Auch das Unternehmen der Schwiegereltern, ein Kaltwalzwerk, wurde später verkauft und alle Kraft floss in die Heitmann & Thumann-Gruppe. Der Unternehmer hatte sie mit seinem Cousin gegründet; sie produziert Batteriehülsen und Automobilteile, etwa für Airbags oder Sitzschienen - kleine Tiefziehteile, mit denen Thumann meist Weltmarktführer ist oder Zweiter: ein globaler Nischenanbieter, wie es sie im deutschen Mittelstand glücklicherweise immer noch gibt.

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Der Firmenchef Thumann ist kein gehobener Vorstandsvorsitzender, sondern eher ein Patriarch alter Schule, ein Herr Unternehmer mit dunkelblauem Goldknopf-Sakko und weinrotem Einstecktuch, der freundlich grüßend durch die Werkshallen geht und hier und da einen Mitarbeiter vornehm-jovial ins Gespräch zieht.

Wie eine "Heuschrecke" wirkt er nicht

Wie eine "Heuschrecke", also ein kühler Finanzinvestor, wirkt er sicher nicht. Allerdings zeigte sich der Unternehmer Jürgen Thumann nicht gerade zimperlich beim Umbau seines Konzerns. Wenn eine Firma nicht mehr ins Konzept passte, wurde sie eben verkauft.

Als BDI-Präsident seit 2005 ist der Mann der leisen Töne unter Druck geraten. Für viele Wirtschaftsvertreter hat es Thumann zu lange mit Geduld und Verständnis für die schwierige Regierungsarbeit der großen Koalition versucht; sie vermissen die harte Konfrontation. Intern stecken seine Versuche, die Spitzenverbände der Wirtschaft zu fusionieren, fest.

Die Nachfolge im Amt des BDI-Hauptgeschäftsführers, des wichtigsten Mannes im Apparat, geriet zum Fiasko, weil der Kandidat Norbert Röttgen, Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, auf sein Mandat nicht verzichten wollte. Und nun die Speditionskrise, deren Auswirkungen größer sein könnten, als das Unternehmen selbst - es geht um 69 Mitarbeiter - vermuten lässt.

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  1. BDI-Präsident unter Heuschrecken-Verdacht
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(SZ vom 9.10.2006)