Der Durst ist stärker als die Rezession: Das Geschäft mit modernen Espressomaschinen erweist sich als krisenresistent. Philips lässt sich den Einstieg in die erfolgsversprechende Nische 200 Millionen Euro kosten.
Die Nische wächst und wächst und wächst. Wenn sich Andrea Zappalorto in deutschen Kaufhäusern oder Elektronikmärkten bei Espressoautomaten umschaut, beeindruckt den Italiener die verwirrende Vielfalt der angebotenen Maschinen. Vor allem seit die Deutschen auf den italienischen Kaffeegeschmack gekommen sind, erhöht sich der Absatz der chromblitzenden Geräte um 25 Prozent im Jahr.
Krisengetränk Kaffee: Die Nachfrage nach dem schwarzen Muntermacher lässt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht nach. (© Foto: dpa)
Anzeige
Auch das Geschäft der Kaffeeröster mit aromaversiegelten Kapseln oder Pads floriert. Der Trend zu mehr Qualität habe sogar in der Rezession Bestand, stellt Zappalorto, der in München die deutschen Geschäfte des Triester Kaffeespezialisten Illy führt, zufrieden fest. "Unsere Nische wird immer größer", sagt der Manager. Und damit bei den Herstellern beliebter.
Kampf um Saeco
Der Bieterkampf um den italienischen Maschinenprofi Saeco zeigte gerade, wie verlockend das kleine, aber feine Segment für Wettbewerber und Investoren ist. Bevor der Elektronikkonzern Philips bei dem überschuldeten Unternehmen aus der Nähe von Bologna zum Zuge kam, mussten die Niederländer zunächst sechs weitere Interessenten ausstechen. Darunter auch Saecos italienischen Konkurrenten DeLonghi, den schwedischen Multi Electrolux und WMF aus Geislingen.
Das Objekt der Begierde, der hinter der Nestlé-Tochter Nespresso weltweit führende Anbieter von Espressoautomaten Saeco, steckte fünf Jahre nach dem Verkauf an den französischen Finanzinvestor PAI Partners in schweren finanziellen Nöten.
Unter dem neuen Eigentümer waren die Nettoschulden der Firma aus Gaggio Montana in den Apenninen explodiert - sie stiegen um 966 Prozent auf mehr als 700 Millionen Euro. Der Kapitalgeber PAI hatte vor zwei Jahren mit einer kreditfinanzierten Sonderdividende bei Saeco abkassiert.
Von da an ging es plötzlich auch beim Umsatz steil bergab. Lange konnte Saeco glänzende Steigerungsraten vorweisen und war Marktführer in Europa mit einem Anteil von 30 Prozent. Doch von 526 Millionen Euro im Bilanzjahr 2005/06 schmolz das Geschäftsvolumen zum 31. März 2009 auf 345 Millionen Euro zusammen. Im Januar hielt Kurzarbeit Einzug in den vier Saeco-Werken. Der ehemals börsennotierte Hersteller konnte zudem Zinszahlungen auf seine mehr als 500 Millionen Euro Bankkredite nicht nachkommen.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Starbucks Angriff der Kaffeebauern 24.11.2008
- Märkte & Trends Rohstoffe: eine alte Asset-Klasse neu entdeckt 20.06.2008
- Wien Mit Charme in den Kaffee gespuckt 23.05.2009
- Werbung Tchibo und Esso setzten auf Nazi-Spruch 14.01.2009
- Die Kunst des Kaffeekochens Mehr als Pulver und Wasser 26.02.2009
Linke-Parteitag in Göttingen
dumm ist nur wer alles was anders und fremd ist nieder macht.
wer portionsdöschen kauft handelt zumindest unökologisch!
1. Ein Investor angelt sich zu einem überhöhten Preis weitgehend mit Fremdmitteln einen Branchenprimus.
2. Nun wird das Unternehmen ausgebeint, Forschung und Entwicklung auf ein Minimum heruntergefahren. Innovationen sind nun nicht mehr zu verzeichnen, der Umsatz geht trotz Wachstumsmarkt zurück.
3. Die Anleger zahlen sich eine kreditfinanzierte Sonderdividente aus und haben damit ihren Einsatz mit hohem Profit zurück und gleichzeitig kein uunternehmerisches Risiko mehr.
4. Für den ausgeplünderten und nun hochverschuldeten Firmenrest wird ein Käufer gesucht und gefunden.
5. Hauptverlierer sind wie immer die Beschäftigten durch Lohndumping und Arbeitsplatzverlusten.