteidigung gegen neue Wettbewerber verstanden werden. Erst vor kurzem hatten Kodak und Fujifilm angekündigt, künftig eigene Drucker zu verkaufen. Kodak-Chef Antonio Perez - zuvor Leiter der Druckersparte von HP - hatte dabei seinem ehemaligen Arbeitgeber den Fehdehandschuh hingeworfen. Vor allem günstigere Tintenpatronen sollen Kodak den Erfolg bringen.
Das günstigste Zubehörmaterial von HP wird nun für weniger als zehn Euro zu haben sein. Dafür bekommt der Kunde eine Tinte, die sich in erster Linie für den Dokumentendruck eignet.
Diese unterscheidet sich in der Zusammensetzung beispielsweise von solchen Patronen, die für den Fotodruck ausgelegt sind. Spürbar wird die Veränderung bei der Lichtbeständigkeit von Dokumenten sein. "Günstigere Tinte bleicht schneller aus", erklärte Philip Sargeant, Marktforscher für den Druckermarkt bei IDC. Trotz der billigeren Tinte sollen HP-Geräte nicht teurer werden - der Konzern bemüht sich aber um stabile Preise. "Ich denke nicht, dass Drucker für Konsumenten noch viel günstiger werden können", sagte Hoffmann.
HP beherrschte in Europa nach Angaben des Marktforschers Gartner den Markt für Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte im zweiten Halbjahr 2006 mit einem Anteil von 42,2 Prozent.
Der Zweitplatzierte Canon kam auf 16,2, Epson folgt mit 12,3 Prozent. Die Drucksparte von HP ist die gewinnträchtigste im Konzern. Im ersten Geschäftsquartal erlöste der Bereich 28 Prozent des Konzernumsatzes von 25,1 Milliarden Dollar - und 55 Prozent des Vorsteuergewinns von zwei Milliarden Dollar.
- Gesundheitsrisiko Büro Dreck aus dem Drucker 02.03.2010
(SZ vom 24.04.2007)
Vor der EM in Polen und der Ukraine
das hat Philipps schon vor Jahren gemacht. Bei der Originalpatrone war eine Chipkarte zur einmaligen Verwendung dabei. Dem Drucker war es wurscht, wieviel Tinte im Tank war. Der hat die Seiten runtergezählt und irgendwann verkündet dass die Patrone (obwohl inzwischen nachgefüllt) leer war. Dabei blieb es auch und der Drucker ist auf den Müll gewandert.
Canon verbaut seit X200-er (z.Zt. X300er aktuell) Nachfolger von X000-Serie
spezielle Chips in die Tanks ein.
Angeblich kann da keine andere Tintenpatrone verwendet und die Canon-Patrone
selbst nicht mehr günstig nachbefüllt werden.
Z.Zt. erreichen die gebrauchten X000er-Canon Drucker über eBay deswegen
unglaubliche Preise, weit höher als die neuen Geräte der X300er Nachfolger...
MfG
Conmio
Wenn die HP Leute glauben sie können den Markt der Fremdanbieter durcheinander bringen in dem sie wirklich billige, nämlich qualitativ minderwertige Tinte verkaufen so kann dies nur schief gehen. Etliche Fremdanbieter sind nämlich richtige Tintenspezialisten, die nichts anderes machen als Tinte entwickeln und herstellen. Ein Druckerhersteller der diese Tinten zukaufen und damit noch hohe Margen erwirtschaften muss um sein unsinniges Geschäftsmodell "billige Drucker-teure Tinte" zu finanzieren kann nicht im Tintenmarkt erfolgreich sein.
Wie genug Magazine belegen, günstige Nachfülltinte von Fremdanbietern müssen nicht schlecht sein, teilweise sind die sogar qualitativ hochwertiger. Tinte allgemein ist eben kein teurer Rohstoff, weshalb HP deswegen das Rad neu erfinden und den Kunden verdödeln will, ist mir schleierhaft.
Billige Geräte mit teuren Folgekosten... vielleicht abgekupfert den Energiekonzernen mit ihren Nachtspeicheröfen? Der Gewinn soll(te) im Nachhinein erwirtschaftet werden.
Doch dann ging hier das Konzept nach der Offensive von NoName-Tinte nicht mehr auf. Da halfen auch "intelligente" Druckköpfe von Epson und NEC nix.
Eines der wenigen Beispiele von funktionierender freier Marktwirtschaft.
Paging