Das Finale im Kampf um Yahoo steht unmittelbar bevor: Nach wochenlangem Verhandlungspoker tendiert Microsoft offenbar doch zu einer feindlichen Übernahme.

Microsoft hält sich im Übernahmepoker mit dem Internetkonzern Yahoo nach Angaben von Konzernchef Steve Ballmer mehrere Möglichkeiten offen.

Die Entscheidung soll in Kürze fallen, gab Microsoft-Chef Steve Ballmer am Donnerstag bekannt. (© Foto: ddp)

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Das von Yahoo als zu niedrig abgelehnte knapp 42 Milliarden Dollar schwere Angebot zurückzuziehen sei eine von "drei großen Optionen", sagte Ballmer am Donnerstag.

In Kürze bereits werde Microsoft seine Entscheidung zum weiteren Vorgehen bekanntgeben, kündigte Ballmer an.

Drei Optionen

Nach einem Bericht des Wall Street Journal tendiert Ballmer aber zu einer feindlichen Übernahme. Eine entsprechende Erklärung könnte bereits am Freitag folgen, so das Blatt. Alternativ könnte Microsoft das Angebot auch aufstocken oder zurückziehen. Ein Sprecher des Softwarekonzerns lehnte eine Stellungnahme ab.

Microsoft drohte erneut mit der Rücknahme seines milliardenschweren Angebots für Yahoo. Der Konzern könne auch ohne Yahoo ein wettbewerbsfähiges Geschäft mit Online-Werbung aufbauen, sagte Ballmer. Vor Microsoft-Beschäftigten hatte er zuvor bekräftigt, für Yahoo keinen Cent mehr zu bezahlen als das Unternehmen seiner Ansicht nach wert sei.

Das Ultimatum ist abgelaufen

Yahoo hatte auf ein zum Wochenende abgelaufenes Ultimatum von Microsoft zur gütlichen Einigung nicht reagiert. Das Unternehmen lehnt das ursprüngliche Angebot von 45 Milliarden Dollar (28 Mrd Euro) als zu niedrig ab.

Microsoft soll laut Berichten inzwischen eine Nachbesserung der Offerte von 31 auf bis zu 33 Dollar je Yahoo-Aktie in Aussicht gestellt haben. Yahoo und einige Großaktionäre verlangten aber zwischen 35 und 37 Dollar.

Microsoft hatte auch eine feindliche Übernahme gegen den Widerstand der Yahoo-Spitze angedroht. Mit dem Kauf will der weltgrößte Softwareanbieter den bei Online-Suche und Internet-Werbung dominanten Rivalen Google verschärft angreifen.

Alternative: Kooperation mit Google

Unterdessen arbeite Yahoo weiter intensiv an Alternativen zu einem Kauf durch Microsoft, hieß es in der Zeitung. So könne das Unternehmen binnen einer Woche eine dauerhafte Kooperation mit Google bei Suchanzeigen verkünden. Diese würde unter anderem vorsehen, dass auf Yahoo-Seiten auch Werbebanner von Google zu sehen seien. Beide Unternehmen testen dies bereits seit zwei Wochen. Ein solches Bündnis würde allerdings von Wettbewerbshütern intensiv geprüft werden.

Die Partnerschaft könnte in der kommenden Woche bekannt gegeben werden, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person.

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(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/jkr/tob)