Innerhalb des BDI wird Thumann kritisiert, da er Konfrontationen scheut - jetzt gerät er auch in seiner Eigenschaft als Unternehmer in die Kritik.
Der Ärger hört nicht auf. Als hätte Jürgen Thumann nicht schon als Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) genügend Probleme, gerät der Mittelständler aus Westfalen jetzt auch noch in seiner Eigenschaft als Unternehmer in die Kritik.
BDI-Präsident und Unternehmer Jürgen Thumann soll eines seiner Unternehmen "systematisch ausgeblutet haben". (© Foto: ddp)
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Eine seiner vielen Firmen, die Spedition Dehnhardt in Meinerzhagen, steht vor der Insolvenz. So etwas kann vorkommen, doch die Begleitumstände der Krise sind für Thumann gefährlich: Er habe sich, so der Vorwurf des Betriebsrats, nie um das Unternehmen gekümmert.
"Systematisch ausgeblutet"
Mehr noch: Thumann habe das Vermögen der Firma seit längerem auf andere Firmen überführt und die Spedition "systematisch ausgeblutet". "Schlimmer als eine Heuschrecke" habe Thumann agiert.
Die Geschehnisse in dem kleinen Ort im Sauerland treffen den Spitzenfunktionär zu einem Zeitpunkt, da er mit seinem aktiven Managerleben weitgehend abgeschlossen hat. 45 Jahre lang war er Unternehmer gewesen mit Leib und Seele.
Als 19-Jähriger musste er, im Jahre 1960, nach Mittlerer Reife und Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, wegen des Todes seines Vaters den Familienbetrieb in Schwelm übernehmen, ein kleines Stahl-Servicecenter, das er auf raschen Wachstumskurs brachte. Später verkaufte er das millionenschwere Unternehmen an einen niederländischen Stahlkonzern.
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