Geschäfte mit ungewissem Ausgang: Die Freude von Opel über die Partner Gaz und Sberbank ist verfrüht - denn die Russen sind vergrätzt.
Was haben sich die Politiker in Berlin noch vor einigen Wochen gefreut. Sie hätten eine Lösung für den angeschlagenen Autohersteller Opel gefunden. Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna sei die Rettung für das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen.
Opel: Andere Interessenten wurden einfach weggebissen. (© Foto: ddp)
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Der steht im Bunde mit dem russischen Autounternehmen Gaz sowie der Moskauer Staatsbank Sberbank und werde dafür sorgen, dass Opel in Russland bald massenweise Corsas oder Insignias verkaufen kann. Es bestehe auch keine Gefahr, dass in großem Stil bei Opel Arbeitsplätze verlorengingen. Andere Interessenten wurden einfach weggebissen.
Wer in Berlin an einer Lösung für Opel interessiert ist, sollte sich die Worte auf der Zunge zergehen lassen, die German Gref, der Chef der Sberbank, in der deutschen Hauptstadt gesagt hat. Der klang am Mittwochabend sehr undiplomatisch, als er erklärte, der amerikanische Verhandlungspartner und bisherige Opel-Eigner General Motors sei schwierig, es stünden noch große Probleme bevor, die Sache habe einen ungewissen Ausgang.
Gref drückte sich in Wahrheit aber noch zurückhaltend aus. Der Mann, der mal Wirtschaftsminister Russlands war und überzeugter Marktwirtschaftler ist, hält nichts von dem Deal mit Opel.
Der wird ihm von seinem Ministerpräsidenten Wladimir Putin aufgezwungen, der sich davon Vorteile für den angeschlagenen Autohersteller Gaz erhofft. Doch wer die Sache nüchtern betrachtet, weiß, dass Opel in Russland nicht so schnell erfolgreich sein kann, wie es für die Rüsselsheimer nötig wäre.
Inzwischen sehen selbst erste deutsche Wirtschaftsfachleute die Sache kritisch. Besonders ernst aber ist zu nehmen, dass nicht einmal kompetente Russen an den Deal glauben.
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(SZ vom 10.07.2009/hgn)
Es ist merkwuerdig, welche Konsequenzen der Kommentator aus der Gref Aussage macht. Der GM ist auch in Wirklichkeit ein schwieriger Verhandliungpartner (der dazu noch in der Pleite). In diese Aussage sollte man nicht zu viel hineininterpretieren. GM hat offensichtlich ein Interesse, dass in dem Opel-Deal eine Art russisches Imperialismus gesehen wird. Je mehr Gegner im Deutschland der Deal hat, desto schwieriger ist die Position der Russen und so muessen sie mehr an GM zahlen. Dazu dient auch dieser Artikel, der beweisen will, dass es einen kampf zwischen den "ueberzeugten Marktwirschaftlern" wie Gref und Putinisten (Putin wird staendig in der deutschen Presse als Imperialist bezeichnet).
Nach der Hetzjagd gegen Russland wegen Opel in den deutschen Medien sollte man vielleicht den Deal platzen lassen. Sicher haetten dann die arbeitslosen Deutschen einen Arbeitsplatzangebot von den russophoben deutschen Medien, oder?
Dass Amerikaner und Russen im Ausfeilschen des Deals sich gegenseitig nichts schenken, liegt vielleicht auf der Hand. Eine Frage könnte sein, welche Taktik German Gref, wenn Statements der beschriebenen Art lanciert werden, verfolgt. Die neue amerikanisch-russische Entente cordiale erfordert außen- und innenpolitisch offenbar eine gemäßigte Gangart.