Kaffeehauskette Starbucks Erfolg mit dem Sieben-Dollar-Kaffee

Starbucks macht mit Kaffee viel Geld. Für das vergangene Quartal meldet das Unternehmen ein Rekordergebnis. Nicht nur, weil die Kaffeehauskette ihre Heißgetränke teuer verkauft - sondern auch dank der guten Geschäfte im Ausland.

Schmeckt ein Sieben-Dollar-Kaffee wirklich besser als ein koffeinhaltiges Heißgetränk für weniger Geld? Dieser Frage ging US-Comedian Jimmy Kimmel in seiner Show nach, weil Starbucks genau solch einen Luxus-Kaffee in Amerika anbietet. Die Versuchspersonen waren aufgefordert, aus den Inhalten zweier identisch aussehender Becher das hochwertigere Produkt herauszuschmecken. Die Probanden waren sich bei ihrer Wahl meist sicher und konnten ihre Entscheidung auch recht schlüssig begründen. Was sie nicht wussten: Es handelte sich in beiden Fällen um den gleichen stinknormalen Filterkaffee.

Nicht wenige finden, dass auch vier Dollar für einen Kaffee zu viel sind. Doch die Hochpreis-Strategie ist Teil des Geschäftsmodells von Starbucks - und damit fährt das Unternehmen gut: Die Kette meldete für das abgelaufene Quartal einen Rekordumsatz von 3,8 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro), ein Plus von fast elf Prozent. Auch der Gewinn stieg um 13 Prozent auf eine neue Bestmarke von 432 Millionen Dollar. Nachbörslich legte die Aktie um mehr als drei Prozent zu.

Dabei verfolgte der Konzern weiter eine aggressive Expansionsstrategie: Binnen eines Jahres stieg die Zahl der Kaffeehäuser um mehr als 1000 auf annähernd 18.300. Selbst in dem von der Schuldenkrise geplagten Europa eröffnete die US-Kette weitere rund 100 Läden und kommt auf knapp 1900. Nach einem Durchhänger im Spätsommer in der Region schreibt Starbucks auch hier wieder Gewinne.

Noch im Februar soll die erste Filiale in Vietnam eröffnen. Das südostasiatische Land sei einer der "dynamischsten und fesselndsten Märkte der Welt", erklärte Starbucks Asien-Chef John Culver. Das erste vietnamesische Café solle in Ho-Tschi-Minh-Stadt aufmachen. Vietnam ist bereits der zwölfte Markt im asiatisch-pazifischen Raum, den Starbucks erobern will. Im Oktober eröffnete das Unternehmen seine ersten Cafés in Indien. Das Unternehmen will mit seinem Engagement in Asien die Stagnation auf dem Heimatmarkt kompensieren. Bis Ende 2013 soll es auf dem Kontinent insgesamt 4000 Starbucks-Filialen geben, 1000 davon in China.

Starbucks stellt sich nach dem Erfolg seiner Kaffeeläden seit einiger Zeit breiter auf. Zu dem aktuellen Erfolg trug auch der Verkauf von Verismo-Kaffeemaschinen für Kaffeekapseln bei, wo die Amerikaner mit dem deutschen Hersteller Krüger zusammenarbeiten. Mehr als 150.000 der Maschinen sind seit dem Verkaufsstart vor Weihnachten abgesetzt worden.

Starbucks betätigt sich inzwischen aber auch in anderen Geschäftsfeldern. Tee liegt im Trend: Nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens Nielsen hat der Teemarkt in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren etwa 25 Prozent zugelegt. Fachleute glauben, dass in diesem Bereich künftig mehr zu holen ist als im Bohnen-Business. Ende des vergangenen Jahres kaufte Starbucks für 620 Millionen Dollar den US-Teehändler Teavana mit seinen 300 Läden. Vielleicht kann Jimmy Kimmel bald einen Sieben-Dollar-Kamillentee an ahnungslosen Probanden testen.